Für alle, die sich nicht allein durch den Dschungel der eklektischen Evidenz deutscher Spendenmarktdaten hindurch kämpfen wollen, haben wir unsere frisch aktualisierten Analysen und Zahlen zu den deutschen Geldspenden auf slideshare eingestellt. Die wichtigsten Entwicklungen stellen wir hier kurz vor:

Das Spendenjahr 2014 ist rekordverdächtig. So zeigt es die aktuelle „Bilanz des Helfens“ vom deutschen Spendenrat, und so steht es auch in der DZI-Pressemitteilung zur Spendenbilanz 2014. Laut DZI-Hochrechnung sind die privaten Geldspenden im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 6,4 Mrd. Euro gestiegen. Gemäß der vom Spendenrat veröffentlichten GfK-Daten wuchs das gesamte Spendenaufkommen sogar um 5,4 Prozent. Allerdings errechnet die GfK mit knapp 5 Mrd. Euro ein deutlich geringeres Volumen für den Spendenmarkt. Spendenmarktvolumen von uns auf 8,7 Mrd. Euro geschätzt Die große Diskrepanz bei den Schätzungen des Spendenmarktvolumens hat uns dazu motiviert, eine eigene, konservative Prognose mit Hilfe der Daten aus der Einkommensteuerstatistik zu errechnen. Diese Daten sind immer nur mit 4-5 Jahren Nachlauf verfügbar und vor kurzem für das Jahr 2010 erschienen. Um eine Idee über die tatsächliche Größe der Geldspenden zu bekommen, haben wir die durchschnittliche Wachstumsrate im Zeitraum 2001 bis 2010 auf das Marktvolumen von 2010 extrapoliert. Daraus ergibt sich für das Jahr 2014 ein – grob geschätztes – Geldspendenaufkommen von 8,7 Mrd. Euro. Weniger Menschen spenden höhere Beträge Ein Trend, der schon in den letzten Jahren zu beobachten war, setzt sich fort: Die Anzahl der Spender ist leicht zurück gegangen auf 22,4 Mio. (von 23,2 Mio. in 2013). Das entspricht einer Spendenbeteiligung von 33 Prozent – also, jeder Dritte, der älter als 10 Jahre ist, spendet zumindest einmal im Jahr einen Geldbetrag. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Anzahl der getätigten Spenden pro Jahr mit 6,2 unverändert geblieben. Die Zunahme der Geldspenden ist somit in erster Linie darauf zurück zu führen, dass die durchschnittliche Spendenhöhe weiter angestiegen ist, auf nunmehr 36 Euro (zuvor 33 Euro). Jüngere Menschen spenden häufiger und mehr als zuvor Die wichtigsten Spender sind nach wie vor die älteren Menschen. Rund 54 Prozent der Geldspenden werden von Personen getätigt, die über 60 Jahre alt sind, allein 37 Prozent von den über 70jährigen. Allerdings haben die 40-59jährigen im vergangenen Jahr stark aufgeholt und stemmen mit einem Anteil von 36 Prozent nun einen fast ebenso großen Betrag der Spenden. Dabei haben sie laut GfK vor allem für die Bereiche „Krankheit und Behinderung“ gespendet. Interessant ist, dass  – entgegen dem Gesamttrend – die Spenderanzahl bei den unter 40jährigen leicht gestiegen ist. Spenden gehen immer mehr an kleine, lokale Organisationen Auch dieser Trend setzt sich fort: Der Anteil der ganz großen Nonprofit-Organisationen am gesamten Spendenaufkommen geht immer weiter zurück zugunsten von kleineren Organisationen. Mittlerweile fließen fast 50 Prozent der Spendengelder an kleinere Organisationen, während nur noch gut ein Drittel an die 20 ganz Großen geht. Das sah vor acht Jahren noch ganz anders aus. Vor allem die jüngeren Spender bevorzugen kleine, zumeist lokal arbeitende Organisationen. 72 Prozent der Spenden von Personen unter 39 Jahren fließen an diese Nonprofits, nur knapp 20 Prozent an die Top 20. Dauerspenden und der Aufruf von Freunden motivieren am meisten Mehr als ein Drittel aller Geldspenden kommen durch Mitgliedschaften oder Dauerspenden zusammen, vor fünf Jahren waren das erst 20 Prozent. Immer wichtiger werden auch die Spendenaufrufe durch Freunde. Mittlerweile werden so rund 9 Prozent der Geldspenden initiiert. Dies gilt vor allem für die Spendenzwecke „Krankheit und Behinderung“. Jüngere Personen (bis 39 Jahre) kommunizieren verstärkt auch in sozialen Netzwerken über ihre Spenden. Etwa jeder Vierte von ihnen hat dort über Spenden gelesen oder gepostet und knapp 4 Prozent haben darauf hin tatsächlich gespendet. Die Bedeutung der traditionellen Werbebriefe ist hingegen weiter gesunken. Unsere Übersichten zum Deutschen Spendenmarkt findest Du auf unserer Projektseite Spendenmarkt.