Der Deutsche Spendenmarkt
Der Deutsche Spendenmarkt ist ein besonderer Markt. Es gibt keine Produkte, die man kaufen kann. Keine Kunden und Produzenten im eigentlichen Sinne. Trotzdem geht es um viel Geld. Angela Ullrich hat für das betterplace lab neue Zahlen (Stand Juni 2011) zusammengetragen und in einer Präsentation (unten) aufbereitet.
Zusammenfassung
Auf dem so genannten Spendenmarkt treffen Menschen, die mit Geld eine soziale Initiative unterstützen wollen, auf Menschen, die sozial tätig sind. Dieser Markt ist besonders, da es keine Produkte gibt, die man kaufen kann. Vielmehr bezahlen die Unterstützer für eine soziale Dienstleistung, die einem Dritten zu Gute kommt. Meistens kann man nicht an den Begünstigten direkt spenden, sondern nur an eine zwischengeschaltete, spendensammelnde Organisation. Lässt man Staat, Kirche und Stiftungen als weitere einflussnehmende Instanzen außen vor, wird das Spendenwesen durch die Interaktion zwischen Bedürftigen, Spendern und – zumeist gemeinnützigen – Organisationen bestimmt.
Der Spendenmarkt ist ein Bereich des sozialen Sektors, in dem viele relevante Entscheidungen getroffen werden: Für wen spendet man? Wie spendet man? Wie viel und wie oft spendet man? Zwar ist die Datenlage lückenhaft, aber es ist durchaus möglich, diese Fragen zumindest ansatzweise zu beantworten.
Ein großer Teil der sozialen Aktivitäten in Deutschland wird über private Spenden finanziert. Und aus dem Volumen des Spendenmarktes kann man wertvolle Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Größenordnung des gesamten sozialen Sektors ziehen.
Ein grundlegendes Verständnis des traditionellen, also Offline-Spendenmarktes ist eine wichtige Voraussetzung für sämtliche Analysen rund um den sozialen Sektor. Wie funktioniert dieser Markt? Wie sieht die Marktstruktur aus? Welche Charakteristika beschreiben die beiden „Marktseiten“? In kleineren Untersuchungen und Präsentationen stellt das betterplace lab hier einige Überlegungen zu bestimmten Fragen rund um den Spendenmarkt vor. Auf unserem Slideshare-Kanal können Sie die folgenden Präsentationen auch herunterladen, wenn Sie sie im oberen Rahmen auf "Download" klicken und sich dann bei Slideshare einloggen.
Dass Menschen in Deutschland vergleichsweise wenig spenden, zeigt unsere Präsentation vom September 2011. Lediglich die Hälfte aller befragten Deutschen engagiert sich für wohltätige Zwecke in Form von Geldspenden, Zeit- oder Sachspenden. In Westeuropa sind es immerhin 60 Prozent und in den USA sogar 75 Prozent. Weitere Interpretationen der Präsentation finden Sie hier im lablog.
Im November 2010 hatten wir gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut The Consumer View und der freien Markenberatung Musiol Munzinger Sasserath eine Umfrage zu den verschiedenen Kanälen, über die Spenden getätigt werden können, durchgeführt. Hier die Ergebnisse als Präsentation und Interpretationen in diesem Blog-Beitrag.
Die folgende Studie "Wohin fließen die Spenden" können Sie hier auch herunterladen.
Diese vertonte Präsentation von zeigt, was unter sozialem Engagement in Deutschland zu verstehen ist und wie sich der Sektor wandelt.
Daten
Die zuverlässigsten Daten zum deutschen Spendenmarkt liefert die Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamts.
Aufschluss über Charakteristika von Spendern und die Verwendungszwecke der Spenden bieten die Bevölkerungsumfragen der Marktforschungsinstitute TNS Infratest
und GfK.
In einer recht aktuellen Studie des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen finden sich viele Angaben zum Spendenwesen in Deutschland, die zum Teil auf einer eigens durchgeführten Bevölkerungsumfrage basieren.
Bei Fragen können Sie sich gerne an aus dem betterplace lab Team wenden. Oder Sie nutzen Sie unser Kontaktformular.
