Acht Fragen für einen erfolgreichen Social-Media-Auftritt
Viele NGOs fragen sich, ob ihre Social-Media-Strategie überhaupt zum Ziel führt. Auf socialbrite.org haben wir einen Fragenkatalog gefunden, der weiterhelfen kann. Wir haben ihn kurz für euch zusammengefasst:
Welche Fragen sollte ich mir für meinen Online-Auftritt stellen?
1. Was sind deine Ziele? Hinter jedem Social-Media-Auftritt sollte ein konkretes Ziel stehen.
2. Wer sind deine Unterstützer? Was motiviert deine Unterstützer?
3. Was macht deine Organisation einzigartig? Was ist das Alleinstellungsmerkmal deiner NGO, mit dem du dich vom Rest der anderen Organisationen abhebst?
4. Wer ist in deinem Team? Was bewegt die Menschen, die für dich arbeiten?
5. Wie werden andere Kanäle in deine Strategie integriert? Wo erhältst du viel Aufmerksamkeit für deine Arbeit? Und wie kannst du dort Social Media wirkungsvoll einbinden?
6. Wie soll die Veröffentlichung aussehen? Wer ist für welche Schritte bei der Umsetzung der Social-Media-Strategie verantwortlich? Und welcher Schritt folgt auf den anderen?
7. Wie bleiben die Leute am Ball? Deine Unterstützer fordern einen Mehrwert, denn nur so werden sie auch zukünftige Kampagnen tatkräftig unterstützen.
8. Wie willst du deine Social-Media-Stragie messen? Nicht nur das Endergebnis sollte gemessen und analysiert werden, sondern der komplette Prozess, der zum Ziel führt
Diese Fragen können NGOs dabei helfen, ihren Online-Auftritt auf mögliche Schwachstellen zu prüfen. Diese Liste lässt sich bestimmt noch um die ein oder andere Frage erweitern, wir freuen uns über eure Anregungen. Und wer sich weiter schlau machen will: Im Social Media Leitfaden 2013 gibt es zum Beispiel ein Interview über Social-Media-Policies im Alltag.
Wie NGOs das Internet nutzen: Einladung zum Launch unserer neuen Studie
Wie nutzen NGOs das Internet für ihre Arbeit? Welchen Problemen und Hürden begegnen sie dabei? Und was könnte ihnen helfen, das Internet besser zu nutzen? Wir haben 270 NGOs und 32 Experten befragt und veröffentlichen am 30. Mai bei einem Abendworkshop die Ergebnisse unserer neuen Studie "NGOs im Netz. Wie soziale Organisationen online arbeiten."
Wir berichten darüber, welche Kommunikationskanäle NGOs benutzen und wie sie online Spenden sammeln. Auf Basis ihrer Ziele und den Hürden, die ihnen bei der Digitalisierung begegnen, haben wir drei verschiedene Typen von sozialen Organisationen gebildet. Für diese Typen erarbeiten wir in der Studie Empfehlungen, welche Digitalisierungs-Wege sie einschlagen können, um im Internet erfolgreicher zu arbeiten.
Neugierig geworden? Wir veröffentlichen die Studie im Rahmen eines Abendworkshops, bei dem wir in Kleingruppen mit Wein und Schnitte die Ergebnisse vorstellen und diskutieren.
- 30. Mai 2013, 18:30
- Social impact lab Berlin
Elisabethhof, 1. Portal, 3. Stock
Erkelenzdamm 59-61
10999 Berlin
Anmeldungen bitte an Lea Plum (lpl@betterplace.org).
Mehr PEP für Alle!
Das Stipendium-Programm „Engagement mit Perspektive“ von Ashoka geht dieses Jahr in die zweite Runde und unterstützt junge Menschen, die sich sozial engagieren – im letzen Jahr waren das beispielsweise die Macher von Ideen³, Crossing Bridges und WorldCitizen. Noch bis zum 23. Juni können sich junge Sozialunternehmer zwischen 16 und 27 Jahren um Stipendien im Gesamtwert von über 60.000 Euro bewerben. Aber Ashoka wäre nicht Ashoka, wenn einfach nur Geld verteilt würde. Die Stipendiaten erhalten neben der einjährigen finanzieller Unterstützung auch Zugang zum nationalen und internationalen Ashoka-Netzwerk, einen persönlichen Mentor und regelmäßige Coachings. Ziel ist es jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihr Engagement für ein Jahr zum „Beruf“ zu machen. Das schafft nicht nur neue wirkungsvolle Strukturen, sondern auch Nachhaltigkeit – Engagement mit Perspektive eben.
Im Internet gehört werden – Menschenrechte und Inklusion auf der re:publica
Zeitgleich zur re:campaign fand letzte Woche auch die große Schwesterkonferenz re:publica 13 in Berlin statt. Lea war am letzten Tag dabei und hat zwei Diskussionen besucht, die ganz gut zeigten, wie sich Menschen, deren Stimme sonst nicht gehört wird, im Internet Gehör verschaffen.
Digitaler Aktivismus
Die erste Paneldiskussion „Responding effectively to digital emergencies and human rights violations online“ widmete sich vor allem den „Online-Herausforderungen für die Menschenrechte“. Immer mehr Aktivisten, die mit dem Internet die Zensur in ihrem Heimatland umgehen, werden nun auch online von ihren Gegnern verfolgt. Denn all die Informationen, die sich online verbreiten und teilen lassen, bergen für die Verfasser auch Risiken. Sind die Daten schlecht gesichert, kann die Staatssicherheit schnell den Urheber ermitteln. Viele der Politaktivisten verbreiten ihre Meinung vorwiegend in den sozialen Netzwerken, wird ihr Account geknackt oder gesperrt, wird ihnen auch das letzte Mittel zum Protest genommen. Organisationen wie The Shadowserver Foundation und The Electronic Frontier Foundation arbeiten am digitalen Menschenrechtsschutz und unterstützen Aktivisten bei Gefahr. Sie zeigen ihnen, wen diese mit ihren Informationen eventuell ungewollt gefährden und verfügen in brenzligen Situationen über die Passwörter der Aktivisten-Accounts, damit deren Social-Media-Profile aktiv bleiben können. Neben der generellen Bedrohung durch die Staatsmacht diskutierten die Teilnehmer auch über die Gefahr von Spionagesoftware wie FinFisher, die auch in Ländern zum Einsatz kommt, die offensichtlich Menschenrechte verletzen. Diese Softwaresysteme umgehen 40 der gängigen Antiviren-Programme, sodass fast kein Computer vollständig geschützt ist. Mit nur wenigen Klicks lassen sich dann mehrere tausend Menschen gleichzeitig ausspionieren. Die Teilnehmer der Diskussion waren sich einig, dass sich solche Spionageprogramme nur schwer verbieten lassen, wichtiger ist es, die Gesellschaft für die Gefahren für die Meinungsfreiheit, die von solchen Systemen ausgehen, zu sensibilisieren.
Das Fazit der Diskussionsrunde: Das Internet bietet Menschenrechtsaktivisten einen Raum, wo sie ihr Recht auf Meinungs- und Äußerungsfreiheit verwirklichen können. Aber das Internet hat auch seine Schwachstellen, dank derer die Gegner in fast gleicher Weise vom Internet profitieren können.
Digitale Inklusion
Vom Internet profitieren auch die, die im realen Leben mit Barrieren und Ausgrenzungen zu kämpfen haben. In der Gesprächsrunde "Digitale Inklusion" wurden Best Practice Beispiele vorgestellt, die zeigen, wie erfolgreiche digitale Inklusion aussieht.
Gerade ältere Menschen schrecken noch vor dem Internet zurück und empfinden viele virtuelle Gegebenheiten eher als nervig. In einem Projekt der Technischen Uni Wien erforscht Wolfgang Spreicer, wie mit Hilfe von begreifbaren Benutzerschnittstellen ältere Menschen an das Internet herangeführt werden können. Bei diesem partizipativen Designprozess werden Anwendungsfelder und Möglichkeiten für begreifbare Benutzerschnittstellen diskutiert und entwickelt. Im Internet surfen – ein Stofftier macht es möglich, indem es als Steuerung fungiert.
Free on Wheels will als erster multimedialer Videoblog für Rollstuhlfahrer, ebendiesen eine Plattform zum Austausch über Reiseerfahrungen bieten. Denn ein Rollstuhl bedeutet noch lange nicht, dass man nicht frei ist zu reisen, wohin man will.
Leidmedien.de ist ein Projekt der SOZIALHELDEN, dass das Internet nutzt, um zu zeigen wie vorurteilsfreie Berichterstattung nicht nur zum Thema Behinderung aussehen kann. Denn noch viel zu oft benutzen Journalisten, bewusst oder unbewusst, Phrasen und Ausdrücke, die voll von Klischees sind. Auf Leidmedien.de finden Journalisten Tipps für eine Berichterstattung aus einer anderen Perspektive und ohne Klischees zusammengestellt.
Das Fazit: Digitale Inklusion ist ein spannendes und sehr vielfältiges Innovationsfeld. Die gezeigten Beispiele machen deutlich, dass das Internet tatsächlich dabei helfen kann, Barrieren zwischen Menschen abzubauen.
Kampagnenklinik auf der re:campaign
Wigwam und das betterplace lab haben auf der re:campaign den Social Media Leitfaden 2013 "Internet für NGOs" vorgestellt und bei dieser Gelegenheit auch gleich in einer Kampagnenklinik ausprobiert.

Barcamp Planung auf der re:campaign (Foto: Jörg Farys/Die.Projektoren)
In der Kampagnenklinik gab es Erstversorgung mit Kampagnen-Feedback, Wundverband bei Online-Spendenmangel, Herz- & Nieren-Checks zur Strategie und Chefbehandlungen zu den besten Kampagnentools. Das Format dahinter: Kampagnen-Macher zum Beispiel von Campact, Kampaweb, Wigwam und aus dem lab standen für Fragen zu Kampagnen-Problemen zur Verfügung und sammelten zusammen mit den "Patienten" Ideen zur Verbesserung der Projekte und Kampagnen. Eine schöne Idee, da sie niedrigschwellig ist, Spaß macht und Menschen ins Gespräch bringt. Als Social-Media-Krankenschwester wurden mir viele Fragen gestellt, zum Beispiel dazu, was man machen kann um seine Facebook-Reichweite zu erhöhen oder wie man einen Spendenbutton bei Facebook einrichtet und weitere Social-Media-Kanäle integriert. Dabei zeigte sich noch mal, dass das Publikum der re:campaign sehr bunt gemischt ist – manche NGOs waren schon Social-Media-Profis (Beipackzettel-Text: Social-Media im Katastropheneinsatz aus dem NGO Leitfaden) andere wagten gerade ihre ersten Schritte auf Facebook (Beipackzettel hier: Mit guten Posts, Tweets und Pins Unterstützer erreichen).
Auf diese unterschiedlichen Kompetenzen einzugehen war die große Herausforderung der re:campaign. Dementsprechend reichten die Veranstaltungen auch von was ist eine mobile Webseite und wofür sind Apps gut? bis hin zu den Fehlern, die NGOs in sozialen Medien machen (hier auch der Podcast von Jona Hölderle). Bei so unterschiedlichem Vorwissen und Erfahrungen war vor allem der Austausch in den Barcamps, der Kampagnenklinik und zwischendurch für alle Teilnehmer besonders wertvoll.
re:campaign: Betsy Hoover über Obama On- und Offline
Betsy Hoover hat schon Campaigning für Obama gemacht, als noch niemand den Namen korrekt aussprechen konnte. Auf der re:campaign hat sie über die On- und Offline-Verzahnung politischer Kampagnen gesprochen. Wir fassen kurz zusammen. Die Berichte von den Workshops des ersten re:campaign Tages findet ihr auch auf dem re:campaign Blog.
Vielen Kampagnenmachern geht es so und auch Betsy Hoover stellte bei ihrem ersten Engagement 2007 fest: Online und Offline arbeiteten nicht gut zusammen. Wie schließt die Obama-Kampagne diese Lücke?
Die kurze Antwort: mit 200 professionellen Vollzeit-Onlinern im Kampagnen-Team, viel Geld für maßgeschneiderte Community-Management-Tools und einer guten Geschichte.
Das fitte Team und die Community
Die lange Antwort: Ein Drei-Phasen-Modell. Dabei steht "build your team" als Grundbedingung am Anfang. Eine lange E-Mail-Liste, eine lebendige Facebook- und Twitter-Community und viele regelmäßige Spender sind die "basics" jeder guten Kampagne, so Hoover. Wenn diese Kern-Community steht, ist der zweite Schritt möglichst viele Leute, die noch nicht dabei sind, zu erreichen.
Dahin gehen, wo die Leute sind
Das geht online manchmal besser. Zum Beispiel auf Reddit – da trifft man nämlich, so Betsy Hoover die "Internet People", die offline schwer zu erreichen sind. Obama legte sich also einen Reddit-Account zu und beantwortete fleißig Fragen – 13.000 Kommentare kamen innerhalb kürzester Zeit zusammen und wohl auch ein paar neue Wähler. Außerdem war Facebook wichtig: Obama war dort über seine Fans mit 98 Prozent der amerikanischen Wähler verbunden – die Reichweite von geteilten Posts war also gigantisch. Noch interessanter: Auf manche Online-Aktionen, zum Beispiel die Registrierung als Wähler, folgte ein Telefonanruf durch einen ehrenamtlichen Wahlkämpfer und eine Einladung ins Wahlkampf-Büro in der Nachbarschaft – der Sprung vom Online ins Offline war so nur noch ein kleiner Hüpfer und die (potenziellen) Wähler kletterten auf der "ladder of engagement" immer weiter nach oben. (Die Engagement-Leiter in der Kurzfassung: share > donate > advocate >attend an event >become a leader)
Die Message rüberbringen
Mit dem Wahlkampf-Video "Story of us" illustrierte Betsy Hoover, worum es im dritten Schritt, der heißen Phase der Kampagne ging – darum die Leute nun endlich zum Wählen zu bringen und zwar mit einer klaren Botschaft, einer guten Geschichte und "very american", einer Prise Gänsehaut obendrauf. Hoover: "Die Menschen wollen Teil von etwas Großem sein" und die letzte Offline-Aktion, das Schlangestehen vorm Wahllokal und die Abgabe der Stimme gehörten dann einfach zum großen Ganzen dazu.
Hoovers Fazit zum Obama-Modell: "There is no online organizing or offline organizing. There is just organizing". Für dieses Erfolgsbeispiel trifft das sicher zu. Allerdings, Teile des Kampagnenkonzepts, insbesondere der Telefonanruf, würden deutsche Wähler wohl ziemlich gruseln. Dafür ist das Modell des Wähler-Empowerments mit einfachen, digitalen Tools und einer gut durchdachten Engagement-Leiter, die die Grenze zwischen On- und Offline quasi nebenbei überbrückt wirklich spannend. Wie andere Erfolgsmodelle aussehen könnten? Mal sehen, was sich im weiteren Verlauf der re:campaign noch ergibt.
Das Internet für NGOs – auf 96 Seiten
Heute wird der Leitfaden "Internet für NGOs" auf der re:campaign veröffentlicht. Die Neuausgabe vom "Social Media Leitfaden für NGOs" kann mit neuen Autoren und aktuellen Themen punkten – also ganz viel Online auf 96 Offline-Seiten.
Wir haben zusammen mit den NGO-Beratern von Wigwam, Co-Veranstalter der Kampagnenkonferenz re:campaign, viele Wochen gewerkelt, Themen gesucht und Autoren angesprochen. Nun liegt der Leitfaden druckfrisch im Büro und auch auf einem Stand bei der re:campaign. So sieht er aus:

Die Themen sind, wie beim letzten Leitfaden auch, breit gestreut. Von digitaler Demokratie über Werkzeuge zum Online-Fundraising oder cooles Online-Kampaigning. Checklisten, Tools und gute Beispiele gibt es zu fast jedem der 36 Artikel, die unter diesen Hauptkapiteln gebündelt sind:
- Online arbeiten und organisieren
- Online Spenden sammeln
- Online kommunizieren
- Online Menschen mobilisieren
- Das Online von morgen
Diesmal gibt es auch eine Website dazu (www.ngoleitfaden.org), auf der alle Texte auch online gelesen werden können und du den Leitfaden bestellen kannst.
Um Autoren, Layouter, Illustratoren, den Korrektor, den Vertrieb und uns bezahlen zu können, hat SAP diesen Leitfaden finanziell gefördert – danke dafür! Damit wir aber alle Kosten decken können, freuen wir uns über jeden Obolus. Denn statt den Leitfaden zu verkaufen, schicken wir ihn einfach jeder Interessentin frei Haus zu und verweisen mit einem Richtwert von 7,50 Euro auf eine Spendenaktion bei betterplace.org. Bisher hat jeder zweite, der den Leitfaden bestellt hat, auch gespendet – bist du dabei?
4 Thesen zur digitalen Disruption
Letzte Woche war ich an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen; eine Uni mit der wir bei betterplace eine besondere Beziehung haben, da viele unserer guten Praktikanten von dort kommen und zwei von ihnen auch langfristig bei betterplace gearbeitet haben.
Im Rahmen des Masterstudiengang für Geschäftsmodell-Innovationen in digitalen Geschäftsfeldern habe ich zwei Veranstaltungen bestritten; eine zum Geschäftsmodell von betterplace.org und betterplace lab, die andere zu digitalen Trends im sozialen Sektor.
Der Talk wurde im Rahmen einer Förderung von Google für deren MOOC-Plattform aufgezeichnet. Bevor er online verfügbar ist, hier schon mal die Präsentation:
Eine Zusammenfassung der Veranstaltung findet sich hier.
Das YouTube Nonprofit Programm startet jetzt auch in Deutschland
Vor ziemlich genau einem Jahr haben wir einen Brief an YouTube initiiert, um die Einführung eines Nonprofit-Programms zu fordern. Wir sind stolz euch nun mitteilen zu können: Das YouTube Nonprofit-Programm geht heute an den Start! Gemeinnützige Organisationen mit Sitz in Deutschland können sich ab sofort für das Programm bewerben.
Zur Erinnerung hier noch einmal die wichtigsten Zusatzfunktionen, die am Programm teilnehmenden Organisationen zur Verfügung stehen:
- Call-to-Action-Overlays: Während ihr Video abspielt, können Sie ein kastenförmiges Overlay einblenden lassen mit einem kurzen Text und einem Link zu einer externen Webseite Ihrer Wahl. Ob Sie damit zum Beispiel Spenden generieren, ehrenamtliches Engagement fördern oder eine bestimmte Petition bewerben möchten, bleibt Ihnen überlassen.
- Externe Links in Videoanmerkungen: Sie rufen mit Ihrem Video zum Beispiel dazu auf, eine Petition zu unterzeichnen oder Sie teilen dem Publikum eine URL mit, auf der sie weitere Informationen erhalten können. Statt wie bisher nur die URL auf dem Bildschirm einblenden zu lassen, können Sie nun auch direkt mit Hilfe einer „Anmerkung“ (engl.: annotation) zu einer externen Webseite verlinken.
- Spenden-Schaltfläche: Geben Sie Ihrem Publikum die Möglichkeit sofort auf YouTube zu spenden. Dazu wird ein Google Wallet Account benötigt. Wenn dieser eingerichtet ist, erscheint ein „Spenden“-Button auf Ihrem YouTube-Kanal und unter Ihren Videos.
- Live-Streaming-Funktion: Events und Konferenzen können Sie jetzt auch gleich live auf YouTube streamen.
Das Tool wird der NGO-Welt auf der nächste Woche stattfindenden re:campaign vorgestellt. Wir hoffen, dass NGOs mit den neuen Tools ihre Videokommunikation noch effektiver gestalten können!
Noch nicht zufrieden? Wir bleiben im Dialog mit YouTube und geben gerne Wünsche und Anregungen der NGO-Community weiter. Über weitere Neuerungen halten wir euch auf dem Laufenden.
Herzliche Grüße,
Eure Joana
und
Cornelia Reetz, Film4Change
Jahresberichte: Print oder Online?
In den USA würde man sagen, Jahresberichte von Stiftungen und NGOs sind klassische „Coffee Table Books“, Bücher also, die schön aussehen, aber die niemand wirklich liest. Und auch in Deutschland zieren sie wohl eher die Regalreihen, anstatt eine massive Leserschaft zu begeistern. Die Stiftung Mercator, die am vergangenen Mittwoch ihre Jahresbilanz vorlegte, hat in diesem Jahr erstmalig auf einen gedruckten und redaktionell aufbereiteten Jahresbericht verzichtet. Das nehmen wir zum Anlass uns diese Entwicklung weg von Print-Jahresberichten hin zu mehr Online genauer anzuschauen.
Völlig zu Recht wird von Stiftungen und NGOs erwartet, dass sie jährlich ihre Zahlen veröffentlichen und Förderungen transparent darstellen. Je nach Organisationsform ist das sogar verpflichtend. Aber muss das immer in Form von hundertseitigen Druckwerken geschehen?
Transparenzgebot ja, Leserspaß nein
Mittlerweile ist eine Selbstverständlichkeit, dass Jahres,- Tätigkeits,- oder Geschäftsberichte bei den unterschiedlichen NGOs und Stiftungen auch zum Download angeboten werden. Allerdings reicht die Aufarbeitung der Printpublikationen meist nicht über das Download-Angebot hinaus.
Angenehmer ist es dann schon, wenn man, wie im Fall von Amnesty International auch online blättern kann. Die meisten Organisationen kommen so zwar dem Transparenzgebot nach, machen es dem Nutzer aber nicht unbedingt einfach, Zahlen und Fakten schnell zu finden, geschweige denn zu verstehen.
Infografiken und virtuelle Datenbanken machen Zahlen zugänglicher
Interaktive Infografiken können ein gutes Mittel sein, Daten aufzubereiten. Im Vorwort des Mercator-Berichts, der nur online abrufbar ist, heißt es, dass sich die Stiftung ganz bewusst für diesen „direkteren und klimafreundlicheren“ Weg entschieden hat. Die Zahlen der Jahresbilanz wurden in einer Infografik aufgearbeitet. Auch der WWF Deutschland hat einen ähnlich nutzerfreundlichen Weg gewählt. Amerikanische Stiftungen, von denen viele schon seit Jahren keine gedruckten Jahresberichte mehr herausgeben, gehen hier noch einen Schritt weiter. Die Hewlett Foundation hat beispielsweise eine interaktive Online-Bewilligungsdatenbank erstellt, die ihre Förderungen nach Regionen und Themen zusammenstellt. Weiterhin stellen in Kooperation mit dem Foundation Center 16 amerikanische Stiftungen ihre Bewilligungsdaten maschinenlesbar und geo-lokalisiert vierteljährlich zur Verfügung (dazu gibt es auch einen Blog-Artikel vom lab).
So kann ein Jahresbericht auch aussehen: Grants-Tool der Hewlett Foundation
multimediales Storytelling statt Textlast
Auch multimediales Storytelling kommt in den USA wesentlich stärker zum Einsatz. Anstelle eines Jahresberichts richtet sich die Gates Foundation beispielsweise einmal jährlich mit Bill Gates Anual Letter an ihre Zielgruppen. Statt eines textlastigen PDF-Dokuments nutzt die Stiftung dafür eine interaktive Webseite, die Bildergalerien, Youtube-Videos, Grafiken sowie Social Media einsetzt und vor allem Geschichten von Projekten und Begünstigten erzählt. Dass sich CEOs und Stifter wie Bill Gates mit einer jährlichen Video-Botschaft an die Öffentlichkeit richten, gehört schon zum guten Ton.
Debatte um Vor- und Nachteile
In Deutschland hängen viele gemeinnützige Organisationen noch an ihren gedruckten Jahresberichten. Und das ist verständlich. Auch in den USA gibt es angestoßen vom Communication Network immer noch eine lebendige Debatte um die Vor- und Nachteile. Das Format gibt Organisationen die Möglichkeit einmal im Jahr in besonderer Form Geschichten über ihre Arbeit zu erzählen, ihre Erfolge zu bebildern und sich damit bei ihren Gremien, Projektpartnern und Unterstützern zu bedanken. Da aber die multimediale Online-Kommunikation und interaktiven sozialen Medien für immer mehr Menschen eine immer selbstverständlichere Rolle spielen, sollten Stiftungen und NGOs darüber nachdenken, ob sie ihre Ressourcen und Kapazitäten nicht lieber dafür investieren, genau das, das ganze Jahr hindurch auf der eigenen Webseite, Blogs und anderen Social Media-Kanälen zu tun. Das ist transparent, zeitgemäß und verbessert ganz nebenbei den Carbon Footprint.
