Das Internet hat das Potential das Leben von Menschen nachhaltig zu verbessern: durch Beteiligung und Einbindung, effizientere Organisationsführung oder mehr Chancen für Kreativität und Innovationen. Dazu braucht es allerdings Zugang, der insbesondere Frauen in vielen Teilen der Welt verwehrt bleibt. Wir haben uns gefragt, was man tun kann, um Frauen digitale Teilhabe zu ermöglichen.

 

In sechs ganz unterschiedlichen Ländern waren wir auf Feldforschung: Brasilien, Indien, Indonesien und Südafrika rangieren im Mittelfeld des vom Human Development Report aufgestellten Index zur sozioökonomischen Entwicklung; Deutschland steht in der Top Ten, Äthiopien ist eines der Schlusslichter der Rangliste. Überall haben wir mit Startup-Gründern, Sozialunternehmern und politischen Experten gesprochen, die die digitale Landschaft in ihren Regionen kennen und einschätzen können – entweder weil sie selbst IT-Services und Programme für Frauen und Mädchen entwickeln oder die sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen kennen, die den Zugang und die Nutzung von Informations-und Kommunikationstechnologien für Frauen bestimmen.
Wir stellen fest: Trotz der teils großen wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede zwischen den Ländern wird die Teilhabe an der Digitalisierung von sehr ähnlichen strukturellen Faktoren bestimmt: Leben auf dem Land oder in der Stadt, Altersklassen, Einkommensklassen, Bildungsgraden und eben, dem Geschlecht. Denn auch wenn Männer mitunter ähnlichen Bedingungen ausgesetzt sind, fällt es ihnen leichter, bestehende Barrieren zu überwinden.

 

Wie bauen wir eine digitale Brücke?

  1. Zunächst einmal: Weiter forschen und das Thema Geschlechtergerechtigkeit auf der Agenda halten! Um die geschlechtsspezifische Zugangsvoraussetzungen zu bekämpfen, müssen wir die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen besser erkennen und verstehen lernen. Dafür müssen bspw. Die Daten in kürzeren Zyklen erfasst werden, um die Dynamik der digitalen Transformation abzubilden.
  2. Angebote passend zur Lebens- und Arbeitsrealität der Frauen fördern. Der Zugang zu IT-Bildungsprogrammen, besonders für Frauen und Mädchen muss bereits in der Schule gesichert werden – durch entsprechende Infrastruktur, ausgebildete Lehrer und spezifische Angebote für Mädchen nach der Schule oder in den Ferien. Auch an weiterbildenden Schulen und Universitäten sollte das fortgesetzt werden.
  3. Die Programme selbst sollten zudem nutzerzentriert entwickelt und getestet werden, Peer-to- Peer Austauschmöglichkeiten bieten, sowie einen sicheren Zugang ermöglichen, sei es durch Exklusivität oder Moderation, die die Äußerungen von verbaler Gewalt und Bedrohungen unterbinden. Wir brauchen solche geschützten digitale Räume für Frauen.
  4. Weibliche Vorbilder müssen gefördert und sichtbarer gemacht werden.

 

Wem erzählen wir das?

Auf dem W20 Gipfel vom 24.-26. April 2017 stellen wir unsere Studie vor und diskutieren gemeinsam mit internationalen Vertreterinnen über die digitale Inklusion von Frauen. Unsere Empfehlungen finden zudem Eingang in das W20-Communiqué, welches der Bundeskanzlerin Angela Merkel am Ende der Veranstaltung überreicht werden wird. Sie wird es in die G20 Verhandlungen einfließen lassen.

Aber jetzt mach Dir doch selbst erst mal ein Bild. Die Studie “Bridging the Digital Gender Gap” findest Du hier in voller Pracht in Slideshare und als Download. Wir freuen uns über Dein Feedback.