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Wie Big Data in Tansania Kleinunternehmern hilft

28.07.2014 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

Dieser Blogpost erscheint auch bei den Impatient Optimists.

Wer kein Konto hat, ist meist auch arm: 75 Prozent der Menschen, die unter der Armutsgrenze* leben, haben keinen Zugang zu finanziellen Dienstleistungen. Kleine Anschaffungen wie ein  Hahn für den Aufbau einer Hühnerzucht oder Bauholz für den Ausbau eines Kiosk, sind für sie ohne Kredit nicht möglich. Hier helfen Mikrokredite Kleinunternehmern in der ganzen Welt, ihre Existenz zu sichern. Dafür braucht das Kreditinstitut allerdings Sicherheiten, die ohne Kontodaten nur schwer beizubringen sind. Ein Social Business in Tansania will diesen Prozess vereinfachen.

"Wir wollen Mikrokredite besser und schneller machen", sagt Athu Karume von First Access. Er ist Leiter des Büros in Dar Es Salaam. "In informellen Märkten wie hier in Tansania, sind Mikrokredite teuer", so Karume. "Die Kreditinspektoren müssen oft weit reisen und lange Evaluierungsbögen ausfüllen, um die Kreditwürdigkeit eines Bauern oder Kioskbesitzers irgendwo auf dem Land einzuschätzen". Meist gibt es keine buchhalterischen Unterlagen zum Geschäft oder der Anbaufläche – die Evaluierungen des Inspektors beruhen auf Augenschein. Wegen dieser Bürokratie dauert es einige Wochen bis ein Kredit genehmigt ist. Für Menschen in Existenznot kann das schon zu lange sein.

Damit die Kredit-Evaluierung in Zukunft schneller und verlässlicher ist, nutzt First Access das Prinzip Big Data. Die potenzielle Kreditnehmerin muss zunächst per SMS die Einsicht in ihre Daten genehmigen. Anhand von Handyrechnungen und 85 anderen Variablen (zum Beispiel Anzahl der Anrufe) prüft dann ein Algorithmus, wie Keditwürdig der Bewerber ist. Mit dem First-Access-Algorithmus lässt sich berechnen, wie viel Geld dem potenziellen Kreditnehmer gestattet werden sollte. Auch für die Auszahlung braucht die potentielle Kundin kein Konto: Per mobile Payment Dienst mPesa kann das Geld einfach aufs Handy überwiesen werden. Bei meinem Besuch in Tansania war der Service noch in der Pilotphase. Nun kündigten vor wenigen Tagen Vodacom und First Access den Start des Programms an!

*) Unter 2 US-Dollar am Tag

Kathleen Ziemann

Weblieblinge

20.07.2014 | Author: Thomas Rößl | 0  Kommentare

Und es gibt sie noch. Die Weblieblinge. Nachdem wir letztes mal leider nicht dazu gekommen sind, diesmal mit ca. 19% extra.


  • Video: Wenn Vinnie Jones dir was erzählt, dann hörst du gefälligst zu!
Thomas Rößl

IQ? YouQ? WeQ! Am 10./11. September findet der Vision Summit statt – das lab ist dabei

17.07.2014 | Author: Moritz Eckert | 0  Kommentare

Befehl, Gehorsam und Top-Down-Prozesse – das war prägend fürs 20. Jahrhundert. Das 21. Jahrhundert kann anders werden: mehr Netzwerk-Prozesse, mehr Zusammenarbeit und mehr wir-statt-ich-bezogene Ziele. Ein Jahrhundert der Kollaboration! Anders kommen wir mit den großen (und kleinen) Problemen der Welt ja auch nicht wirklich weiter.

Peter Spiegel, Initiator vom Vision Summit, hat dafür das Schlagwort „WeQ“ gefunden. Unter diesem Motto steht der diesjährige Vison Summit, eine der wichtigsten Konferenzen zum Thema Soziale Innovationen. „WeQ meint vor allem zwei Dinge: Orientierung auf die Stärkung, das Empowerment jedes Menschen und des Gemeinwohls – und Orientierung auf partizipative Prozesse, bei denen sich alle einbringen können.“, so Peter Spiegel. Im Rahmen des Vision Summits soll sogar ein – natürlich gemeinsames – „WeQ“-Manifest entstehen.

Bei Sozialen Innovationen und kollaborativem Arbeiten darf das lab natürlich nicht fehlen. Wir sind Partner des Vision Summits 2014. Joana wird am 11. September um 12:30 Uhr auf der Hauptbühne über das „lab around the world“ berichten, über die interessantesten digital-sozialen Cases, die wir gefunden haben, und verschiedene Erfolgsfaktoren. Das komplette Programm als PDF findet Ihr hier. Außerdem möchten wir den Teilnehmern über kommende Trends von der Schnittstelle digital-sozial berichten – mit unserem brandneuen betterplace lab Trendreport. Denn eins ist klar: Digitale Technologien sind für „WeQ“ nicht nur vielfach Grundvorrausetzung, sondern auch das größte Potential für seine Zukunft.

Seid Ihr auch dabei beim Vision Summit im Allianz Forum am Pariser Platz? Die Veranstaltung beginnt am 10. September mit verschiedenen Workshops und Diskussionsrunden, u. a. mit dem Gehirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther und dem Zukunftsforscher Prof. Dr. Harald Welzer. Am 11. September gibt es u. a. eine Keynote von Tanja Gönner, Vorstand der GIZ und Panels mit Dr. Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

We see Q - äääh you!

Moritz Eckert

betterplace lab meets Stanfords Digital Civil Society Lab

14.07.2014 | Author: Joana Breidenbach | 0  Kommentare

Wie werden Internet und Mobiltelefonie weltweit für das Gemeinwohl genutzt? Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede sehen wir im Bereich digital-sozialer Innovationen in so unterschiedlichen Ländern wie Bolivien und Indonesien? Welche Bevölkerungsgruppen sind am innovativsten und wie finanzieren sich digital-soziale Innovationen? Und wie regulieren wir die gigantische neue Menge digitaler Daten? Diese und ähnliche Fragen standen im Zentrum unserer Arbeitsklausur in der ersten Juliwoche in Frankreich.

Teamfoto: ohne Medje, dafür mit Nachwuchstalent.



Unsere Arbeitsklausuren in Südfrankreich - eine im Winter, eine im Sommer - sind ein fester Bestandteil im betterplace lab Jahresrhythmus. Dieses Jahr war die Klausur besonders spannend, denn die wohl bedeutendste amerikanische digital-soziale Forscherin Lucy Bernholz, vom Stanford Digital Civil Society Lab, war mit von der Partie.

Schon seit den Anfängen von betterplace.org bin ich ein großer Fan von Lucy und verfolge ihren Blog Philanthropy 2173. Im Frühjahr dieses Jahres hatten wir dann erstmalig die Chance, uns persönlich in San Francisco kennenzulernen. Und Lucy war so cool, auf meine spontane Einladung nach Südfrankreich ebenso spontan einzugehen. Eine Woche teilten wir unsere Erfahrungen vom Lab Around The World – und Lucys scharfe analytische Linse half uns Strukturen in das Dickicht unserer verwirrend vielfältigen Befunde zu bringen.

Ein erstes Arbeitsergebnis der neuen Partnerschaft wird der Blueprint 2015 sein, Lucy Bernholz jährliche Philanthropie-Vorschau. Darüber hinaus werden wir für das Lab Around The World 2015 (ja, wir ziehen wieder los!) kooperieren und gemeinsam daran arbeiten, dass die digital-soziale Forschung (bzw. in Lucys Bezeichnung, die Erforschung der digitalen Zivilgesellschaft), keine westliche Nabelschau, sondern eine wirklich globale Angelegenheit wird.

Hier findet ihr ein Interview von Ben mit Lucy, gedreht unterm Maulbeerbaum, dem Ort vieler produktiver Arbeitssessions.

Joana Breidenbach

Kollektives Gedächtnis Online: „Wir wollen genau wissen, was passiert ist.“

10.07.2014 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

Als Sasha Kinney die ersten Nachrichten über ein Attentat in der Westgate Shopping-Mall bekam, saß sie gerade mit ihrem Laptop in einem Café und arbeitete. „Ich habe mich zuerst nicht um die Nachrichten geschert. Westgate war weit weg, und eigentlich geht keiner von meinen Freunden in Edel-Shopping-Malls.“ Doch immer mehr SMS und WhatsApp-Messages kamen auf ihrem Handy an, „die Flut an Nachrichten wurde immer größer, ich wusste, da passiert gerade wirklich etwas Schlimmes.“

Als jeder versuchte von Westgate weg zu kommen, gingen wir hin

Sasha ist Aktivistin und Politikwissenschaftlerin, hat in Harvard und am MIT studiert und lebt seit drei Jahren in Nairobi. Dort arbeitet die 31-jährige US-Amerikanerin mit dem Künstler-Kollektiv Pawa254. Pawa ist das Swahili-Wort für Power. 254 ist der Ländercode für Kenia. In dem bunt besprayten Coworking-Space im Süden Nairobis arbeiten Musiker, Graffiti-Künstler, Fotografen und Journalisten am sozialen Wandel für eine bessere, gerechtere Welt. „Als jeder versuchte, von Westgate weg zu kommen, gingen wir hin“, erzählt Sasha. Sie verabredete sich mit Freunden und eilte zu dem Einkaufszentrum. Mit dabei ihr Kollege Boniface Mwangi, ein ausgezeichneter Kenianischer Foto-Aktivist und Magnum Photography Fellow sowie ein befreundeter Kameramann.

Als die Gruppe der Freunde am Abend nach Hause ging, war ihnen klar, dass sie diese Bilder nicht los werden würden

„Wir waren also dort, und es war das totale Chaos“, erzählt Sasha. „Wir gingen immer wieder rein in die Mall, filmten und fotografierten, was wir dort sahen.“ In den Gängen lagen Leichen und Angeschossene.

Überlebende versteckten sich unter Treppen, hinter Säulen und Regalen. Immer wieder konnten einige von ihnen nach draußen fliehen. Vor dem Einkaufszentrum wurde die Menschenmenge immer größer. Viele waren auch gekommen, um ihre Angehörigen zu finden, um zu erfahren was geschehen war. Verletzte wurden direkt auf dem Parkplatz behandelt, sie weinen und schreien im Schock. „Einem Mann, Angestellter im Nakumatt-Supermakt, war das Auge herausgeschossen worden. Er stand aufrecht da, als sei mit ihm alles in Ordnung. Wenig später ist er gestorben“, berichtet Sasha. Als die Gruppe der Freunde am Abend nach Hause ging, war ihnen klar, dass sie diese Bilder nicht los werden würden. „Wir alle, die an diesem Tag dort waren, wollten genau wissen, was eigentlich passiert ist“, so Sasha.

Shasha Kinney: Mitinitiatorin von Westgate Story

Ein virtuelles, kollektives Gedächtnis

Am Sonntag Abend, ein Tag nachdem der Überfall von Al-Shabaab auf das Einkaufszentrum begonnen hatte, trafen sich diejenigen, die am Vortag vor Ort gewesen waren und tauschten sich über ihre Erlebnisse aus. Darunter auch der Programmierer und Pawa254-Aktivist Ahmed Maawy. „Als wir sprachen und uns gemeinsam die Fernsehberichte ansahen, die Tweets der Polizei lasen, stellten wir fest, dass es Lücken und Ungereimtheiten in der offiziellen Berichterstattung gab,“ so Sasha. Ahmet und Sasha taten sich zusammen. Sie programmierten eine virtuelle Plattform, auf der Augenzeugen ihre Erlebnisse teilen können. „Wir wussten von den unzähligen Fotos, SMS-Daten und Handy-Videos, die währen des Attentats gemacht wurden. Diese wollten wir online sammeln“, sagt Sasha. Mit der Summe dieser Dokumente will die Aktivistengruppe die Ereignisse des Attentats abbilden und eine kollektive Timeline der Ereignisse darstellen. Sie nennen sie Westgate Story https://secure.westgatestory.com.

„Tag und Nacht haben wir an unserer Plattform gearbeitet und uns mit internationalen Datensicherheits-Experten ausgetauscht“, sagt Sasha. „Denn uns war klar, dass wir unsere Informanten schützen müssen.“ Das Unterfangen war schwieriger als gedacht: Zunächst verwendete die Gruppe eine Software, die auch nach dem Attentat auf den Bostoner Marathon im Einsatz war und Augenzeugenberichte zu einer Timeline verdichtete. Aber es wurde schnell deutlich, dass sie nicht den Sicherheitsanforderungen der Gruppe entspricht. Die Lösung ist schließlich die Whistleblowing-Software GlobaLeaks. Aber: „Uns lief die Zeit davon. Wir wussten, dass viele Augenzeugen ihre Nachrichten, Fotos und Videos nicht behalten würden, weil sie nicht an die schrecklichen Ereignisse erinnert werden wollten“, so Sasha.

Mit Hilfe der Italienischen Programmierer von GlobaLeaks schafften es Sasha und Ahmet die Plattform innerhalb von eineinhalb Wochen fertig zu stellen. Dann kommt der nächste Rückschlag: Sie finden auf die Schnelle keinen sicheren Server für ihre Daten. Und: Die GlobaLeaks Software stellt sich als besonders schwer zu benutzen heraus. „Wir waren naiv und haben gedacht, dass wir schnell etwas Brauchbares schaffen können. Letzen Endes hat es aber drei Wochen gedauert, bis die Plattform online war. Das war natürlich viel zu lang“, sagt Sasha. Nur Wenige konnten ihre Erlebnisse bislang online dokumentieren. Sasha: „Wenn man hier die Dinge nicht sofort dokumentiert, gehen sie verloren. Dann ist es so, als wäre es gar nicht geschehen“.

Kathleen Ziemann

PEP sucht neue Stipendiaten

26.06.2014 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

Machst Du ein soziales Projekt? Bist Du jünger als ich (genauer: nicht älter als 27 Jahre)? Wärst Du gern Vollzeit-Sozialunternehmer? Dann ist vielleicht das PEP-Stipendium was für Dich!

Mit PEP will Ashoka junge Menschen mit Stipendien, Projektförderung und Weiterbildungen in ihrem Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel unterstützen und neue Perspektiven für ihr Wirken schaffen. SAP ermöglicht den Start des Programms in Deutschland und bringt sich darüber hinaus mit seinem Produkt-Know-How und dem persönlichen Engagement seiner Mitarbeiter aktiv in seine Gestaltung ein.

Das einjährige PEP Stipendium umfasst:

  • eine finanzielle Unterstützung zur Deckung der Lebenshaltungskosten (max. 1.200 Euro/Monat),
  • ein begleitendes Coaching durch Ashoka,
  • einen Mentor mit langjähriger Wirtschaftserfahrung,
  • die Möglichkeit, an Weiterbildungen und Peer-Veranstaltungen teilzunehmen.
  • Zugang zu Ashokas nationalem und internationalem Netzwerk.

Auf die Vollzeitstipendien können sich Engagierte bewerben, um sich ein Jahr komplett der Professionalisierung ihres Projekts zu widmen. Klingt doch gut!

Interessiert?

Der Bewerbungsschluss ist der 5. Juli 2014 mit Stipendienstart ab September, Oktober oder November 2014. Die komplette Ausschreibung als pdf findest Du hier, bewerben kannst Du Dich bis zum 5. Juli 2014.

Kathleen Ziemann

Zauberwort Direkt-Feedback – Ein kleiner Überblick aktueller Entwicklungen

26.06.2014 | Author: Jella Fink | 0  Kommentare

Mit unserem Projekt Direkt-Feedback haben wir schon vor einiger Zeit gezeigt, wie Begünstigte ihre Meinung zu Projekten in Echtzeit mitteilen können und wie das die Arbeit des Sozialen Sektors verbessern kann. Jella fasst nun aktuelle Direkt-Feedback-Projekte – vor allem aus dem Stiftungssektor – zusammen.

Feedback, bereits während eines Projektes, kann für alle Akteure von großer Hilfe sein – gerade für kleinere Stiftungen bieten sich hier Chancen, in einen Dialog mit den Begünstigten einzusteigen und so ihre Arbeit zu verbessern ohne dazu viele Ressourcen zu benötigen. Immer mehr Stiftungen entdecken nun das Thema Direkt-Feedback für sich. Dabei ist die Umsetzung allerdings noch recht zögerlich.

Wie deutsche Stiftungen Feedback sammeln

„Die Stiftung“ (3/2014) verweist in einem aktuellen Artikel auf die Studienstiftung des Deutschen Volkes, die nun beispielsweise geförderte Studenten als Interessenvertreter an ihren Gremiensitzungen teilnehmen lässt. Auch die Herbert Quandt-Stiftung will Begünstigte aktiv in ihre Arbeit integrieren. Dazu greift sie auf strukturierte Erhebungen mit Fragebögen zurück und sucht den Dialog mit allen Beteiligten in einer Lernwerkstatt. Klingt gut. Was aber oft vergessen wird: Mit Veranstaltungen und Erhebungen ist es nicht getan. Diese Maßnahmen erfordern auch finanzielle und zeitliche Ressourcen. Zum Beispiel muss das Feedback durch Mitarbeiter verarbeitet und umgesetzt werden. Gerade an dieser Stelle könnte Feedback in digitaler Form hilfreich sein. Damit tun sich die Stiftungen aber noch schwer. Wenn sie so etwas wie einen digitalen Dialog ermöglichen, dann vor allem per Social Media Kommunikation. Ein Beispiel ist die Facebook-Seite der Bertelsmann-Stiftung. Die Kommentare werden aber derzeit nicht systematisch ausgewertet. Was es noch nicht gibt: Digitale Feedbacksysteme, wie sie z.B. auf unserer Spendenplattform betterplace.org integriert sind – hier können die Spender ihre Erfahrungen mit Projekten und mit der Plattform teilen.

Die Einführung von Feedback Loops

Direkt-Feedback ist nicht nur ein Trend für Stiftungen und NGOs – auch Regierungen können vom Meinungsaustausch profitieren. Genau das wollen die Feedback Labs etablieren. Sie wollen das Direkt-Feedback-Konzept für NGOs und Regierungen nutzbar machen und so die Zusammenarbeit und den Informationsfluss für alle Seiten verbessern. Daher sprechen sie auch von Feedback Loops, die zwischen allen Beteiligten bestehen sollten.  Ziel ist es, mit Hilfe der Meinungsäußerung der Bürger philanthropische und staatliche Fördermittel sinnvoll einzusetzen. Dabei beziehen sich die Feedback Labs vor allem auf die Entwicklungszusammenarbeit und haben ein Pilotprojekt in Daressalam gestartet. Die Verknüpfung der unterschiedlichen Akteure verläuft hier über das Finanzministerium und die NGO Development Gateway, die auf der von ihnen geschaffenen Aid Management Platform (AMP) Informationen zur Entwicklungshilfe von über 50 Organisationen sammeln. Diese Partner wurden im Prozess miteinbezogen und leiten Zahlen zu Finanzen an die AMP weiter, damit die tansanische Regierung eine gute Basis für allgemeine und finanzielle Entscheidungen hat. Langfristig sollen so permanente Feedback Loops entstehen, die der Regierung die Bedürfnisse der Bürger zutragen.

Jella Fink

Erster Social Impact Bond in Deutschland: „Eleven Augsburg“ geht neuen Weg der Finanzierung

25.06.2014 | Author: Angela Ullrich | 0  Kommentare

Mit Eleven Augsburg gibt es nun den ersten Social Impact Bond in Deutschland. Aber was ist das eigentlich?

Der Name verwirrt. Bei einem Social Impact Bond handelt sich nicht um ein festverzinsliches, gar vom Staat emittiertes Wertpapier mit gesicherter Rendite – was die Bezeichnung "Bond" eigentlich vermuten lässt. Im Gegenteil – aus Investorensicht ist ein Social Impact Bond eigentlich ein hoch riskantes Anlageobjekt, denn im schlimmsten Fall verliert er oder sie das gesamte investierte Kapital. Aber da ist ja noch der soziale Gedanke!

Denn, mal allgemein formuliert: Ein Social Impact Bond finanziert Projekte im sozialen Sektor – mit Hilfe von privaten Investoren. Dafür wird ein Vertrag zwischen dem Staat, den Investoren und den Sozialunternehmen geschlossen. Abgewickelt wird das durch den „Ermöglicher“ oder Intermediär, bei dem alle Fäden zusammen laufen. Das Konzept der Social Impact Bonds sieht vor, dass die geförderten Unternehmen mit dem Kapital der Investoren eine messbare soziale Aufgabe erfüllen. Sind die so finanzierten Sozialunternehmen erfolgreich, erhält der Investor von der (ja eigentlich finanziell zuständigen) öffentlichen Hand sein Anfangskapital plus einer vereinbarten Rendite zurück.

Eleven Augsburg – das deutsche Pilotprojekt

Seit September 2013 läuft die Zeit für vier Nonprofit Unternehmen und vier gemeinnützige Investoren. Bis Ende 2015 müssen sie es schaffen, mindestens 20 Jugendliche aus der Region Augsburg, die seit mehr als zwei Jahren arbeitslos sind in „Lohn und Brot“ zu bringen. Dabei soll diesen jungen Menschen nicht nur ein Arbeits- oder Ausbildungsplatz vermittelt werden, sondern sie müssen bis zum Ende der Bond-Laufzeit mindestens neun Monate lang darin verblieben sein. Gelingt das Projekt, so bekommen die Investoren ihren sechsstelligen investierten Geldbetrag zuzüglich eines Aufschlags von drei Prozent vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration zurück. Gelingt es nicht, so ist das Sozialkapital aus Investorensicht verloren. Eine unabhängige Anwaltssozietät wird am Ende der Laufzeit das Ergebnis evaluieren und über „Hop oder Top“ entscheiden. Ermöglicht wird das gesamte Unterfangen durch die von der Benckiser Stiftung gegründete Juvat gGmbH.

Umsetzung fordert bestehende Strukturen heraus

Im Vorfeld musste erst einmal einiges an Pionierarbeit bei den öffentlichen Entscheidungsträgern geleistet werden. Projektleiter Niklas Ruf von der Juvat gGmbH berichtet, dass die Idee an sich dort durchaus überzeugen konnte. Doch die Umsetzung in den bestehenden bürokratischen Strukturen war dann doch eine Herausforderung. Geholfen hat, dass im Vergleich zu angelsächsischen Social Impact Bonds die Laufzeit mit rund zwei Jahren recht kurz und das Volumen eher gering ist. So wird der erhoffte Erfolg schneller sichtbar und das zu zahlende Budget hält sich erst einmal in behördlich vertretbaren Grenzen.

Und was springt für die Zivilgesellschaft dabei heraus?

Gespannt warten wir nun auf das Ergebnis und hoffen auf möglichst viel Social Impact. Wenn das gesetzte Ziel erreicht wird, könnte der Pilot als Erfolgsbeispiel dienen und weitere Social Impact Bonds nach sich ziehen. Davon würden dann nicht nur die gemeinnützigen Investoren profitieren, da sie auf diesem Weg eine Rendite erhalten, die erneut für die soziale Mission eingesetzt werden kann. Auch die staatlichen Stellen, die auf diesem Weg Risiken und Ausgaben einsparen, und die Sozialunternehmen, die sich dank der Finanzierung auf ihre Arbeit konzentrieren können, würden profitieren. Und vergessen wir nicht die Begünstigten: Selbst wenn das vorgegebene Impact-Ziel nur teilweise erreicht wird, also im Falle von „Eleven Augsburg“ nun weniger als zwanzig Jugendliche in den Arbeitsmarkt integriert werden, hat sich schon ein Gewinn ergeben.

Innovativer Ansatz, aber kein Allheilmittel

Social Impact Bonds – so zeigen es die Erfolgsbeispiele aus USA und Großbritannien – sind ein geeignetes innovatives Finanzkonzept für soziales "Wagniskapital". Am Ende kann aus diesem Konstrukt eine win-win Situation für alle Beteiligten entstehen. Allerdings sind sie auch kein Allheilmittel für die bislang noch sehr begrenzten Finanzierungsmöglichkeiten, mit denen Sozialunternehmen in Deutschland konfrontiert sind. Die Einschränkung liegt ganz klar beim Primat der sehr konkreten Messbarkeit des vereinbarten sozialen Ziels. Diese ist natürlich längst nicht überall möglich, z.B. dort nicht, wo soziale Gewinne eher indirekt entstehen. Zudem können Social Impact Bonds in der bislang bekannten Form auch nur dort konstruiert werden, wo eine klare Einsparungsmöglichkeit für staatliche Kassen besteht.

Angela Ullrich

Online-Helden sind gestartet!

24.06.2014 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

Du engagierst Dich in einer NGO und willst online mehr rausholen? Dann werde Online-Held!

betterplace.org, SAP und Stifter-Helfen.de zeigen Dir, wie Du das Internet am besten für Deinen guten Zweck nutzt.

Das Online-Helden-Programm qualifiziert Dich in drei Schritten zu einem echten Helden im Digitalen. Keine Angst, Du musst dafür nicht schon ein Online-Profi sein. Auch Spiderman oder Catwoman haben mal klein angefangen. So funktiniert das Online-Helden-Programm:

1) In Online-Schulungen gibt's die ersten Einführungen in Online-Fundraising, Social Media und Digital Storytelling.

Hier schon mal eine Kostprobe von Björn zu Online-Fundraising:

2) Auf unserem Online-Helden-Campus beraten wir Dich zu diesen drei Themen und machen Dich fit für den anschließenden Wettbewerb.

3) Du kannst einen Online-Helden-Award gewinnen!

Du kannst noch bis zum 1. August Deine heldenhafte Anmeldung bei uns einreichen! -> Hier geht's lang.

Kathleen Ziemann

Wir waren in der ZEIT

19.06.2014 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

Vom lab around the world haben wir viele Geschichten mitgebracht. Einige der schönsten haben es unter dem schmissigen Serientitel "Die Welt verbessern mit IT" in die ZEIT Online geschafft. Hier die tollen Teaser, die Euch hoffentlich zum Weiterlesen einladen:

Suchbild: Joana beim Geschichtensammeln in China. Findest Du sie?
Kathleen Ziemann
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