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NGO-Meter Ergebnisse 2014: Paypal und Kreditkarte werden wichtiger

20.04.2015 | Author: Angela Ullrich | 0  Kommentare

Neue Zahlen zum NGO-Meter 2014 sind raus! Zweimal im Jahr erheben wir Daten rund um Online-Fundraising, die uns gemeinnützige Organisationen zur Verfügung stellen. Besonders hervorzuheben: Zahlungen per Paypal und Kreditkarte werden wichtiger.

Im diesjährigen NGO-Meter haben 13 Organisationen die Vergleichsmöglichkeit, sich im Hinblick auf Onlinespendenaktivität und Leistung im Online-Fundraising zu messen, genutzt. Auf slideshare und weiter unten findet ihr die Ergebnisse für das Jahr 2014 grafisch aufbereitet.

Online wird zwar mehr, aber seltener gespendet

Insgesamt haben sich die Kennzahlen zum Online-Spenden überwiegend positiv entwickelt: Die Online-Einzelspende liegt mit 115 Euro weiterhin deutlich über der aktuellen, durch die GfK ermittelten Offline-Durchschnittsspende von 36 Euro. Die Online-Dauerspende beträgt im Schnitt 40 Euro.

Zwar können rund ein Sechstel der befragten Organisationen 20-35 Prozent ihrer Spende bereits online sammeln. Allerdings liegt der Anteil der Online-Spenden mit sechs Prozent deutlich unter den Vorjahreswerten (Vgl. 2013: 14 Prozent). Der Anteil der Online-Dauerspender im Verhältnis zu allen Online-Spendern betrug 23 Prozent.

Die gute alte Lastschrift wird langsam eingeholt

Der meistgenutzte Zahlungsweg beim Online-Spenden ist mit durchschnittlich 70 Prozent weiterhin die Lastschrift (2013: 74 Prozent), gefolgt von Paypal (15 Prozent) und der Kreditkarte (zehn Prozent). Sowohl Paypal (2013: 15 Prozent) als auch Kreditkarten (2013: vier Prozent) haben damit im Vergleich zum Vorjahr stark an Bedeutung gewonnen.

Newsletter lohnen sich

Die Klickraten der E-Mailings haben sich weiter erhöht. Vor allem bei den großen Organisationen stiegen die Besuchszahlen nach dem Versand von Newslettern an. Der Internetauftritt der kleineren NGOs überzeugte im Gegenzug mit geringeren Absprungraten. Pro Besuch werden im Schnitt 2 bis 3 Seiten aufgerufen, die Besuchszeit selbst liegt zwischen 90 und 180 Sekunden.

An der Gesamtauswertung für das NGO-Meter 2014 haben folgende 13 Organisationen teilgenommen: action medeor e.V. , Aktion Deutschland Hilft e.V. , CARE Deutschland-Luxemburg e.V., Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V., Help e.V., Kinder von nebenan e.V., Masifunde Bildungsförderung e.V., Save the Children, ShelterBox Germany, Stiftung Deutsche Sporthilfe,  Menschen für Menschen, Deutsche Welthungerhilfe e.V., WWF Deutschland.

In dieser Präsentation haben wir die wichtigsten Ergebnisse für Dich zusammengefasst:

Auf der Website des NGO-Meters findest Du alle wichtigen Informationen und Präsentationen seit Beginn des Projekts in 2011.

Angela Ullrich

Spendenmarkt 2014: Unsere Analyse zu Spenden in Deutschland. Mit den aktuellsten Zahlen.

23.03.2015 | Author: Angela Ullrich | 0  Kommentare

Für alle, die sich nicht allein durch den Dschungel der eklektischen Evidenz deutscher Spendenmarktdaten hindurch kämpfen wollen, haben wir unsere frisch aktualisierten Analysen und Zahlen zu den deutschen Geldspenden auf slideshare eingestellt. Die wichtigsten Entwicklungen stellen wir hier kurz vor:

Das Spendenjahr 2014 ist rekordverdächtig. So zeigt es die aktuelle „Bilanz des Helfens“ vom deutschen Spendenrat, und so steht es auch in der DZI-Pressemitteilung zur Spendenbilanz 2014. Laut DZI-Hochrechnung sind die privaten Geldspenden im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 6,4 Mrd. Euro gestiegen. Gemäß der vom Spendenrat veröffentlichten GfK-Daten wuchs das gesamte Spendenaufkommen sogar um 5,4 Prozent. Allerdings errechnet die GfK mit knapp 5 Mrd. Euro ein deutlich geringeres Volumen für den Spendenmarkt.

Spendenmarktvolumen von uns auf 8,7 Mrd. Euro geschätzt

Die große Diskrepanz bei den Schätzungen des Spendenmarktvolumens hat uns dazu motiviert, eine eigene, konservative Prognose mit Hilfe der Daten aus der Einkommensteuerstatistik zu errechnen. Diese Daten sind immer nur mit 4-5 Jahren Nachlauf verfügbar und vor kurzem für das Jahr 2010 erschienen. Um eine Idee über die tatsächliche Größe der Geldspenden zu bekommen, haben wir die durchschnittliche Wachstumsrate im Zeitraum 2001 bis 2010 auf das Marktvolumen von 2010 extrapoliert. Daraus ergibt sich für das Jahr 2014 ein – grob geschätztes – Geldspendenaufkommen von 8,7 Mrd. Euro.

Weniger Menschen spenden höhere Beträge

Ein Trend, der schon in den letzten Jahren zu beobachten war, setzt sich fort: Die Anzahl der Spender ist leicht zurück gegangen auf 22,4 Mio. (von 23,2 Mio. in 2013). Das entspricht einer Spendenbeteiligung von 33 Prozent – also, jeder Dritte, der älter als 10 Jahre ist, spendet zumindest einmal im Jahr einen Geldbetrag. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Anzahl der getätigten Spenden pro Jahr mit 6,2 unverändert geblieben. Die Zunahme der Geldspenden ist somit in erster Linie darauf zurück zu führen, dass die durchschnittliche Spendenhöhe weiter angestiegen ist, auf nunmehr 36 Euro (zuvor 33 Euro).

Jüngere Menschen spenden häufiger und mehr als zuvor

Die wichtigsten Spender sind nach wie vor die älteren Menschen. Rund 54 Prozent der Geldspenden werden von Personen getätigt, die über 60 Jahre alt sind, allein 37 Prozent von den über 70jährigen. Allerdings haben die 40-59jährigen im vergangenen Jahr stark aufgeholt und stemmen mit einem Anteil von 36 Prozent nun einen fast ebenso großen Betrag der Spenden. Dabei haben sie laut GfK vor allem für die Bereiche „Krankheit und Behinderung“ gespendet. Interessant ist, dass  - entgegen dem Gesamttrend - die Spenderanzahl bei den unter 40jährigen leicht gestiegen ist.

Spenden gehen immer mehr an kleine, lokale Organisationen

Auch dieser Trend setzt sich fort: Der Anteil der ganz großen Nonprofit-Organisationen am gesamten Spendenaufkommen geht immer weiter zurück zugunsten von kleineren Organisationen.

Mittlerweile fließen fast 50 Prozent der Spendengelder an kleinere Organisationen, während nur noch gut ein Drittel an die 20 ganz Großen geht. Das sah vor acht Jahren noch ganz anders aus. Vor allem die jüngeren Spender bevorzugen kleine, zumeist lokal arbeitende Organisationen. 72 Prozent der Spenden von Personen unter 39 Jahren fließen an diese Nonprofits, nur knapp 20 Prozent an die Top 20.

Dauerspenden und der Aufruf von Freunden motivieren am meisten

Mehr als ein Drittel aller Geldspenden kommen durch Mitgliedschaften oder Dauerspenden zusammen, vor fünf Jahren waren das erst 20 Prozent. Immer wichtiger werden auch die Spendenaufrufe durch Freunde. Mittlerweile werden so rund 9 Prozent der Geldspenden initiiert. Dies gilt vor allem für die Spendenzwecke „Krankheit und Behinderung“. Jüngere Personen (bis 39 Jahre) kommunizieren verstärkt auch in sozialen Netzwerken über ihre Spenden. Etwa jeder Vierte von ihnen hat dort über Spenden gelesen oder gepostet und knapp 4 Prozent haben darauf hin tatsächlich gespendet. Die Bedeutung der traditionellen Werbebriefe ist hingegen weiter gesunken.

Unsere Übersichten zum Deutschen Spendenmarkt findest Du auf unserer Projektseite Spendenmarkt.

Angela Ullrich

Zivilgesellschaft in Zahlen: Spenden sind wichtiger als öffentliche Zuwendungen

11.03.2015 | Author: Angela Ullrich | 0  Kommentare

„Der Dritte Sektor hängt weder am Tropf des Staates noch ist er marktfern aufgestellt“. Zu diesem Fazit kommt eine von der Körber Stiftung veröffentlichte Sonderauswertung der Daten aus der Zivilgesellschaft in Zahlen Studie (ZiviZ). Die Auswertung wirft ein ganz neues Licht auf die Bedeutung verschiedener Finanzierungsquellen für die 600.000 Nonprofit-Organisationen in Deutschland: Spenden wurden bislang unterschätzt, öffentliche Gelder und selbsterwirtschaftete Mittel hingegen als zu wichtig erachtet.

Neue Daten ermöglichen differenziertere Sicht auf Finanzierungsquellen

Wer sich bislang über die Einkommensquellen der deutschen Nonprofit-Organisationen informieren wollte, musste zumeist auf mehr als 20 Jahre alte Daten aus dem berühmten „John Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project“  zurück greifen. Mit der Initiative „Zivilgesellschaft in Zahlen“ (http://www.ziviz.info ) findet nun – endlich – eine Neuvermessung unserer Zivilgesellschaft statt. Die wichtigsten Ergebnisse werden in Berichten und Surveys veröffentlicht. Und wenn sich ein zahlender Auftraggeber für eine Sonderauswertung findet, wie z.B. hier die Körber Stiftung, können aus dem vorhandenen Zahlenpool noch differenziertere Erkenntnisse über den insgesamt wenig statistisch erfassten Sektor gewonnen werden. Toll, dass diese Ergebnisse dann auch mit der Öffentlichkeit geteilt werden!

Spenden sind für viele Nonprofits wichtiger als öffentliche Gelder

Bis vor kurzem galt – dem Ergebnis des John Hopkins Projekt folgend –, dass die Einnahmen deutscher Nonprofit-Organisationen mehrheitlich (zu 64 Prozent) aus staatlichen Kassen fließen und nur rund 3 Prozent Spenden sind. Die Ende 2013 erschienen ZiviZ-Studie zeigt jedoch, dass insgesamt wesentlich mehr, nämlich 20 Prozent, der Finanzierung aus Spenden stammen. Nur 10 Prozent der Zuwendungen kommen vom Staat. Dieser große Unterschied zu den bisherigen Annahmen erklärt sich unter anderem dadurch, dass Zahlungen der Sozialversicherungen an gemeinnützige Einrichtungen früher zu den öffentlichen Geldern gezählt wurden. Dank der aktuellen Sonderauswertung wissen wir jetzt: Zwei Drittel aller Nonprofit-Organisationen erhalten Spenden und nur ein Drittel finanziert sich hauptsächlich durch öffentliche Kassen (also zum Beispiel durch die Sozialversicherung).

Abbildung: Prozentualer Anteil der Einnahmearten (Mittelwerte)

Vor allem die kleinen Organisationen sind besonders stark auf Spenden angewiesen. Für ein Drittel von ihnen sind Spenden die Hauptfinanzierungsquelle. Öffentliche Mittel hingegen fließen vor allem an die großen Organisationen und beziehen sich in erster Linie auf die typischen Bereiche der öffentlichen Daseinsfürsorge: Soziale Dienste, Bildung und Umweltschutz. Aber auch kleine Vereine und Initiativen profitieren von öffentlichen Sachspenden, wie z.B. der Bereitstellung von Räumen oder Sportanlagen. Insgesamt erhält mittlerweile jede zweite Organisation in Deutschland Sachspenden.

Mitgliedsbeiträge sind für die meisten Nonprofits Haupteinnahmequelle

Mitgliedsbeiträge stellen weiterhin in unserer vereinsgeprägten Nonprofit-Gesellschaft die dominante Einnahmequelle für die meisten Initiativen dar. Im gesamten Finanzierungsmix des deutschen Nonprofit-Sektors haben Mitgliedsbeiträge einen Anteil von etwa 41 Prozent. Rund 84 Prozent der Organisationen erheben Mitgliedsbeiträge. Für etwa ein Drittel sind sie auch die Haupteinnahmequelle. Doch viele Vereine klagen über rückläufige Mitgliedschaften. Das bringt finanzielle Verluste mit sich und reduziert auch die Möglichkeit ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden und zu binden.

Selbst erwirtschaftete Erträge werden relevanter

Rund zwei Drittel der Organisationen finanzieren sich bereits zum Teil über Markterträge. Damit sind z.B. Gebühren für erbrachte Dienstleistungen, Eintrittsgelder oder Kursgebühren gemeint. Jede dritte Organisation (die Markterträge hat) gibt an, dass diese Einnahmenquelle in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Und für jede vierte Organisation stellen Markterträge bereits die wichtigste Finanzierungsquelle dar. Dieser Trend dürfte sich auch zukünftig fortsetzen, denn selbsterwirtschaftete Erträge sind für die Nonprofits deutlich besser kalkulierbar und damit wesentlich zuverlässiger für ihre Planung als es Spendengelder oder auch öffentliche Mittel – insbesondere die projektbezogenen – sind.

Die meisten Nonprofits sind finanziell schwach

Die Hälfte der rund 600.000 Nonprofit-Organisationen müssen mit weniger als 10.000 Euro im Jahr auskommen. Nur gut 4 Prozent der Nonprofits haben jährliche Einnahmen, die eine Million Euro überschreiten. Diese großen Nonprofits übernehmen meist die öffentlich geförderten und über die Sozialversicherungen finanzierten gemeinschaftlichen Versorgungsaufgaben. Und sie sind die Beschäftigungsmotoren des Dritten Sektors: Der Großteil der 2,3 Mio. hauptamtlichen Beschäftigten arbeitet in einer der einnahmenstarken Nonprofits. Das bedeutet auch, dass diese wenigen, wirtschaftlich starken Großen die politische Diskussion mitgestalten und ihre Interessen dort besonders gut vertreten können – möglicherweise nicht immer zum Vorteil der vielen kleinen finanzschwachen Organisationen, die vorwiegend in den Bereichen Sport, Freizeit, Kultur etc. tätig sind. (Siehe auch unseren Artikel zur Wohlfahrt im Dialog)

Abbildung: Jährliche Einnahmen in Euro nach Tätigkeitsfeld (in Prozent)

Auf dem Weg zur „Zwei-Klassen Gesellschaft“ der Nonprofit-Organisationen

Insgesamt verweist die vorliegende Auswertung auf zwei recht unterschiedliche „Welten der Zivilgesellschaft“: Auf der einen Seite rangieren die wenigen großen, sozialstaatsnahen Nonprofit-Dienstleister, die mit öffentlichen Mitteln und hohen Markterträgen ihre vergleichsweise großen finanziellen und personellen Ressourcen sichern. Auf der anderen Seite stehen die vielen kleinen, meist vereinsförmigen, selbstorganisierten Nonprofits, die sich mit Mitgliedsbeiträgen, Spenden und ehrenamtlichen Mitarbeitern über Wasser halten, und dabei wirtschaftlich kaum relevant sind.

Um die Vielfalt des zivilgesellschaftlichen Engagements zu sichern und neue Initiativen zu ermuntern, scheint es vor allem wichtig, die zahlreichen kleinen ressourcenschwachen Organisationen weiter zu professionalisieren. Dabei geht es nicht zwingend um mehr ökonomische Rationalität, sondern vor allem um die Fähigkeit, Unterstützer und Mitglieder zu finden, Zeit- und Geldspenden zu akquirieren und bestenfalls auch selbsterwirtschaftete Mittel generieren zu können. Die Schere zwischen den beiden Organisationswelten könnte auch durch eine bessere Zusammenarbeit und Kooperation zumindest ein Stück weit geschlossen werden.

Die ZiviZ-Sonderauswertung stützt viele unserer Annahmen über die Struktur des Nonprofit-Sektors und räumt mit alten Vorurteilen auf. Zudem gibt sie Anstoß für die politische Diskussion bezüglich sinnvoller Förderstrukturen und der richtigen Rahmensetzung für eine funktionierende, dezentrale und vielfältige Zivilgesellschaft.

Angela Ullrich

Dia­lo­grun­de "Di­gi­ta­les bür­ger­schaft­li­ches En­ga­ge­ment"

10.03.2015 | Author: Franziska Kreische | 0  Kommentare

Was sind die Chancen und Risiken der Digitalisierung im Ehrenamt? Zu dieser Frage hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière am 2. März ausgewählte Experten zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Joana war dabei und hat über die Ehrensamts-Erfahrungen von betterplace.org und dem betterplace lab gesprochen. Auch unsere langjährigen Partner Mark Speich vom Vodafone Institut und Gabriele Hartmann von SAP waren in der Expertenrunde dabei.

Hier kannst Du dir das ganze Video anschauen:

Übrigens: Wir haben gerade eine Zeitspenden-Suche geschaltet. Wenn Du Dich also im lab ehrenamtlich engagieren möchtest, hast Du jetzt dazu die Gelegenheit.

Franziska Kreische

Qualifizierte Pro Bono-Beratung: Unternehmensengagement mit Sinn

06.03.2015 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

betterplace.org und das betterplace lab bieten sozialen Projekten eine Reihe von Bildungsangeboten, die wir schrittweise ausbauen wollen. Langfristig sollen sie in einer übergreifenden Bildungsplattform, der „betterplace.org-Academy“ gebündelt werden. Für die ersten Konzeptionierungsschritte haben wir im Rahmen eines Pro Bono Engagements Hilfe von der Unternehmensberatung Capgemini Consulting bekommen. Zwei Wochen lang hat das lab mit Sandra Kreisel, Elke Kux und Jan Lakotta von Capgemini zusammen gearbeitet. Und weil wir von dieser Form des Pro Bono Engagements so begeistert waren, veröffentlichen wir hier unser gegenseitiges Feedback:

Sandra und Kathleen beim Interview in der Meditationshütte im betterplace-Büro.



Sandra, wie war's mit betterplace?
Sandra: Unsere Zusammenarbeit hat gut funktioniert. Richtig harmonisch war es! Ich denke, unsere Talente haben sich gut ergänzt. Wir haben die Struktur gebracht und Du, Kathleen, die Inhalte. Wir hatten also eine gute Arbeitsaufteilung und haben unsere Themen toll zusammengeführt.

Spannend fand ich auch die Start-Up Atmosphäre hier. Zum Beispiel, dass ich gleich in der ersten Woche gefragt wurde ob ich Pizza oder einen Abschiedsmuffin mitessen will. Ich fühlte mich sofort willkommen. Und irgendwie haben mir auch die Räume gefallen. Welches Büro fängt schon mit der Küche an, oder hat einen Meetingraum mit Tischtennisplatte? Allerdings: Die Lautstärke ist bei so vielen Menschen in einem Raum schon ein kleines Problem.

Du hast ja für eine Marktanalyse sehr intensiv zum sozialen Sektor und Bildungsangeboten recherchiert. Wie ist Dein Eindruck vom "Markt"?
Sandra: Angebote und Anbieter sind unglaublich vielfältig. Wenn man genauer hinschaut, dann tauchen an jeder Ecke wieder neue soziale Ideen und gemeinnützige Projekte auf. Ich finde toll, dass es so viele Menschen gibt, die nicht als ersten Impuls das Geld im Kopf haben. Sondern auch mal die gute Sache. Mich hat überrascht, dass der Markt für digitale Bildung von gemeinnützigen Organisationen noch so unerschlossen ist. Das zeigt sich auch darin, dass es so wenige verlässliche Studien und Zahlen zum sozialen Sektor gibt.

Wir möchten in Zukunft die digitale Bildung im sozialen Sektor verbessern. Glaubst Du, das wird uns gelingen?
Sandra: Ich halte eine digitale Bildungsplattform für soziale Organisationen für eine zukunftsträchtige Idee. Allein schon, weil sie die Reichweite und Wirkung sozialer Arbeit verbessern kann. Ich habe bisher auch noch kein Gegenkonzept gesehen, das so umfassend die Arbeit von sozialen Organisationen stärken möchte. Jetzt ist natürlich wichtig, dass ihr die Finanzierung gestemmt bekommt! Die verschiedenen Modelle dafür haben wir ja nun berechnet.

Interviewerwechsel: Jetzt fragt Sandra Kathleen nach ihren Erfahrungen

Kathleen, wie war's denn mit Capgemini?
Kathleen: Ich muss ja zugeben, dass ich ein wenig Vorurteile dem Beratungsgeschäft gegenüber hatte. Krawatte und so. Ich hatte mir also die Zusammenarbeit etwas steif vorgestellt. Umso mehr habe ich mich gefreut, wie offen und nett die Menschen bei Capgemini waren, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Außerdem war das Engagement der Mitarbeiter im Projekt sehr hoch – alle waren unglaublich verlässlich und begeistert. Das ist bei Pro bono Arbeit nicht unbedingt selbstverständlich. Gerade deshalb hat mir die Arbeit mit Euch besonders viel Spaß gemacht. Dazu kam dann noch eure hohe Professionalität, strukturierte Arbeitsweise und der virtuose Umgang mit Excel und Power Point. Auch schön, dass ihr mindestens genau so flexibel on- und offline arbeitet wie wir.

Außerdem war ich fasziniert davon, dass es Capgemini anscheinend gelingt, Manager mit Plüschtieren zum Konflikte lösen zu bewegen. Zumindest ist das bei meinem kurzen Rundgang durch die Räume am Potsdamer Platz hängen geblieben. Und jetzt mal ganz im Ernst: Mein Eindruck war, dass Capgemini großen Wert darauf legt, die Mitarbeiter zu schulen und weiter zu bilden. Das hat mich echt begeistert. Begeistert hat mich auch die um Längen bessere Kaffeemaschine :)

Wie geht es nun weiter?
Kathleen: Capgemini hat uns dabei geholfen, unsere Ideen zur 'betterplace academy' zu strukturieren und rechnerisch auf belastbare Füße zu stellen. Außerdem haben mir die mehrfachen Feedback-Runden mit Euch auch noch inhaltliche Lücken im Konzept aufgezeigt. Es gibt also noch einiges zu tun! Als nächstes werden wir am inhaltlichen Konzept - also der Frage wie vermitteln wir unser Wissen am besten? - weiterarbeiten und suchen auch hier noch Expertenunterstützung. Ich denke aber, dass wir in den zwei Wochen sehr weit gekommen sind. Dank dieser guten und strukturierten Präsentation kommen wir jetzt wesentlich schneller voran und wissen wo es noch hakt. Sobald wir die inhaltlichen Fragen geklärt haben, können wir damit beginnen Partner zur Finanzierung der Academy ansprechen. Dann wird es richtig spannend!

Kathleen Ziemann

lab around the world: Wir sind wieder auf Forschungsreise

03.03.2015 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

Innovationen gibt es überall auf der Welt, denn dort wo es wenig Geld, aber viele Probleme gibt, ist der Erfindungsreichtum oft umso größer. Und weil uns diese Innovationen ganz besonders interessieren, aber nicht leicht zu finden sind, fahren wir einfach hin! Wir nennen das dann lab around the world. Vor Ort sprechen wir mit den Menschen, die diese guten digital-sozialen Ideen auf den Weg gebracht haben. Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 120 Beispiele aus fünfzehn Ländern mitgebracht. Dieses Jahr werden wir sieben Länder besuchen. Die Huffington Post begleitet uns als Medienpartner virtuell auf dieser Reise. Diese Artikel sind bereits erschienen:

Digitale Nothilfe
Syrische Flüchtlinge in der Türkei: Digitale Technologien geben etwas Würde zurück

Moritz hat in Istanbul die Hilfsorganisation Support to Life besucht. Mit Hilfe von Tablets und Fragebögen versucht die Organisation syrischen Flüchtlingen so schnell und sinnvoll wie möglich zu helfen.

mAgri
Neue Bauernregel: Je besser das Smartphone, desto dicker die Kartoffeln
Tülin Akin, die Erfinderin des Informationsdienstes Tarimsal Pazarlama für türkische Bauern erzählt ihre Erfolgsstory: Heute erreicht Tarimsal Pazarlama mehrere Millionen Bauern in der ganzen Türkei. Davon 1,4 Millionen regelmäßig per SMS. Während der Erntezeit tummeln sich bis zu 30.000 Bauern am Tag auf der Website.

Social Entrepreneurs
Smartphones und Social Startups: 4 Dinge, die mich in der Türkei überrascht haben
Die Türkei ist digitaler, als Du denkst. In seinem ersten Artikel aus der Türkei berichtet Moritz von Handyausrüstungen, digitalem Protest und Sozialen Unternehmern im Schneegestöber.

Länderporträt
Arabischer Frühling Revisited
Wie hat der Arabische Frühling die digitale Szene in Ägypten verändert? Joana hat sich einen ersten Überblick verschafft und bloggt über Inkubatoren und Crowdfunding in Kairo.

Länderporträt
Twitternde Mönche: Thailands digitale Wende
Ab Mitte April wird Kathleen in Thailand digital-soziale Innovationen erforschen. Die Voraussetzungen dafür sind gut. In Thailand hat nämlich inzwischen jeder ein Handy. Vom Mönch bis zum Schulkind. Aber protestieren sie damit auch?

Länderporträt
Armut und Spitzentechnologie in Südafrika
Was passiert eigentlich, wenn in einem Land große Armut und starke digitale Technologien aufeinander treffen? Franziska hat sich auf ihre Forschungsreise nach Südafrika in diesem Artikel vorbereitet.

Länderporträt
Japaner sind höfliche Revoluzzer
In wenigen Wochen wird Dennis die Zivilgesellschaft in Japan erforschen. In seinem ersten Artikel beschreibt er, wie sich die Gesellschaft seit Fukushima verändert hat und ziviler Protest an Fahrt aufnimmt.

Du hast Fragen oder Ideen zu unserer Forschungsreise? Dann schreib uns doch einfach. Wir freuen uns auf Tipps in unseren jeweiligen Forschungsländern. Und übrigens: Auch Forschungspartnerorganisationen suchen wir noch.

Kathleen Ziemann

Das Jahr 2014 im betterplace lab. Die Zahlen und die Lehren, die wir daraus ziehen.

26.02.2015 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

Nachdem wir schon einen filmischen Rückblick auf das Jahr 2014 veröffentlicht haben, kommt hier nun unser Rückblick auf unsere Online-Erfolge. Was wir aus der Analyse von Followern, Unique Viewes und Video-Klicks lernen.

Damit sind wir zufrieden: Unsere Webseite hat mit 50.500 Lesern eine fast  100%-Landung unseres Jahresziels hingelegt. Beliebtester Blogpost ist übrigens Dennis' Kritik am Fairphone. Auch im langfristigen Vergleich zeigt sich, dass unser Blog immer mehr Leser gewinnt. Weiter so! Damit das auch klappt wollen wir in Zukunft mehr Zeit in kritische und spannende Blogthemen investieren.

Der Trendreport schwächelt

Der beliebteste Trend aus dem Jahr 2014 ist "Shareconomy" - von 1.158 Lesern wurde der Trend online aufgerufen. Scheinbar haben wir mit diesem Thema einen Nerv getroffen. Insgesamt ist unsere Trendreport-Seite aber weniger gewachsen, als wir uns das gewünscht haben. Im gesamten Jahr wurde der Trendreport von etwas mehr als 17.000 Menschen gelesen. Das ärgert uns, denn der Trendreport ist ja das Herzstück unserer Arbeit im lab. Dieses Jahr wollen wir deshalb den Trendreport lesbarer und anwendungsorientierter gestalten. Mit einer verbesserten Case-Datenbank und einem neuen Format: Den Analysen.

Überraschungshit NGO-Leitfaden

Vollkommen überrascht hat uns der NGO Leitfaden. Mit mehr als 23.000 Nutzern, ist die Seite beliebter als der Trendreport. Und auch bei Slideshare räumt der Leitfaden ab - nämlich mit mehr als 25.000 Views. Es gibt einfach noch so viele NGOs da draußen, die sich mit grundlegenden Fragen zu digitalen Themen beschäftigen. In Zukunft können sie sich auch mit Video-Tutorials der Online-Helden schulen.

Social Media: Facebook eher nicht unser Kanal

Eigentlich hatten wir uns mehr vorgenommen. Zwar wächst die Anzahl unserer Facebook-Freunde recht konstant (im Schnitt 36 Freunde pro Monat) doch mit Interaktionen und Reichweite sind wir nicht zufrieden. Damit der Facebook-Frust nicht so groß wird, schnell ein Blick auf die Twitter-Zahlen: Mehr als 800 neue Follower haben wir gewonnen. Twitter (@betterplacelab) liegt uns und unseren Inhalten und Themen einfach besser. Zeit, unsere Social Media Strategie anzupassen.

Dennis ist heimlicher YouTube-Star

Hätten wir nicht gedacht: Unser  YouTube Hit, ist ein Video von Dennis - und zwar vom labtogether 2012! Er erzählt darin die Geschichte von seinem Projekt Meine Kleine Farm. Und weil Dennis dieses Video auf seiner Website veröffentlicht hat, ist es im Vergleich viel geklickt (nämlich 275 mal) worden. Müssen wir jetzt mehr Videos mit Dennis machen?

Der 5-Jahres-Vergleich zeigt: Die Reichweite des lab wächst

Insgesamt hatte das Jahr 2014 deutlich mehr digitale Dynamik als das vorangehende Jahr. Besonders unsere Website hat wieder mehr Menschen erreicht. Das finden wir gut, weil es zeigt, dass wir immer wieder neue Leser für digital-soziale Ideen begeistern können.

Vielen Dank an Angela, die mit viel Mühe und Geduld unsere Metriken zusammenstellt!

Kathleen Ziemann

Buchtipp: Die granulare Gesellschaft. Wie Digitalisierung und Daten zu einer immer höheren Auflösung von allem führen, und wie das unser Leben verändert.

10.02.2015 | Author: Dennis Buchmann | 0  Kommentare

Geht es nach dem Autor Christoph Kucklick, sinkt die Lebenserwartung des Durchschnitts rapide. Seine These: Da es immer mehr Datenpunkte über Menschen, die Gesellschaft und alle Aspekte des Lebens gibt, handelt man nicht mehr aufgrund von durchschnittlichen Erfahrungswerten, sondern individuell nach Kontext und Datenlage des jeweiligen Subjektes oder Objektes. Zu abstrakt? Das Beispiel des kleinen Felix verdeutlicht die Auswirkungen im medizinischen Bereich.

Klein Felix hat Diabetes. Die Eltern des Vierjährigen erfassen minütlich mittels Sensoren den Blutzucker, Herzschlag oder Stresslevel. Welch großartige Datengrundlage für eine individuelle und präzise Insulingabe! Doch die Ärzte von Felix sind überfordert und beharren auf einer Behandlung aufgrund von Durchschnittswerten, die sie aus einer Masse von Patienten errechnet haben. Datenperlen vor die Säue.

Die bislang noch grobe Wahrnehmung des Einzelnen wird in Zukunft durch ein hoch aufgelöstes – granulares – Bild ersetzt. Das bedeutet: Unterschiedliches wird auch unterschiedlich behandelt. Und zwar nicht nur in der Medizin.

Kuhklick bringt viele Beispiele, von denen einige zwar nicht neu sind (Obamas Datenwahlkampf, Robotik, Algorithmen, die Experten ablösen). Aber sie dienen als gute Argumente für seine Ableitungen und Thesen, die wichtige Fragen zu unserer digitalen Zukunft aufwerfen. Dass die Digitalisierung weder gut noch böse ist, weiß Kucklick und entsprechend sachlich schreibt er über Chancen und Risiken. Drei „Revolutionen“ bilden das Grundgerüst seines klugen Buches.

  • Die Differenz-Revolution: Durch immer mehr Daten werden auch immer mehr Unterschiede zwischen den Menschen erkennbar. Die Menschen werden „singularisiert“, die Gesellschaft erlebt eine Krise der Gleichheit, die unsere Demokratie verändern wird.
  • Die Intelligenz-Revolution: Intelligente Maschinen und Algorithmen übernehmen immer häufiger Wissensmonopole. Kucklick bringt das Beispiel eines mathematischen Beweises, den ein Computer erbracht hat, der aber so kompliziert und lang ist, das kein Mensch ihn nachrechnen bzw. nachvollziehen kann.
  • Die Kontroll-Revolution: Die Granularisierung führt dazu, dass wir genauer sortiert, bewertet, verglichen und durchschaut werden. Wir werden nicht mehr ausgebeutet, sondern „ausgedeutet“. Fundamentale Fragen nach Gerechtigkeit zu den Prinzipien der Demokratie kommen auf.

Insgesamt ist „Die granulare Gesellschaft“ ein angenehm zu lesendes und inspirierendes Buch des Soziologen Kucklick, das anhand von konkreten Beispielen abstrakte Herausforderungen greifbar macht. Dass beispielsweise die Herausforderungen von selbstfahrenden Autos ans Rechtssystem nur wenige Jahre entfernt sind, sieht man Runden Tisch, den Bundesverkehrsminister Dobrindt nun zusammen gerufen hat. Wer haftet, wenn ein solches Auto einen Unfall verursacht? Der Programmierer des Algorithmus, auf dessen Grundlage das Auto seine Entscheidung gefällt hat? Der Hersteller? Der Besitzer? Leuten, die solche Fragen gefallen, sei „Die granulare Gesellschaft“ empfohlen.

Dennis Buchmann

Die 5 wichtigsten Fakten über Datenschutz und NGOs

09.02.2015 | Author: Franziska Kreische | 0  Kommentare


Bild: CC-BY SA| g4||4is | flickr

Datenanalyse, Datenschutz, Transparenz, Privatsphäre. Wer diese Schlagwörter mal bei google eingibt, findet inzwischen tausende Einträge. Das Themenfeld ist riesig, spannend, kontrovers. Wir haben NGOs hier und im Ausland befragt, wie sie mit den Themen umgehen. Hier sind die 5 wichtigsten Ergebnisse unserer Studie:


  1. In China sind alle unserer Befragten überzeugt, dass ihre Online-Aktivitäten von der Regierung überwacht werden. Gleichzeitig ist wiederum die größte Sorge vieler Regierungsmitarbeiter, dass die Bevölkerung herausfinden könnte, welche Automarke sie fahren.
  2. Brasilianische Datenschutz-Pioniere sind scheinbar nicht Teil der breiteren Zivil-Gesellschaft. Brasilien ist weltweit führend, wenn es um Gesetzgebungen zum Schutz der Online-Privatsphäre seiner Bürger geht. Obwohl dieser Prozess zu einem großen Teil von zivilgesellschaftlichen Gruppen angetrieben wurde, sind die Befragten in unserer Studie unerwartet wenig  informiert und leidenschaftslos.
  3. Religion ist für soziale Projekte in Indien ein brisantes Thema. In unserem Interview fragten wir, welche Art von Daten für unsere Befragten als besonders vertraulich gelten. Dabei stellte sich heraus, dass in Indien, einem Land von ungewöhnlicher religiöser Vielfalt, die religiöse Zugehörigkeit der Projektbegünstigten eine besonders sensible Information darstellt.
  4. 94 Prozent unserer Befragten möchten den Inhalt ihrer Emails geheim halten. Bei anderen Daten waren die Interviewten weniger besorgt. Informationen über die Ergebnisse ihrer Online-Suchen sieht die Hälfte als unkritisch.
  5. Die Befragten verändern ihr Verhalten zwar nicht, haben aber das Gefühl, dass sie es müssten. Datenschutz einen hohen Stellenwert einzuräumen heisst nicht, sein (Online-)Verhalten entsprechend anzupassen. Stattdessen haben wir herausgefunden, dass viele der Befragten sich schuldig fühlen nichts zu tun, aber entweder nicht über die notwendige Zeit oder das Wissen verfügen, daran etwas zu ändern.

Wer noch ein bisschen mehr lesen will, findet hier eine ausführliche Zusammenfassung und den Download der Studie "Privacy, Transparency and Trust in a Digital World".

Und wer sich beim Tippen nicht gern über die Schulter schauen lässt, findet hier vielleicht Inspiration.

Franziska Kreische

Die Crowdfunding Checkliste

29.01.2015 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

In Deutschland sammeln immer mehr Menschen Geld mit Hilfe der Crowd. Und das Wachstum ist rasant: 2013 wurden in Deutschland 5,3 Millionen Euro per Crowdfunding gesammelt. 2014 waren es schon über sieben Millionen Euro. Seit 2011 kamen insgesamt mehr als 14 Millionen Euro über Crowdfunding zusammen. Doch von allen angemeldeten Crowdfunding-Funding-Projekten erreichen nur etwa 30 Prozent ihr Finanzierungsziel. Wie macht man also eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne?

Auf unserer Pinterest-Pinnwand zum Thema Crowdfinancing haben wir für Dich die interessantesten Infografiken zusammengestellt.

Das Thema: Ja, soziale Projekte und Initiativen sind häufig komplex. Aber mit einer dreiseitigen Projektbeschreibung gewinnt man keine Crowdfunding-Kampagne. Mach's einfach. Folgende Struktur kann Dir dabei helfen:

  • Das Problem: Werde so spezifisch wie möglich! Es könnte ein Problem werden, Geld für Weltfrieden zu sammeln.
  • Die Lösung: Warum löst Du dieses Problem viel besser als alle anderen?
  • Du: Wer bist Du? Warum ist gerade Dir dieses Thema wichtig? Warum hast Du die Kompetenzen dafür?
  • Die Dringlichkeit: Erkläre, warum es wichtig ist, dieses Problem so schnell wie möglich zu lösen.
  • Das Versprechen: Was ist Deine Gegenleistung? Warum lohnt es sich für den Geber, bei Deinem Projekt dabei zu sein?
  • Achte auf die Formulierungen, sie sollten positive Ausblicke geben. Zum Beispiel: "Mit nur 2.000 Euro können wir... "
  • Die Kommunikation: Mach ein Video. Ohne Video geht es nicht. Wer ein Video hat, sammelt im Schnitt doppelt so viel Geld wie eine Kampagne ohne Video. Du bist Dir unsicher, wie Du ein gutes Video machst? Ein paar einfache Tips gibt's hier. Und hier ein Beispielvideo.
  • Wichtig ist auch ein eingängiger Name für Deine Idee. Besser noch, wenn Du sogar ein Logo oder zumindest ein gutes Bild hast.
  • Die Summe. Die besten Erfolge erzielst Du, wenn Du eine eher niedrige Summe ansetzt. Am erfolgreichsten sind Projekte, die nicht mehr als 10.000 Euro sammeln wollen. Weil die meisten Plattformen entweder alles oder nichts auszahlen, solltest Du Deine Ziele niedrig stecken.
  • Die Dauer: Wie lange kannst Du die Aufmerksamkeit an Deinem Thema halten? Mehr als vier Wochen schaffen die meisten nicht.
  • Die Updates: Natürlich musst Du Deine Unterstützer während der Kampagne auf dem Laufenden halten. Feiere erreichte Zwischenstände, bedanke Dich auch mal unterwegs und teile wichtige Neuigkeiten.
  • Habe einen Plan. Damit Deine Kampagne bekannt wird, brauchst Du ein gutes Netzwerk. Das kann man nicht über Nacht bauen. Überlege dir also im Vorhinein auf welchen Kanälen Du die meisten Menschen erreichen kannst. Das kann von klassischer Pressearbeit bis hin zur Twitter-Kampagnen alles sein. Deshalb sind vor allem Projekte von jungen Medienmenschen besonders erfolgreich im Crowdfunding. Die wissen einfach, wie man viral wird. Die Online-Helden haben zum Beispiel alles richtig gemacht.
  • Sammle Deine Kontakte. Überlege Dir, wie Du gutes Kontaktmanagement machst. So kannst Du auch bei Deiner nächsten Kampagne gleich richtig gut loslegen. (Zum Beispiel mit Highrise)
  • Das Danke: sollte so persönlich wie möglich sein. Aber nichts versprechen, was Du nicht halten kannst! Ein Beispiel-Video.
  • Nach der Kampagne ist vor der Kampagne. Halte Kontakt zu Deinen Unterstützern und binde sie langfristig an Dich.

Falls Du Dir noch unsicher bist, kannst Du hier in unserem Leitfaden für NGOs stöbern.

Kathleen Ziemann
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