Die Online-Fundraising Experten von Altruja haben gerade die Ergebnisse ihrer neuen Jahresumfrage ins Netz gestellt. Seit mittlerweile 4 Jahren bieten sie damit einen guten Überblick über die Dynamik des Online-Fundraising in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In diesem Jahr haben fast 900 Nonprofit Organisationen (NPO) teilgenommen. Wir fassen die Ergebnisse zusammen.

Für 14 Prozent der Organisationen ist die Online-Akquise von Spenden bereits der bedeutendste Fundraising-Kanal. In drei Jahren wird sich die Relevanz mehr als verdoppeln, denn 37 Prozent der Organisationen sehen Online-Fundraising als einen der wichtigsten Kanäle ihrer Mittelbeschaffung in der Zukunft. Hier zeichnet sich die größte Dynamik ab. Auch Unternehmensspenden und Fundraising-Aktionen werden in Zukunft wichtiger werden, allerdings mit weniger starken Zuwächsen.

Bild: Wichtigste Fundraisingkanäle heute und in drei Jahren.


Knapp die Hälfte der befragten Nonprofits macht bereits Online-Fundraising. Ihre Internetaffinität ist nach eigener Einschätzung weiter gestiegen. Derzeit läuft die Online-Kommunikation in erster Linie über die Webseite der Organisationen (98% geben dies an). Ansonsten wird per Facebook (68%) und Newsletter (58%) kommuniziert. Die Bedeutung von Facebook ist dabei rückläufig und auch Twitter und Blogs werden insgesamt als weniger relevant für die Resonanz der Spender erachtet. Spendenportale gewinnen an Bedeutung, vor allem für kleine NPO Onlinespenden werden in den meisten Fällen über eine Bankverbindung auf der Webseite generiert. Dies ist bei 91 Prozent der NPO der Fall. Der zweitwichtigste Zahlungsweg ist per Lastschrift (70%), gefolgt von Kreditkarte (42%), Paypal (mit 40% fast doppelt so relevant wie im letzten Jahr) und Spendenportale (33%). Speziell für Deutschland kommt der Verlinkung auf Spenden-Portale mit 36 Prozent eine größere Bedeutung als der Kreditkartenzahlung zu (hier nur 33%). Im Vergleich zum Vorjahr ist das online Spenden über Plattformen am stärksten gewachsen, nämlich um 17 Prozent. Die Studie teilt die Organisationen anhand ihres Spendenvolumens in drei Gruppen auf: Dabei zeigt sich, dass vor allem die „kleinen“ NPO mit weniger als 50.000 Euro Spenden pro Jahr beim Online Fundraising noch hinterher hinken. Während bereits 74 Prozent der großen Nonprofits mit mehr als 1 Mio. Spendenvolumen online Spenden sammeln, sind es nur 32 Prozent der kleinen. Zudem planen auch mehr große als kleine Organisationen in Zukunft online aktiv zu werden. Bei der Generierung der Spenden sind für die kleinen NPO vor allem die Webseite, Paypal und Spendenportale deutlich relevanter als für die Großen. Fehlende Ressourcen sind größtes Hemmnis für online Aktivität Fast drei Viertel der Organisationen sehen Zeit- und Personalmangel als Hauptgrund dafür, dass sie noch nicht in dem Maße Online-Fundraising betreiben wie sie es eigentlich gern machen würden. Hier wird insgesamt die größte Herausforderung gesehen. Die großen NPO haben damit zu kämpfen, dass ihre Zielgruppe nicht unbedingt internetaffin ist. Online Fundraising erreicht nämlich in erster Linie die 30-49jährigen, die eher an mittelgroße und kleine Organisationen spenden. Für die kleinen Nonprofits sind mangelndes Know How und ein zu geringes Budget weitere wichtige Einstiegsbarrieren. Insgesamt geben derzeit 70 Prozent der befragten Organisationen weniger als 5.000 Euro im Jahr für Online-Fundraising aus.