Nichts ist unangenehmer als ein schlechtes Gewissen und das Gefühl ein schlechter (oder ein zumindest nicht ganz so guter) Mensch zu sein. Doch ihr kennt das: Es kann schon mal passieren, dass ich den Fußgänger auf dem Fahrradweg schlimm anraunze, vor meiner Mutter behaupte, ich hätte ihr wirklich eine Karte aus dem Urlaub geschickt oder zum zehnten Mal meinen Kollegen um ne Zigarette anschnorre. Wie gut, dass ich jetzt diese Alltagssünden gegen Geld für gute soziale Projekte erlassen bekomme. Mit der Ablass-App ist der gute alte Ablasshandel wieder da!

Wie funktioniert die App? Einfach auf www.ablass-app.de gehen und deine Sünde auswählen. Zum Beispiel: Oma nicht besucht (Trägheit), zu viel geraucht (Maßlosigkeit) oder jemanden angeschrien (Zorn). Die Auswahl orientiert sich an den sieben Todsünden. Die App schlägt dir dann einen Ablasshandel vor, der zu deiner Sünde passt und auf betterplace registriert ist. Warst du zum Beispiel wollüstig, geht dein Ablass an ein Projekt für Sexarbeiterinnen. Bei zu viel Zorn wird dein Geld an ein Projekt, das gewalttätige Jugendliche unterstützt weitergeleitet. Je nachdem, wie schwer du gesündigt hast, bietet die App  einen angemessenen Ablass-Betrag an. Je größer die Sünde, desto höher die Spende. Die Absolution für eine kleine Sünde, zum Beispiel wenn du deine Bonbons nicht geteilt hast, kostet vielleicht nur 5 Euro. Ein ausgewachsener Wutausbruch könnte schon eher  50 Euro wert sein. Du hast die Wahl:  Je größer die Sünde, desto größer die Flamme, die dich zum Ablass-Betrag weiterleitet. Als Spende wird der Ablass über betterplace.org abgewickelt. Wie ist die App entstanden? Geboren ist die Idee im betterplace lab – Julia Eisenberg hatte schon länger über Sünden und Spenden nachgedacht und schließlich im Sommer das erste Konzept für die App geschrieben. Auf einem 48-stündigen Hackathon haben die Entwickler von betterplace und andere kreative Köpfe die Idee weiter entwickelt und in den folgenden Wochen in eine mobile Website umgesetzt. Noch mal vielen Dank an alle Beteiligten! So, genug geschrieben: Vielleicht geht jetzt jeder mal in sich und überlegt, welche Sünden ihm gerade aufs Gewissen drücken. Für einen Applass-Handel ist es nie zu spät!