Franziska (betterplace lab) vorne links am großen Tisch der UN

 

Es ist das 21. Jahrhundert und Frauen sind noch immer benachteiligt! Auch am 40. Weltfrauentag müssen wir uns mit Gleichstellung, Gleichberechtigung und Equal Pay auseinanderzusetzen. Diese Woche hatten wir die Gelegenheit, das auf oberster Ebene zu tun – bei einer Sitzung der UN-Frauenrechtskommission unter dem Hauptthema „Women’s economic empowerment in the changing world of work“ in New York.

 

Und es gibt noch viel zu tun

Weltweit verdienen Frauen im Durchschnitt noch immer 24 % weniger als Männer – für den gleichen Job. Auf Vorstandsebene der großen Unternehmen in der EU sind Männer weiterhin unter sich: nur 6 % sind weiblich. Und in Parlamenten entscheidet eine männliche Mehrheit über männlich geprägte Gesetze – nur 23 % der Sitze werden von Frauen besetzt (Quellen: UN Women 2017, bpb 2017).

Nicht besser sieht es in Sachen digitaler Inklusion aus: Laut einer aktuellen Studie der World Wide Web Foundation hatten Frauen in den untersuchten Ländern 50% weniger Zugang zum Internet im Vergleich zu Männern und die, die online waren, nutzten es sehr viel weniger für den Zweck, sich relevante, möglicherweise weiterbildende Informationen zu besorgen. Zieht man in Betracht, welches Potential die Digitalisierung insbesondere in Entwicklungsländern entfalten kann, ist das ein Zustand, den es unbedingt zu ändern gilt.

Für die W20 bietet sie den passenden Rahmen, um W20 als ein weiteres internationales Projekt zur Förderung der ökonomischen Gleichberechtigung von Frauen voranzutreiben – für uns die ideale Gelegenheit, unsere ersten Studienergebnissen von unserer Forschungsreise in einem Side Event zu präsentieren und gemeinsam darüber zu diskutieren.

Um die Welt geforscht

Anfang dieses Jahres haben wir uns wieder auf den Weg gemacht und uns in sechs Ländern (Äthiopien, Brasilien, Südafrika, Indien, Indonesien und ja, auch Deutschland) mit Experten unterhalten, die uns vor allem zwei Fragen beantworten sollten:

1. Was sind die Hürden, die es vor allem Frauen erschweren, online zu gehen?
2. Welche Möglichkeiten gibt es, diese Hürden zu überwinden?

Nach Auswertung unserer Interviews und Studien in den besuchten Ländern, haben wir drei wesentliche Aktionsfelder identifiziert, in denen Regierungen aktiv werden müssen, um die digitale Kluft für Frauen zu überwinden:

  • die Sicherstellung von gleichen, bezahlbaren Möglichkeiten für den Zugang zum Internet,
  • das Angebot von relevanten, sicheren Inhalten und Apps für Frauen, zurechtgeschnitten auf ihre Bedürfnisse und Interessen,
  • die Vermittlung entsprechender digitaler Kenntnisse um das Potenzial von Technologien ausschöpfen zu können.

Integriert in einen nationalen digitalen Entwicklungsplan, sollten diese Forderungen strategisch und koordiniert umgesetzt werden. Unsere Studienergebnisse fließen in die Forderungen der W20 Gruppe ein, dem zivilgesellschaftlichen frauenpolitischen Dialog, der gemeinsam mit der deutschen G20-Präsidentschaft am 1. Dezember 2016 startete. Der Deutsche Frauenrat und der Verband deutscher Unternehmerinnen wurden von der Bundesregierung beauftragt, diesen Prozess als offizielle Engagement Gruppe im Rahmen der deutschen Präsidentschaft zu leiten. Neben Forderungen zur finanziellen und ökonomischen Stärkung von Frauen will die W20 auch dazu beitragen, die geschlechtsspezifische Kluft im digitalen Bereich zu überwinden. Unsere Studie wird dazu wichtige Antworten liefern.

Bis Mitte April werden wir unsere Studie fertigstellen und sie dann im Rahmen des W20 Gipfels in Berlin vorstellen.

Habt ihr Fragen oder Anregungen zum Thema, oder wollt die Studie gern online zugeschickt bekommen, meldet euch gern bei uns unter lab@betterplace.org.