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Knowledge for Development

Wissen ist Macht, auch im positiven Sinn: Denn gut informierte Menschen können gezielter spenden. Für den sozialen Sektor ist Wissen ein Schlüssel zur Professionalisierung. Wir bereiten es auf, für eine bessere Entwicklungzusammenarbeit.

Zusammenfassung

Mit Knowledge for Development stellen wir vor allem den Nutzern von betterplace.org entscheidungsrelevantes Wissen zu entwicklungspolitischen Themen zur Verfügung. Wir sprechen damit Unterstützer von Projekten und Projektverantwortliche an. Damit möchten wir erreichen, dass Spender, ihre Entscheidung fundierter treffen können und so verstärkt sinnvolle, bessere Projekte unterstützen. Den Projektverantwortlichen wollen wir praktisches Wissen an die Hand geben, damit sie ihre Projekte effizienter gestalten können.

Wir planen, zu möglichst vielen entwicklungspolitischen Themen Wissen bereitzustellen. Dabei soll das Wissen entscheidungsrelevant und anwendungsorientiert sein. Qualität und Objektivität des Wissensangebots haben hohe Priorität. Mögliche Zulieferer für die Inhalte im Wissensangebot sind Forschungsinstitute, Universitäten, Redaktionen, Organisationen, Projektverantwortliche, Begünstigte und natürlich unsere Nutzer selbst.

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Frage, wie man komplexes Wissen allgemeinverständlich und interessant aufbereiten kann, damit es möglichst viele Menschen erreicht. Unterschiedliche Formate der Wissensdarstellung testen wir darauf, wie sie von den Nutzern angenommen werden und ob sie deren Entscheidungen beeinflussen. Beispiele für solche Formate sind redaktionelle Texte, Graphiken, Videos, interaktive Fragespiele, Expertenaustausch, Kommentare, Wiki-Texte oder themenbezogene Linksammlungen und Blogseiten.

Neben der nutzerfreundlichen Aufbereitung und Darstellung des Wissens untersuchen wir auch die optimale Verknüpfung der Wissensportale mit der Plattform betterplace.org. Auf welchen Seiten und in welcher Form wird das Wissen am intensivsten genutzt? Die richtige Kommunikation sowohl an die betterplace-Community als auch an die breite Öffentlichkeit ist eine weitere Herausforderung.

Aktuell

Zum Thema Wasser haben wir im März 2010 (also relativ aktuell) ein erstes Wissensportal fertig gestellt. Hierbei handelt es sich um ein Pilotprojekt, dass wir in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Getidos und der Internetplattform AidConnect erarbeitet haben (siehe auch lab Partner).

Das erste Wissensportal „Wasser-Wissen“ ist seit dem Weltwassertag (22.03.2010) auf betterplace.org online. Es richtet sich vor allem an Projektunterstützer und Projektverantwortlichen, die sich im Bereich Wasser engagieren. Von den derzeit über 2800 Projekten auf betterplace.org beschäftigen sich etwa fünf Prozent mit dem Thema Wasser.

Das Wasserportal ist in drei Kategorien eingeteilt: Trinkwasser und Sanitär, Wasser und Ernährung sowie Wasser und Umwelt. Wir haben Experteninterviews und Fallbeispiele zusammen getragen, die einen Einblick in die wichtigsten Problemfelder bieten und Lösungsansätze vorstellen.

Im Rahmen des Wasser-Portals haben wir für jede dieser Kategorien Checklisten erarbeitet, mit deren Hilfe Unterstützer die Qualität und Sinnhaftigkeit von Projekten prüfen können und auf deren Basis sie den Austausch mit den Projektverantwortlichen aufnehmen können. Daraus abgeleitet haben wir eine allgemein gültige Checkliste, die sie bei unseren Werkzeugen zum Thema Effektiver spenden finden.

War das Wasserportal ein Reinfall?

Die Auswertung der Klickzahlen zeigt: Das Wasserportal war in dieser Form kein großer Erfolg. Daraus haben wir einige Ideen abgeleitet, wie das nächste Wissensportal mehr Wirkung zeigen kann. Die Evaluation:

Sprudelnde Datenquellen

Hier die drei wichtigsten Lieferanten von Daten zur Lage der internationalen Entwicklung.

Weltbank

Als größter Datenlieferant stellt die Weltbank mehr als 900 aktuelle Indikatoren zu den großen entwicklungspolitischen Themenbereichen auf ihrer Statistikseite zur Verfügung. Zahlreiche Publikationen und Reporte rund um entwicklungspolitische Fragestellungen finden sich auf der Research-Seite der Weltbank. Besonders umfangreich und aussagekräftig sind die jährlich erscheinenden World Development Reports, die bestimmte entwicklungspolitische Themenbereiche sehr intensiv analysieren.

WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) stellt umfassendes Datenmaterial zu den großen Gesundheitsproblemen der Welt auf ihrer Statistikseite bereit und veröffentlicht einmal im Jahr mit den World Health Statistical Report
einen Datenüberblick zu den wichtigsten globalen Gesundheitsindikatoren. In den ebenfalls jährlich erscheinenden World Health Reports werden einzelne Gesundheitsbereiche umfassend diskutiert.

UN

Das bis 2007 tätige UN Millenium Project hat einen praktischen Umsetzungsplan zum Erreichen der Jahrtausendentwicklungsziele (Millenium Development Goals, MDG) verfasst, der viele Einblicke in „sinnvolle“ Entwicklungspolitik gibt. Die United Nations dokumentieren den Fortschritt der MDG mit speziellen Indikatoren und jährlichen Berichten: Millenium Development Goals Reports.

FAO

Die Food and Agriculture Organisation (FAO, zu deutsch auch Welternährungsorganisation) ist Teil der UN. Die Statistikabteilung FAOSTAT hat im Juli 2010 ihre Datenbank freigegeben. Jeder kann hier Daten zu Import, Export, Anbau, Verbrauch, etc. verschiedener Nahrungsmittel und Ressourcen aus über 200 Ländern abrufen. Die Datenfülle ist immens.

Methoden

Unsere Methoden basieren auf dem allgemeinen Arbeitsansatz des betterplace lab. Im Projekt Know 4 Dev ergeben sich daraus folgende sechs Prozess-Schritte:

  1. Thema: Zunächst identifizieren wir ein relevantes entwicklungspolitisches Thema. Neben Wasser kommen etwa Themen wie „Erneuerbare Energien“, „Bildung für Kinder“ oder „Fair Trade“ in Frage.
  2. Experten: Dann gehen wir auf die Suche nach jenen Experten aus der Wissenschaft und Praxis, die zum entsprechenden Thema vielschichtige und fundierte Inhalte beitragen können.
  3. Darstellung: Gemeinsam mit seinen Partnern entwickelt das betterplace lab ein Konzept für die Wissensdarstellung. Zu möglichen Formaten zählen: Texte (Dossiers, Fallbeispiele, Interviews), Graphiken, Videos, Podcasts oder externe Ressourcensammlungen (delicious, netvibes). Auch interaktive Elemente (etwa ein Quiz), Kommentarmöglichkeiten, Austausch zwischen den Nutzern und die aktive Mitgestaltung des Wissensangebots durch die Nutzer sollen in Zukunft mehr Platz finden. Zudem werden konkrete, einfache Werkzeuge wie etwa Checklisten entwickelt, die den Engagierten bei ihren Entscheidungen helfen.
  4. Veröffentlichung: Das fertige Themenportal stellen wir auf betterplace.org für alle Nutzer zur Verfügung und verknüpfen es mit thematisch passenden Projekten.
  5. Optimierung: Wir evaluieren den Erfolg des Portals im Hinblick auf Besucherzahlen und Klicks für einzelne Angebote. Daraus können wir dann Rückschlüsse auf das Interesse an bestimmten Inhalten und die Auswahl der Formate ziehen. Eine Analyse der Spenden, die über Themenportale getätigt werden, ermöglicht uns den Zusammenhang zwischen Wissen und Spenderentscheidungen besser zu verstehen.
  6. Verbesserung: In regelmäßigen Abständen adaptieren wir das Angebot auf Basis der Evaluationserkenntnisse. Außerdem aktualisieren und erweitern wir das jeweilige Themenportal (etwa um einem Wiki-Ansatz).

Bei Fragen können Sie sich gerne an aus dem betterplace lab Team wenden. Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular.

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