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Deutsche sind Spendenmuffel

19.09.2011 | Author: Angela Ullrich | 0 Kommentare

Im internationalen Vergleich spenden die Deutschen durchschnittlich weniger als andere westeuropäische Länder und die USA. Dies zeigen die Ergebnisse einer Studie von GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) und Wall Street Journal Europe, die im Frühjahr 2011 in 14 Ländern durchgeführt wurde. Freundlicherweise wurden uns die Daten vom GfK-Verein zur Verfügung gestellt.

„Wir können uns das nicht leisten“

Lediglich die Hälfte aller befragten Deutschen engagiert sich für wohltätige Zwecke in Form von Geldspenden, Zeit- oder Sachspenden. In Westeuropa sind es immerhin 60 Prozent und in den USA sogar 75 Prozent. Auf die Frage, warum sie sich nicht engagieren, antworten mehr als 70 Prozent, dass sie es sich nicht leisten können, die restlichen 30 Prozent sind schlicht und ergreifend nicht am Spenden interessiert.

Mehrheit spendet weniger als 200 Euro im Jahr

Etwa drei Viertel der deutschen Personen, die sich regelmäßig engagieren, spenden weniger als 200 Euro im Jahr. Auch in den anderen westeuropäischen Ländern spendet die Mehrheit der Befragten (68 Prozent) jährlich nur bis zu 200 Euro, in Frankreich trifft dies sogar auf 80 Prozent zu. In den USA wird im Durchschnitt mehr gespendet:  nur etwa ein Drittel der Befragten spenden regelmäßig weniger als 200 Euro im Jahr.

Deutsche spenden vergleichsweise oft an wechselnde Organisationen

Im Rahmen der Umfrage stellen sich die Deutschen als wahre „Wechselspender“ dar. Jeder vierte Befragte gab an, jedes Jahr andere Organisationen zu unterstützen. Das ist mehr als der westeuropäische Durchschnitt (21 Prozent) und auch deutlich mehr als in den USA (14 Prozent).

Katastrophenhilfe und religiöse Organisationen erhalten mehr Spenden als in anderen Ländern

Kinderhilfe, Armutsbekämpfung, Katastrophenhilfe und religiöse Einrichtungen wurden von den deutschen Befragten mit den meisten Spenden bedacht. Auffällig ist, dass im Vergleich zu den anderen westeuropäischen Ländern die Katastrophenhilfe und die Zuwendungen an religiöse Organisationen deutlich stärker ausfallen. Vergleichsweise weniger Spenden gehen an Projekte zur Armutsbekämpfung und in die Gesundheitsforschung.

Präferenzen durch online-Spenden erfüllt

Glaubt man der Befragung, könnte sich der hier als typisch ermittelte deutsche Spender perfekt über das Internet engagieren. Seinen Präferenzen für kleine Beträge, wechselnde Organisationen und schnelle Hilfe bei Katastrophen würde so bestens entsprochen.

Angela Ullrich

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