lab Workshop - Wie kann man Vertrauen organisieren?
Vergangenen Freitag (3.9.) richtete das betterplace lab gemeinsam mit der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance einen Workshop aus, der unserer Forschungsfrage nachging, ob und wie es möglich werden kann, Feedback zu sozialen Projekten im Internet einzuholen. Ausgehend vom gegenwärtigen betterplace Web of Trust, in dem verschiedene Nutzer (Spender, Begünstigte, Projektmanager) ihre Meinung und Einschätzungen über die Qualität der vorgestellten Projekte abgeben können, überlegen wir seit Monaten im Projekt Stakeholder Feedback, welche Kanäle vor allem für die Begünstigten dieser Projekte sinnvoll wären. Und wie Vertrauen über abgegebene Bewertungen entstehen und erzeugt werden kann. 13 interessante Praktiker, Akademiker, Denker und Überzeugungstäter (siehe S. 3-6 der Einladung) kamen nach Berlin und verbrachten einen Vormittag mit uns, der eine Menge neuer Ideen hervorbrachte.

Mittels der Methode des „World Café“ wurde über mögliche Anreizstrukturen für Begünstigte diskutiert, über die Ordnung und Interpretation der eingehenden Daten gesprochen und Ideen darüber ausgetauscht, wie sich die Bewertungen visualisieren liessen. Dabei wurde klar, dass wir in Zukunft stärker über individualisierte Präferenzmodelle nachdenken müssen, in der die Spender einstellen können, was für sie am Wichtigsten ist und daraufhin ihre eigenen Bewertungsskalen erhalten können.
In der Frage der Visualisierung kamen wir ein grosses Stück weiter und wollen nun unser entstehendes SMS Feedbacksystem so einsetzen, dass es möglich wird, in regelmäßigen Abständen und über die gesamte Projektlaufzeit eingegangenes Feedback so zu visualieren, dass die Korrelation zwischen vorheriger Erwartung an das Projekt und tatsächlichem Ergebnis klar wird.

Dieser Workshop soll nur der Anfang gewesen sein. Die Frage, wie wir Qualität und Wirkung über Vertrauensnetzwerke aus der Perspektive von Nutzern und Begünstigten generieren und abbilden können – nicht nur auf betterplace.org – wird uns und unsere Kollegen in aller Welt, die an ganz ähnlichen Fragen arbeiten, weiter beschäftigen. Wir werden diesen fruchtbaren Dialog fortsetzen und die Ergebnisse der letzten Woche im Detail dokumentieren.
