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Digitale Highlights vom DLDwomen

16.07.2012 | Author: Joana Breidenbach | 0 Kommentare

Seit drei Jahren versammelt der DLDwomen über 900 Frauen aus der ganzen Welt in München, um sich darüber austauschen, wie Frauen sich in Wirtschaft und Politik behaupten und neue Technologien für ihre Belange optimal nutzen können.

Letzte Woche war es wieder soweit und unter der Schirmherrschaft von Maria Furtwängler-Burda und dem DLD-Familienoberhaupt Steffi Czerny kam eine illustre und inhaltlich beindruckende Frauenschar im Haus der Kunst zusammen.

Umweltforscherin Jennifer Jacquet berichtete über ihre Experimente, mit denen sie versucht herauszufinden, wie Kooperation und prosoziales Handeln gefördert werden können. Verhalten wir uns eher kooperativ und tragen zum Gemeinwohl bei, wenn uns öffentliche Schmach droht, oder wenn wir die Aussicht haben, gelobt zu werden? Welche Anreize am besten funktionieren, hat sie in einer Reihe von Artikeln veröffentlicht.

Women in Tech

Im Panel Women in Tech, u.a. mit Marie Molland von FAB UK, Erinn Leahey von Buddy Media und Sarah Wood von Unruly berichteten die Gründerinnen, dass sie zwar explizit nach Risikokapital von Frauen gesucht hätten, es aber jeweils männliche VCs gewesen waren, die ihnen ihr Startkapital gegeben hätten. Frauen kamen erst hinzu als die Investments weniger riskant schienen. (Weibliche soziale Investorinnen aufgepaßt: betterplace.org ist mittlerweile auch für euch geeignet). Für uns im betterplace lab ist auch das neu gestartete Social Video Lab interessant, in dem Unruly die Erfolgsfaktoren für Online Videos erforschen will. Ein viraler Überraschungserfolg wurde später spontan auf der Konferenz gezeigt, da sich eine der Protagonistinnen zufällig unter den Teilnehmern befand: der witzige Ivy League Hustle I went to Princeton, Bitch.

Cool war der Auftritt von Keren Elazari, einer jungen israelischen Hackerin, die ihre Erfahrungen als weibliches Mitglied in der sehr männlich-dominierten Cyber-Security-Szene beschrieb und Frauen aufforderte sich von Cyberpunk-Figuren wie Lara Croft inspirieren zu lassen.

Ein (sehr analoges) und sympathisches Highlight war der Überraschungsauftritt von Alanis Morissette, die über ihr Leben und die spirituelle Dimension ihrer Arbeit sprach.

Neue Bildungshorizonte

Im Panel Education - A Wake Up Call präsentierte Gabi Zedelmayr von HP wegweisende Bildungsinistiativen, die HP fördert. Shai Reshef präsentierte die hochklassige und kostenlose The Peoples University und Kate Griggs, Sozialunternehmerin hinter Xtraordinary People, gewährte einen Einblick in ihre neue Initiative UNTAP.it. UNTAP.it ist eine Plattform für Menschen, die durch die etablierten Bildungsinstitutionen fallen und (ab Frühjahr 2013) hier eine Toolbox für Potentialentwicklung, sowie einen alternativen IQ-Test - den PQ (Potentialtest) - finden.

Unter den 50+ Beiträgen stach auch die Wissenschaftsphilosophin Nancy Ellen Abrams hervor, die nicht nur fantastische Bilder und Videos von ihrer Website The New Universe zeigte, sondern im Anschluss auch noch ein atemberaubendes Schmählied über Wissenschaftler, die sich von Wirtschaftsunternehmen kaufen lassen, hinlegte.

Networking live

Wie bei den meisten Konferenzen waren auch beim DLDwomen die informellen Gespräche in den Pausen ebenso interessant wie das offizielle Programm. Das Netzwerken wurde durch eine im Vorfeld lancierte Plattform befeuert, über die ich mich in den zwei Tagen mit einer Reihe von Teilnehmerinnen verabredete und mögliche Kooperationen besprach, von Lisa Lang (zuständig für die Campus Party, für die wir im betterplace lab einen App Workshop für Jugendliche entwickeln - Achtung - Anmeldungen nur noch bis Ende der Woche), über Anne Pascual vom Münchner IDEO Büro bis zu Therese Engström, die die SIME non-profit Konferenzen ins Leben gerufen hat (Danke an Wired UKs David Rowan fürs matchmaking).

Viele der in München versammelten Frauen sind Teil eines globalen Netzwerks, welches sich die Ermächtigung von Frauen in der ganzen Welt auf die Agenda gesetzt hat. Wie dieses Bündnis ursprünglich von Hillary Clinton gestartet wurde und sich über Unternehmen wie Nike und Bücher wie Half The Sky bis hin zum Girl Effect und Samasource vernetzt, dazu mehr in der Juli/August Titelgeschichte von Fast Company The League of Extraordinary Women.

Im Anschluss an die mit Inspirationen und Gesprächen prall gefüllte Konferenz verabschiedete ich mich aus München und ging trotz miserabler iphone Wetter-App-Prognose mit Freundinnen am Tegernsee wandern. Und, siehe da - manchmal ist auf unsere Geräte einfach kein Verlass:

Joana Breidenbach

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