Die Foto-Plattformen Instagram und Pinterest haben in letzter Zeit ziemlich viel Aufmerksamkeit bekommen. Instagram, weil es für unglaublich viel Geld von Facebook aufgekauft wurde und mit 7,3 Millionen Besuchern pro Tag mittlerweile Twitter überholt hat. Pinterest, weil es Anfang dieses Jahres zum am schnellsten wachsenden Web-Service der Geschichte erklärt wurde. Doch trotz dieser großen Reichweite der beiden Foto-Sharing-Dienste, scheinen sich nur wenige NGOs für diese Art der Kommunikation und Vernetzung zu interessieren. Dabei gibt es gerade für Akteure des sozialen Sektors gute Gründe sich das mal etwas genauer zu überlegen.

Bilder sind leicht zu verstehen, anschaulich und gut zu verbreiten – das kommt auch komplexen Themen wie beispielsweise medizinischer Betreuung in Entwicklungsländern entgegen, wie die Instagram-Seite von Ärzte ohne Grenzen zeigt. Bilder wecken Emotionen. Auch wenn es abgedroschen ist. Es stimmt nun mal: Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. Pinterest und Instagram sorgen dafür, dass die Bilder in sekundenschnelle veröffentlicht, geteilt und kommentiert werden können. Mittlerweile gibt es einige Nonprofits, die zum Beispiel Instagram ausprobieren. Dabei zeigen sich verschiedene Wege die App zu nutzen. Eine Möglichkeit ist, Instagram als persönliches visuelles Tagebuch einer engagierten Person, die für die Organisation steht zu nutzen. Das macht zum Beispiel Scott Harrison (@scottharrison), der CEO von Charity: water. In seinem Instagram-Profil vermischen sich Persönlichkeit und “Marke” und dem Nutzer werden sehr persönliche Einblicke in die Organisation und ihre Arbeit gegeben. Charity: water setzt darüber hinaus auch auf einen zweiten Instagram Account mit sehr professionellen Bildern aus den Projekten. Diese Strategie wirkt: Charity: water hat mit beiden Accounts insgesamt mehr als 68.000 Follower. Eine weitere Möglichkeit als NGO einen Instagram-Account zu führen, besteht darin, die Nutzer des Foto-Netzwerkes über spezielle Kampagnen einzubeziehen. So hat zum Beispiel Greenpeace im Rahmen ihrer Detox-Kampagne Instagrammer dazu aufgefordert, sich in einem schadstofffreien T-Shirt abzulichten und das Bild unter dem Schlagwort #Detox bei Instagram zu veröffentlichen. Der Communications Manager von Greenpeace International, Tommy Crawford begründete die Idee mit dem Trend-Faktor von Instagram: „Greenpeace is always looking to use the latest platforms and technology to help consumers push big brands to both commit to change and then stick to their promises“.

Bei Pinterest funktionieren die Seiten von NGOs etwas anders, denn das Netzwerk hat vor allem Fans dank seines guten Designs. Pinterest ist eine Art gigantischer Katalog mit den schönsten Bildern des Webs. Die Nutzer, „Pinners“ genannt, kopieren und zeigen Bilder auf ihrer persönlichen Seite, dem Pinboard. Das ist vor allem für Organisationen geeignet, die über professionelle Bilder und starke Motive verfügen, wie beispielsweise der WWF oder Unicef. Beide Seiten sind visuell ansprechend und werden regelmäßig aktualisiert. Auch Betterplace.org probiert sich gerade bei Pinterest aus und zeigt zum Beispiel regelmäßig ein Bild der Woche. Meine Recherche zu NGOs bei Pinterest und Instagram hat vor allem eines gezeigt: Am Ende gilt auch hier die “alte” Regel für neue Medien. Wer sie nicht füttern und pflegen kann, sollte vorerst die Finger davon lassen. Wer sich aber bei Intagram und Pinterest ausprobieren möchte, der hat hier noch einmal einen Überblick zu den Dingen, die man als NGO beachten sollte:

  • Starke Motive: Die Fotos sollten eine Botschaft haben und etwas darstellen. Es muss nicht unbedingt Kunst sein.
  • Präsenz zeigen: nicht nur einmal die Woche ein neues Bild hochladen sondern am Besten jeden Tag!
  • Zum Mitmachen anregen: Auch nichts Neues, mit den Nutzern über das Tagging von Bildern in den Dialog treten.
 Die Greenpeace Detox-Kampagne ist nur ein Beispiel.
  • Eine Geschichte erzählen: Findet ein Thema, das sich durch Eure Bilder zieht und entwickelt dazu einen Hashtag. Das hat Fortsetzungscharakter.