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Glossar

Long Tail der Hilfe, Croudsourcing oder Bottom-Up-Ansatz: Die digital-soziale Welt bringt neue Wörter mit sich – die wir hier erklären.

  1. A
  2. B
  3. C
  4. D
  5. E
  6. F
  7. G
  8. H
  9. I
  10. J
  11. K
  12. L
  13. M
  14. N
  15. O
  16. P
  17. Q
  18. R
  19. S
  20. T
  21. U
  22. V
  23. W
  24. X
  25. Y
  26. Z

B

Bottom-Up-Ansatz

beschreibt den Versuch, mit Problemlösungen an der Basis der Gesellschaft anzusetzen. Statt Top-Down, also von oben herab und zentral gesteuert große Programme zu implementieren, fangen Bottom-Up-Initiativen direkt bei den Menschen an, denen geholfen werden soll. Im sozialen Sektor sind das vor allem so genannte Graswurzel- oder Grasrootbewegungen, die oft mit kleinstem bürokratischen Aufwand und wenig Personal arbeiten. Aber auch die Grameen-Bank, die mit über 16.000 Mitarbeitern Mirkokredite an die Ärmsten der Bevölkerung vergibt, arbeitet nach dem Bottom-Up-Ansatz. Prinzipiell gehen Bottom-Up-Ansätze vom Konkreten zum Abstrakten, Top-Down-Ansätzen gehen die entgegen gesetzte Richtung. Wird eine Graswurzel- oder Bottom-Up-Bewegungn vorgetäuscht, spricht man vom Astroturfing. Top-Down und Bottom-Up bei Wikipedia.

Base of the Pyramid

bezeichnet den unteren Teil der globalen Einkommenspyramide und damit die Ärmsten der Welt. Laut Weltbank ist extrem arm, wer weniger als 1,25 US-Dollar und moderat arm, wer zwischen 1,25 und 2,5 US-Dollar pro Tag zur Verfügung hat. Mehr als die Hälfte der Menschheit ist extrem oder moderat arm. Die meisten dieser Menschen haben keinen Zugang zum globalen Marktsystem. Social Businesse setzen oft an der Base of the Pyramid an und versuchen mit einem Bottom-Up Ansatz von unten die Lebensbedingungen für diese Menschen zu verbessern. Zusammengenommen haben sie auch eine hohe Kaufkraft: Die Grameen-Bank etwa vergibt Mikrokredite und hat über sieben Millionen Kunden bereits sechs Milliarden US-Dollar geliehen. (Wikipedia-Artikel)

C

Charity

wird im Deutschen mit Wohltätigkeit übersetzt, aber auch die Worte Benefiz und Spenden tauchen auf, um das Wort zu erklären. Charity bezeichnet das Wirken Einzelner oder von Organisationen zu Gunsten Bedürftiger. In vielen Religionen, wie im Christentum, im Islam oder im Buddhismus, wird Charity als besondere Tugend angesehnen. Heutzutage wird der Begriff oftmals als Spenden finanzieller Art verstanden, die an Organisationen überwiesen werden. Charity bleibt aber ein flexibler Begriff.

Cause Related Marketing

kurz CRM, auch Cause Marketing, beschreibt Marketingaktivitäten wonach eine Spende an einen wohltätigen Zweck (cause) oder an eine gemeinnützige Organisation dann ausgelöst wird, wenn der Kunde ein bestimmtes Produkte erwirbt.
Dabei gilt Cause Marketing als ein mögliches Instrument innerhalb der Corporate Social Responsibility (CSR), der unternehmerischen sozialen Verantwortung.
Die bekanntesten CRM-Kampagnen in Deutschland waren 2008 die Krombacher Regenwald-Aktion sowie 2009 die Volvic Trinkwasser-Initiative.

Corporate Social Responsibility

steht für die unternehmerische soziale Verantwortung von (Wirtschafts-)Unternehmen und wie sie dieser Verantwortung mit einem freiwilligen Beitrag nachkommen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer nachhaltigen Entwicklung, insbesondere bezüglich der Aspekte Umwelt und gesellschaftliches Umfeld (inkl. Mitarbeiter) und unter Einbeziehung der Beteiligten (Stakeholdern). Ein mögliches Instrument, dieser sozialen gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, ist Cause Related Marketing. CSR auf Wikipedia.

Crowdfunding

ist, wenn man Fremdkapital über die anonyme Masse der Internetnutzer beschafft. Jeder dieser Kapitalgeber trägt zu einem meist geringen Teil zum insgesamt benötigten Kapital bei. Beispiele: Wenn soziale Projekte über betterplace Spenden sammeln. Wenn Journalisten die für die Recherchekosten ihrer Geschichte sammeln. Oder wenn Musiker, Künstler, Erfinder oder Geschäftleute Startkapital sammeln, wie etwa über Kickstarter. Crowdfunding gibt´s auch auf Wikipedia und ist eine Unterform des Crowdsourcing.

Crowdsourcing

bezeichnet das Auslagern einer Aufgabe an eine größere Gruppe von Menschen, von denen jeder einen Teil zum Ergebnis beiträgt. Die Arbeitskraft, Intelligenz und Motivation von vielen wird dabei genutzt, um gemeinsam ein Problem zu lösen oder Inhalte zu generieren (Wikipedia, YouTube, etc.). Das Internet und soziale Medien sind Werkzeuge, um Crowdsourcing zu initiiern und koordinieren. Beim Pepsi Refresh Project etwa wird die Internetgemeinde dazu aufgerufen, Ideen für eine bessere Welt einzureichen. Ähnlich: Projekt 10^100. Eine Unterform des Crowdsourcing ist das Crowdfunding. Crowdsourcing auf Wikipedia.

G

Graswurzel- bzw. Grassroot-Bewegung

beschreibt eine Initiative, die an der Basis der Bevölkerung entsteht. Beim Graswurzel-Journalismus etwa nehmen die Bürger selbst am gesellschaftlichen Diskurs teil, indem sie  eigene Medien wie Blogs veröffentlichen. Graswurzel-Projekte im sozialen Sektor entstehen meist in direkter Zusammenarbeit mit der örtlichen Bevölkerung, also den Menschen, denen geholfen werden soll. Auch werden Graswurzelprojekte meist von nur wenigen Menschen initiiert und verwaltet, so dass der bürokratische Aufwand gering bleibt. Weil Graswurzelprojekte klein sind, profitieren meist weniger Menschen von dem einzelnen Projekt, als bei großen Hilfsorganisationen. Dafür müssen große Organisationen den Kompromiss des höheren Verwaltungsaufwands eingehen. Die Arbeit vieler Grasswurzelprojekte zusammen kann demnach direkter und effizienter wirken. Graswurzelprojekte sind aber nicht in der Lage, groß angelegte Hilfsprojekte wie den Bau einer Straße zu realisieren. Graswurzelprojekte und große Hilfsorganisationen ergänzen sich.

L

Landingpage

ist eine spezielle Webseite, die häufig zu Marketingzwecken eingerichtet wird. Nach einem Klick auf eine Werbung, etwa in einer google-Anzeige, "landet" man oft auf einer eigens dafür eingerichteten entsprechende Landingpage. Das kann sowol eine "Erste Seite" sein, die der eigentlichen Website vorgeschaltet ist als auch der Einstieg in eine sogenannte Microsite. Sie ist gut geeignet um einen besonderen Fokus auf bestimmte Produkte, Kampagnen oder Aktionen zu lenken. Für Cause Related Marketing-Kampagnen empfehlen wir nach Möglichkeit die Verwendung von Landing Pages oder Microsites. Landing Page auf Wikipedia.

Long Tail der Hilfe

steht für die vielen kleinen NPOs, die viele spezielle Probleme mit relativ geringem Budget zu lösen versuchen. Der Long Tail der Hilfe beschreibt den langen Schwanz in einer Grafik, in der auf der X-Achse das Spendenvolumen und auf der Y-Achse die einzelnen Hilfsorganisationen abgebildet sind: Wenige Organisationen verantworten einen großen Teil der Spendengelder, sehr viele Organisationen arbeiten mit kleinen Budgets und bilden den langen Schwanz. Die Vielzahl kleiner NPOs bedient auch die differenzierten Interessen der potentiellen Spender. Jemand, der sich gegen Zwangsprostitution in engagieren möchte, kann über das Internet schnell eine spezialisierte Organisation finden. Kleine Organisationen  (s. auch Graswurzel-) sind heute auch nur einen Klick von den großen entfernt und machen ihnen dadurch vermehrt Konkurrenz . Long Tail auf Wikipedia.

M

Microsite

ist eine kleine eigenständige Website oder gesonderter Website-Bereich, der sich graphisch häufig vom restlichen Internetauftritt unterscheidet. Diese "Mini-Homepage" ist in der Regel einem speziellen Thema oder besonderen Produkten gewidmet und eignet sich u.a. sehr gut, eine Cause Related Marketing-Kampagne glaubwürdig darzustellen. Siehe auch Landingpage. Microsite auf Wikipedia.

N

Non-Profit-Organisation (NPO)

ist Organisation in frei-gemeinnütziger oder privat-gewerblicher Trägerschaft. Dabei ist in der Satzung einer NPO festgelegt, dass sie keine wirtschaftlichen Gewinnziele verfolgt, sondern dass sie gemeinnützigen sozialen, kulturellen oder wissenschaftlichen Zielen dient. NPOs finanzieren sich meistens über Mitgliederbeiträge, Spenden, Entschädigungen für Dienstleistungen oder öffentliche Gelder. Der Übergang zwischen NPOs und NGOs ist fließend. NPOs aber keine NGOs sind beispielsweise die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit oder der Deutsche Entwicklungsdienst. NPO auf Wikipedia.

Non-Governmental Organization (NGO)

ist eine nichtstaatliche Organisation eines zivilgesellschaftlichen Interessenverbands. NGOs werden von Bürgern mit gleichen Interessen gegründet und können auch offiziell Regierungen oder die Vereinten Nationen beraten. NGOs sind auch Teil der Lobby-Landschaft, sie wollen die Politik mit ihren sozialen, kulturellen oder umweltpolitischen Interessen auch beeinflussen. Da sie meistens keine gewinnorientierten Ziele verfolgen, sind die meisten NGOs gleichzeitig auch NPOs. NGOs können aber gewinnorientiert sein. Dann werden sie aber meistenst nicht von Regierungen als offizielle Berater anerkannt. NGO auf Wikipedia.

O

Online Fundraising

ist Mittelbeschaffung per Internet. Online Fundraising überschneidet sich begrifflich mit Crowdfunding und ist Teil des Crowdsourcing. Der Vorteil von Online Fundraising gegenüber Offline Fundraising ist, dass selbst Kleinstspenden effizient abgewickelt werden können, denn bei Online-Überweisungen oder Bezahldiensten wie Paypal fallen kaum Kosten an. Der Spender oder Geldgeber selbst kann direkt per Mausklick mit geringem Aufwand die Transaktion auslösen. Spenden fallen online im Durchschnitt höher aus als offline, machen aber bislang nur einen geringen Teil des gesamten Spendenvolumens aus. Der Anteil wächst aber stetig, im Katastrophenfall liegt er bei etwa 20 Prozent. Denn online können Organisatioen schnell reagieren und zum Spenden Hilfe aufrufen. Organisationen wollen über das Online Fundraising auch junge Leute erreichen, etwa per Newsletter oder über Plattformen wie betterplace.org.

P

Philanthropie

bezeichnet ein allgemein menschenfreundliches Denken und Verhalten. Der Begriff stammt aus dem altgriechischem Wort philanthrōpía, welches sich aus ánthrōpos „Mensch“ und phílos „Freund“ zusammen setzt. In der griechischen Antike wurde Philanthropie als eine Tugend verstanden, die man sich durch Erziehung angeeignen konnte. In der Epoche der Aufklärung wurde der Begriff erneut aufgegriffen und half bei den Diskussionen der Wesensbestimmung. Seit dem 20. Jahrhundert ist Philanthropie auch in den allgemeinen Sprachgebrauch eingezogen und wird mit Wohltätigkeit oder gemeinnützigen Aktionen assoziiert. Philantropie bei Wikipedia.

S

Social Business

ist ein wirtschaftliches Konzept, das oft auf den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus zurückgeführt wird. In dem Bereich tätige Unternehmen sollen soziale und ökologische gesellschaftliche Probleme lösen. Das Konzept soll den Kapitalismus zukunftsfähig machen. Diese drei ersten Sätze aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel beschreiben kurz und gut das Prinzip des Social Business. Das Ziel sozialer Unternehmen ist also nicht allein das reine Geldverdienen. Es geht vielmehr darum, verdientes Geld in die Lösung gesellschaftlicher Probleme zu investieren. Falls das Unternehmen selbst Teil der Problemlösung ist, werden Gewinne zumindest nicht für spekulative Zwecke eingesetzt, sondern verbleiben im Unternehmen.

Social Media

sind Plattformen und Netzwerke, über die jeder Internetnutzer Erfahrungen und Meinungen austauschen kann. Zu diesen Plattformen gehören etwa facebook und twitter (Kommunikation), Wikipedia und Bewertungsportale wie MeinProf (Kollaboration) oder Sharing-Plattformen wir YouTube und flickr (Multimedia). Die technologischen und ideologischen Grundlagen des Web 2.0 (LINK) haben social Media und den damit verbundenen Austausch von User Generated Content erst (LINK) ermöglicht. Social Media-Artikel auf Wikipedia.

Stakeholder Feedback

Ein Stakeholder ist ein Beteiligter. In einem sozialen Projekt etwa gibt es viele Beteiligte: vom Chef der Hilfsorganisation, der vom Schreibtisch aus agiert über den Hersteller eines Solarkochers bis hin zu dem Empfänger des Kochers, der damit zurecht kommen muss. Feedback sind Rückmeldungen. Mit dem Projekt Stakeholder Feedback möchten wir herausfinden, was Hilfprojekte eigentlich bewirken, indem wir auch die Menschen öffentlich zu Wort kommen lassen, die bislang kaum Gehör finden: Projektmitarbeiter vor Ort etwa und vor allem die eigentlichen Empfänger der Hilfe. So werden Projekte transparenter und die Hilfsorganisationen können aus dem Feedback lernen und sich professionalisieren.

U

User Generated Content

Das sind Inhalte auf Webseiten, die nicht vom Anbieter der Webseite, sondern von dessen Nutzern erstellt werden. YouTube etwa funktioniert nur, weil seine Nutzer jede Minute 24 Stunden Videomaterial hochladen. Auch die Inhalte auf facebook, die über 500 Millionen Nutzer an virtuelle Pinnwände schreiben, sind User Generated Content. User Generated Content-Artikel auf Wikipedia.

Ushahidi

ist eine open source Plattform für individuelle Reports, die auf einer Landkarte verortet werden, zum Beispiel in Krisenregionen. Egal ob Berichte zu eingestürzten Gebäuden, gewalttätigen Übergriffen oder Versorgungslücken – über die Plattform kann jeder unkompliziert online oder per SMS ortsspezifische Informationen teilen. Eine Gruppe von Freiwilligen, die sogenannten Crisis Mapper, validieren die eingehenden Berichte in kurzer Zeit und versehen sie mit GPS Koordinaten auf einer Karte im Internet. So kann eine Ushahidi-Map zu einer integrierten Informationsquelle über Vorfälle und daraus resultierende Bedarfe in der Krisensituation werden. Über Ushahidi lässt sich humanitäre Hilfe also besser organisieren. Denn die Hilfsbemühungen verschiedener Akteure können nicht nur besser koordiniert werden, sie kommen auch schneller und effektiver dort an, wo sie gebraucht werden. So kann das Crisis Mapping helfen, im Katastrophenfall Leben zu retten. Ushahidi bei Wikipedia.

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