Wie wir herausfinden, ob und welche Hilfe in indischen Dörfern gebraucht wird.
Man stelle sich vor...
... wir könnten herausfinden was Leute in indischen Dörfern - die gemeinhin vom Westen als arm eingestuft werden - wohl für Bedarfe haben, die dann vielleicht sogar auf das betterplace Portal (oder jedes andere Spendenportal dieser Erde) eingestellt werden könnten. Man stelle sich weiterhin vor, die Leute hätten nicht nur die Möglichkeit diese Bedarfe nach außen zu kommunizieren, sondern sie könnten sich mit anderen Dörfern vernetzen um zu sehen ob man nicht bei dem ein oder anderen Problem kooperieren könnte. Und das alles in einer Gegend, wo es nur sehr wenig bis keinen Internetzugang gibt.
Nun, wir sind seit vorgestern dabei uns genau das vorzustellen...
... und haben dank eines jüngst auf betterplace eingestellten Projekts und unserer seit Monaten laufenden Kooperation mit TickerTXT auch gleich konkrete Ideen, wie man es ausprobieren und umsetzen könnte. Wir planen dies als nächsten Schritt im Rahmen unseres größeren "Stakeholder Feedback Projekts" was seit Frühjahr 2010 verschiedene Dinge ausprobiert um Feedback über Wirkungen von Projekten im sozialen Sektor einzusammeln (z.B. über Video oder SMS).
Was genau werden wir ausprobieren?
Wiebke Koch, Gründerin von The Glass is Half Full, wird sich in naher Zukunft gemeinsam mit einem Kollegen auf den Weg nach Indien machen, um eine beispiellose Reise zu unternehmen. Diese Reise hat zum Ziel, im ländlichen Indien zu untersuchen, was die dort Lebenden eigentlich selbst als "adäquat" empfinden, ganz im Gegensatz zu westlichen Armutsvorstellungen. Sie wird soziale Unternehmer/innen suchen, von den Bedarfen vor Ort lernen und vielen Menschen zuhören. Sie wird dies kommunizieren und in Partnerschaft mit vielen anderen Beteiligten Möglichkeiten schaffen, wie einige dieser lokalen Ideen und Bedarfe später konkret umgesetzt werden können.
Und hier kommen wir ins Spiel! Gemeinsam mit TickerTXT werden wir erstens Kommunikationskanäle für Wiebke schaffen, zweiten - und das ist der eigentliche Zweck - SMS Kommunikationsmöglichkeiten für die Dorfbewohner untereinander schaffen. Wir werden Fragen über Bedarfe und Herausforderungen stellen, diese als SMS versenden und die SMS Antworten aggregieren. Diese Antworten werden natürlich für die Beteiligten einsehbar sein: am besten über mehrere Dörfer hinweg damit es Sinn macht und größer werden kann. Langfristig könnten wir uns vorstellen diese Art der Bedarfsgenerierung auf die betterplace Spendenplattform zu bringen. Das wäre wahrscheinlich der bedarfsorientierteste Ansatz in internationaler Entwicklungszusammenarbeit, den es je gegeben hat.
Ob es klappen kann hängt an unserer Fähigkeit vor Ort zu lernen was die Anreize wären mitzumachen!
Unsere ersten Schritte sind jetzt die Entwicklung geeigneter Fragen und ausserdem brauchen wir natürlich ein bisschen Geld. Das wollen wir ab sofort alle (betterplace lab, Wiebkes Projekt, TickerTXT) gemeinsam einsammeln, weil es so natürlich effizienter wird. Die weiteren Schritte können nur über "Trial and Error" in Indien passieren. Wiebke wird einzelne Leute in den Dörfern identifizieren müssen, die Interesse haben mitzumachen und das mitaufbauen wollen, sie wird die Anreize finden müssen warum jemand überhaupt mitmachen sollte und sie wird die verschiedenen Bedarfe kennenlernen, auf denen wir dann aufbauen können. Packen wirs also an.
