Die Teilnehmerinnen des Workshops in der Google Zukunftswerkstatt.

 

  • Ein Online-Forum, auf dem sich Väter zu Themen rund um die Vaterschaft austauschen können.
  • Jugendliche Digital Natives coachen ältere Menschen ehrenamtlich im Umgang mit digitalen Medien.
  • Ein Business-Incubator für Gründer, die neu in Deutschland leben.

 

Wir brauchen Innovationen wie diese im sozialen Sektor, um den kleinen und großen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Neue Ansätze, die es uns bspw. ermöglichen, noch wirkungsvoller das Klima zu schützen, Menschen ohne Obdach zu versorgen, oder die Kommunen bei der Integrationsarbeit zu stärken. In vielen NGOs finden sich solche Ideen; schwierig gestaltet sich vor allem deren Umsetzung zum konkreten Produkt. Deswegen hat Google mit der Google.org Impact Challenge dieses Jahr insgesamt 62 Projekte gefördert, die mit Hilfe von Technologie positiven gesellschaftlichen Einfluss nehmen. Beworben hatten sich jedoch viel mehr. Damit auch deren Ideen in die Tat umgesetzt werden, haben wir im Auftrag von Google einen Workshop mit den Finalisten der Google.org Impact Challenge veranstaltet.

Auf der Agenda standen die drei Schwerpunkte User-Centered-Design, Fundraising und Google Ad Grants.

 

1. Nutzerfreundlichkeit erhöhen

Wir wollen keine Innovationen um der Innovation willen. Ganz im Gegenteil: Soziale Innovationen lösen konkrete Probleme von und für Menschen. Doch was wissen wir über die Menschen (unsere Zielgruppe), denen wir mit unserer Idee helfen möchten? Idealerweise stehen wir ohnehin ständig mit ihnen im Austausch und können sie direkt in die Konzeption mit einbeziehen. In jedem Fall sollten wir sicherstellen, dass wir nichts an ihnen, ihren Bedürfnissen und Anforderungen vorbei entwickeln. Im Workshop haben wir zwei unterschiedliche Methoden besprochen, mit denen man sich der Zielgruppe annähern kann:

  • PERSONA (Design Thinking): Eine Persona ist eine Art Prototyp für eine Person aus der Zielgruppe. Dieser Persona gibt man ganz konkrete (aber eben rein fiktive) Merkmale und Eigenschaften: Name, Alter, Beruf, Einkommen, Motivation und Erfahrungen. Dadurch wird sie greifbar und kann für die Überprüfung der Idee herangezogen werden.
  • SEGMENTS OF ONE: Anstelle einer typischen Segmentierung wird in einer möglichst diversen Gruppe mittels Interview-Technik nach verbindenden Merkmalen geschaut, um so Stereotypisierungen zu entgehen und mit überschaubaren Aufwand den Kern der Idee zu ermitteln.

Nachdem wir herausgefunden haben, wer unsere Zielgruppe ist, wollen wir sie doch direkt mal zu unserer Idee befragen.

Dafür kommen Prototypen zum Einsatz, die die Idee nicht nur manifestieren und damit besprechbar machen, sondern sogar ganz konkret erste Features der Idee vorstellen und der Zielgruppe zum Testen vorlegen. Und das muss nicht immer aufwändig sein.

  • PAPER PROTOTYPING: Mit Stift und Papier wird schnell und grob die Idee (z. B. in Form einer Website oder App) visualisiert und steht von da an einer Testperson für Feedback zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Prototyping findest Du (auf Englisch) im “10-Minute Practical Guide”.

 

2. Idee finanzieren

So können wir überprüfen, ob die Idee tatsächlich unserer Zielgruppe hilft. Als nächstes brauchen wir die nötigen finanziellen Mittel, um sie in die Tat umzusetzen. Querfinanzierung aus dem Geschäftsbetrieb, Kooperationen, Sponsoring, Wettbewerbe, Stiftungen oder öffentliche Förderungen sind dafür mögliche Erlöskanäle, die es in Betracht zu ziehen gilt. Immer mehr NGOs nutzen zudem gezielt das Internet, um darüber eigenständig Unterstützer anzusprechen und Spenden zu akquirieren. In Form einer Fundraising-Kampagne kann insbesondere eine innovative (und damit aufregende) Idee finanziert werden.

Im Workshop haben wir uns sogleich an die Kampagnenplanung gemacht und uns dabei auf die fünf Kernfragen konzentriert:

  • KAMPAGNENZIEL: Was möchte ich mit meiner Kampagne erreichen? Ist das Ziel SMART (spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminierbar)?
  • KAMPAGNENBOTSCHAFT: Was ist die eine Botschaft, die ich durch alle Maßnahmen an meine Zielgruppe vermitteln möchte?
  • ZIELGRUPPEN: Wer kann und soll mich unterstützen? (S. dafür auch die Methoden unter “Benutzerfreundlichkeit erhöhen”.)
  • VERBREITUNG: Über welche Kanäle erreichen wir diese Zielgruppen (Newsletter, Social Media, Flyer, Google Ads o. a.)?
  • MEDIENPLANUNG: Welches Material wollen wir in der Kampagne nutzen (Text, Bild, Video…)? Was ist die Zielseite (Landing Page) der Kampagne, auf die wir die Zielgruppe ziehen möchten?

Weitere Informationen zu Fundraising-Kampagnen findest Du im “Praxishandbuch Online Fundraising”.

 

3. Reichweite steigern

Reichweite ist für NGOs an mehreren Stellen ganz wesentlich – egal, ob sie Aufmerksamkeit für ihr Anliegen generieren, Spender finden, Freiwillige anwerben oder Anmeldungen (z. B. für ihre Veranstaltungen) erhöhen möchten. Hält man sich vor Augen, dass Google jeden Monat 100 Milliarden Suchanfragen bearbeitet, wird klar, dass es für NGOs eine große Chance ist, wenn sie bei Suchanfragen zu ihren Themen in den Treffern auftauchen. Genau diese Sichtbarkeit können sie durch Google Ad Grants erhalten, bei dem Google.org gemeinnützigen Organisationen ein Budget in Höhe von 10.000 $ für kostenfreie Google Anzeigen pro Monat bereitstellt.

Durch Keywords (also Wörter oder Wortgruppen), die das Angebot der NGO beschreiben, wird bestimmt, wann und wo die entsprechende Anzeige in den Suchtreffern geschaltet werden kann. Im Workshop haben wir an den Keyword-Listen für die Teilnehmerinnen gearbeitet.

Weitere Informationen rund um Google Grants und die Registrierung dafür findest Du auf “Google für Nonprofits”.

 

Wenn diese und andere Themen rund um digitale Kompetenzen für Dich und Deine Organisation interessant sind, empfehlen wir Dir einen Blick auf das Angebot der Google Zukunftswerkstatt. Dort findest Du sowohl Online-Trainings als auch die Termine für Workshops vor Ort. Alles kostenfrei. Alles unter: https://learndigital.withgoogle.com/zukunftswerkstatt.