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Katzen, Burger und Selfie für das labtogether 2014!

21.10.2014 | Author: Franziska Kreische | 0  Kommentare

Gestern auf dem Heimweg sind sie Euch vielleicht schon begegnet: ein plüschiges Kätzchen spielt mit einem Faden, ein schräges Selfie mit Hipster-Brille oder ein Cheeseburger samt Pommes. Dazu Titel wie "SOOO NIEDLICH!", "SCHÖN DOOF!" und "ESSEN SHAREN". Ihr musstet zweimal hinschauen? Gut so. Aufmerksamkeit zu erregen ist auch das Ziel unserer Plakatkampagne für das betterplace labtogether 2014

Unser Kätzchen in freier Wildbahn.



Am 06. November ist es soweit und jetzt sollen es alle erfahren: Wir laden ein zum betterplace labtogether 2014, der spannendsten Konferenz an der Schnittstelle zwischen Digital und Sozial. Auf verschiedenen Panels zu Themen wie Datensicherheit, Digitale Nothilfe oder Crowdfunding zeigen wir Euch, warum das Internet so viel mehr kann, als nur niedliche Katzenbilder sammeln, Rezepte zu teilen oder die dufte Party von gestern für die Ewigkeit festzuhalten:

Wir diskutieren mit Euch: Wie behalte ich die Kontrolle über meine Daten – ohne gleich den Laptop wegzuwerfen? Wie helfen Apps, Webseiten und soziale Medien Menschen in Notsituationen? Welche Organisation hat es so richtig raus in Sachen Online Fundraising, Social Media und digitalem Geschichtenerzählen?

Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen und mit diesen Ideen begeistern. Daher starten wir zum ersten Mal eine umfangreiche Plakatkampagne: Eine Woche lang könnt ihr unsere Motive für das betterplace labtogether auf über 40 digitalen Flächen in ganz Berlin und im Bahnhof Friedrichstraße sehen. Dafür geht ein großes Dankeschön an unseren Partner, die WAll AG, die uns diese exklusiven Flächen zur Verfügung stellt. Auch in der Vorbereitung steckt natürlich eine Menge Arbeit; für die Pro Bono-Entwicklung der Plakatkampagne danken wir Judith Homoki und Sandra Schilling und Kerstin Krauss von PX1 Berlin für die Postproduktion der Plakate. Vielen Dank!

Am Ende lohnt noch ein Blick auf unsere anderen beiden Motive:

Franziska Kreische

Der Trendreport 2014 ist da! Mit zehn neuen Trends für alle.

13.10.2014 | Author: Moritz Eckert | 0  Kommentare

Auch wenn er in einem schwarzen Einband daher kommt,  die in Deutschland übliche Internet-Schwarzmalerei betreiben wir mit dem neuen betterplace lab Trendreport nicht. Uns geht’s um die Gute Seite des Internets.

Großzügig unterstützt von SAP, ist die  nunmehr dritte Ausgabe des Trendreports wieder pickepackevoll mit analytischem Wissen und inspirierenden Geschichten. Für alle, die die Welt verbessern wollen.

Folgende Trends wurde von uns im vergangenen Jahr weltweit an der Schnittstelle digital-sozial identifiziert und sind jetzt für Euch im neuen Trendreport analysiert:

  • Hackathons: Immer häufiger treffen sich Konzepter und Coder auf Hackathons. Berauscht von Schlaflosigkeit, Energydrinks und dem Drang, Ideen Leben einzuhauchen, entwickeln sie erstaunliche soziale Innovationen.
  • Offline: Spazierengehen ist das neue mobile, Partys sind der bessere Hangout. Wer sich nur auf Webseiten und Apps konzentriert, verpasst das wahre Leben: Offline werden auch nach wie vor die Strippen fürs Weltverbessern gezogen.
  • Giving Days: Zeitlich begrenzte Aktionstage reißen die Menschen aus der Spendenlethargie. Am Giving Day tun sich Unternehmen, Medien und soziale Organisationen zusammen und stacheln die Bevölkerung an, neue Spendenrekorden aufzustellen.
  • Crowdfunding: Schon fast ein Klassiker der Finanzierung. Auf dem mehrere Milliarden schweren Crowdfunding-Markt holen sich Erfinder für Prototypen, Musiker fürs erste Album und Gründer für ihr Sozialunternehmen Startkapital.
  • Shareconomy: Immer mehr postmateriell eingestellte Leute teilen sich Werkzeug, Couch und Auto mit anderen. Das schont Geldbeutel und Ressourcen gleichermaßen. Auf Online-Plattformen lässt sich Vertrauen und Abwicklung einfach organisieren.
  • Unterwachung: Auch das Volk nutzt Kameras, Datenbanken und Smartphones zur Überwachung, um Korruption und schlechtes Benehmen bei Politikern aufzudecken. So sorgen die Watchdogs für mehr Transparenz und bilden ein Gegengewicht zur politischen Macht.
  • Silbersurfer: Die Grauhaarigen sind im Netz angekommen und holen mächtig auf mit Tablets, Tabletten-Apps und Webseiten für ihre Senior-Bedürfnisse. Das Feld der sozialen Innovationen für Alte ist groß und wird gerade erst erschlossen.
  • Digitale Nothilfe: Die Zeit nach Wirbelstürmen, Erdbeben oder Terroranschlägen ist geprägt von Chaos, Kontrollverlust und Panik. Doch die vielen Informationen, die Betroffene in soziale Netzwerke streuen, werden zunehmend strukturiert genutzt, um besser helfen zu können.
  • Bauern empowern: Wer Handys sät, erntet SMS: Kleinbauern in armen Ländern verschaffen sich über Info-Dienste Zugang zu wichtigen Informationen und brechen so Wissensmonopole auf. Das steigert die Erträge und könnte zu mehr Gerechtigkeit führen.
  • Facebook fürs Gute: Bei Facebook lässt sich fast jeder berieseln, Stichwort: Katzenvideos. Soziale Organisationen und Initiativen strengen sich an, dort auch wichtige Themen zu verbreiten und nutzen den Zugang zu 800 Millionen Menschen, um Gutes zu tun.

Nicht nur Trends, sondern auch viele viele Beispiele

Jeder Trend besteht dabei nicht nur aus einer ausführlichen Analyse und einem knackigen Fazit, sondern klärt auch über Chancen und Risiken der jeweiligen Entwicklung auf. Wie immer bringen wir die Trends aber auch zum Leben – in Form von Fallbeispielen aus aller Welt. Auch zwei Insights – vertiefende Berichte über einzelne Cases – gibt es dieses mal wieder. Unter anderem über Meu Rio, einer brasilianischen Kollaborationsplattform, die gerade wieder zur Fußball-WM für Furore gesorgt hat.

Ein aktuelles Fallbeispiel zum Trend Unterwachung kommt aus der Ukraine: das „Vladometr“. Auf der Website kann jedermann die Versprechen ukrainischer Politiker überprüfen und bewerten. So entsteht ein Gegenpol zur dortigen Medienlandschaft, die fest in oligarchischen Händen ist.

Ein Beispiel für „Shareconomy“ ist die deutsche Plattform „foodsharing.de“: Menschen erstellen virtuelle Essenskörbe mit eigenen Lebensmittelresten, die sie dann zu Verteilerstationen bringen oder die bei ihnen zu Hause abgeholt werden können.

Dass auch Mobilfunk das Leben verbessert zeigt „Nano Ganesh“ aus Indien. Mit dieser Innovation müssen indische Bauern nicht mehr zu ihren weit entfernten Wasserpumpen laufen, sondern können diese per Handy fernsteuern. Der Trendname ist hier also Programm: Bauern empowern.

Und wie nutzt Du den betterplace lab Trendreport für Dich?

Lass dich inspirieren, übertrage Ideen auf Deine Arbeit und pflege Trends in Deine zukünftige Strategie mit ein! Übrigens ist der Trendreport nicht nur für soziale Vereine, Hilfsorganisationen oder Stiftungen. Einige der beschriebenen Trends kommen zwar ursprünglich aus dem sogenannten sozialen Sektor, haben sich aber in kurzer Zeit so weiterentwickelt, dass sie inzwischen auch für andere Bereiche der Gesellschaft von Bedeutung sind. Zum Beispiel "Shareeconomy", "Crowdfunding" oder "Unterwachung". Wir sind deshalb glücklich, dass uns auch immer mehr "normale" Trendforscher, Unternehmen, Werbeagenturen, Marketingabteilungen und andere Akteure außerhalb des sozialen Sektors den Trendreport aus der Hand reißen. Oder wir auf großer Bühne ihnen davon erzählen können – wie Joana vor Kurzem auf der "Denk ich an Deutschland"-Konferenz der FAZ. Damit sich nicht nur der soziale Sektor um das Weltverbessern kümmert, sondern viele mehr.

Deshalb sehen wir auch weiterhin nicht schwarz, was die zunehmende Digitalisierung angeht – sondern schön bunt! Apropros schön bunt: Als Bonus zum gedruckten Trendreport, kriegt Ihr auch noch unsere "lab around the world"-Broschüre, in der wir von unserer Feldforschungsreise aus 14 Ländern und deren digital-sozialer Dynamik berichten.

Jetzt Trendreport und "lab around the world"-Broschüre als Buch bestellen!

Moritz Eckert

Einer von zehn – betterplace.org verändert den sozialen Sektor

10.10.2014 | Author: Franziska Kreische | 0  Kommentare

Welche sind die innovativsten Projekte im sozialen Sektor? Und was hat Innovation mit Veränderung zu tun? In dem Report "Ten Innovations in Global Philanthropy" ging New Philanthropy Capital (NPC) diesen Fragen nach und stellt zehn spannende soziale Innovationen aus der ganzen Welt vor. Diese Innovationen tragen entweder dazu bei, dass mehr Geld für soziales Engagement bereitgestellt wird. Oder sie führen dazu, dass Ressourcen effektiver eingesetzt werden – Geld “besser” gespendet wird – indem sie beispielsweise Spendenlücken identifizieren oder versuchen, den Umgang mit Fehlern in einem positiven Lernprozess zu gestalten. Wir freuen uns, dass betterplace.org eine dieser zehn Innovationen ist!

Die britische Organisation NPC hat sich in Zusammenarbeit mit zahlreichen Experten in einem längeren Auswahlprozess die Mühe gemacht, Projekte und Ideen zu identifizieren, die maßgeblichen Einfluss auf den sozialen Sektor nehmen und auch replizierbar sind. NPC versteht sich als Wohltätigkeits-Think Tank und als Unternehmensberatung und agiert damit an der Schnittstelle zwischen NGOs und Förderern. Alle Innovationen wurden daher aus zwei Sichtweisen betrachtet: Wie können sie den Impact wohltätiger Organisationen erhöhen und welche Möglichkeiten entstehen für mögliche Spender? Der Bericht fügt sich ein in eine Reihe unabhängiger Forschungsberichte über den Wohltätigkeitssektor, die NPC regelmäßig veröffentlicht.

Innovativ ist, wer verändert

Wie man wohltätiges Engagement fördern und verbessern kann, hängt laut Autoren von unterschiedlichen Faktoren ab. Diese sind in der unteren Grafik in den kleinen Kreisen dargestellt, wie beispielsweise den Spendenprozess zu vereinfachen, Risken zu teilen oder aus der Erfahrung anderer zu lernen. Weiterhin zeigt die Grafik, dass sich aus diesen Faktoren zwei unterschiedliche Innovationsmodelle ergeben: entweder mehr Geld zu investieren/spenden oder es effektiver zu investieren/spenden.

Für den Report wurden nur jene Innovationen ausgewählt, die zu einer wirklichen Veränderung im Sektor beitragen können – die transformativ sind. Insgesamt sechs der zehn vorgestellten Innovationen kommen aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Die anderen vier jeweils aus Kanada, Deutschland, Indien und Australien. Das liegt nach Meinung der Autoren nicht daran, dass es in Asien, dem Mittleren Osten oder Lateinamerika keine spannenden Entwicklungen in der Philantropie gibt – doch wirken diese meist nicht auf die Veränderung bestehender Strukturen. Ein plausibler Einwand – allerdings hätte man als Konsequenz einen anderen Titel für den Report wählen müssen.

Im Ergebnis bleiben zehn Innovationen, die neun verschiedenen Trends zugeordnet werden. Jeder Trend wird kurz vorgestellt mit einem Hinweis darauf, was ihn zu einer Innovation in der Philantropie macht. Zum Beispiel ermöglicht Transparenz, d.h. das öffentliche Teilen von Informationen, eine vertrauensvollere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren und bessere Entscheidungsfindungen. Fehler und Scheitern öffentlich zuzugeben verhindert nicht nur, dass sie ein weiteres Mal begangen werden, sondern fördert auch den Wissensaustausch zwischen Organisationen und schafft gleichzeitig Raum für neue Ideen. “Lean Philantropy”, d.h. die Investition in Projekte, die sich noch auf einer geringen Entwicklungsstufe befinden und damit eher dem Risiko ausgesetzt sind, schlechte Ergebnisse zu erzielen – dieser Trend hat dennoch großes Potential, denn hier ist Mut zum Experimentieren und Kreativität gefragt und zahlt es sich aus, hat man unter Umständen sehr viel Zeit und Geld gespart.

Von Expertenlieblingen und betterplace

Vor dem Hintergrund, dass alle zehn sozialen Innovationen im Ergebnis eines mehrstufigen Verfahrens für den Report ausgewählt wurden, freut es umso mehr, dass es die Spendenplattform von betterplace.org geschafft hat. Als Beispiel des Trends Online-Spendenmärkte wird vor allem der hohen Stellenwert von Transparenz positiv hervorgehoben. Damit entstehe ein besonderer Dialog zwischen den Projektverantwortlichen und den Spendern, der Vertrauen schafft und damit wiederum neue potentielle Förderer anzieht.

Vier der Innovationsbeispiele wurden zu den Lieblingen der Experten-Jury gewählt. Dazu gehört u.a. das Open Data- Beispiel und Online Portal WASHfunders.org (water, sanitation, hygiene), auf dem große Datensätze zu eben jenen drei Themenbereichen sehr anschaulich aufbereitet werden (wir haben im Trendreport schon davon berichtet). Es richtet sich vor allem an Spender, die hier schnell sehr genaue Informationen über ihre potentielle Strategie oder die Region, in der sie sich engagieren möchten, erhalten. Ein weiterer Experten-Liebling ist Dasra Giving Circles: Spender finden sich zu einem bestimmten Themengebiet zusammen und unterstützen eine Organisation, die zuvor von Dasra streng ausgewählt wurde. Während der gesamten Spendenphase hält Dasra engen Kontakt zu Organisation und Spender-Kreis und fördert somit das Vertrauen zwischen ihnen.

Die Zukunft gehört ehrlichen, frechen und risikofreudigen Innovationen

And now? Trotz dieser zahlreichen positiven Beispiele wird in dem Report deutlich, dass sich soziale Ideen angesichts neuer gesellschaftlicher Herausforderungen unbedingt weiterhin anpassen und weiterentwickeln müssen, um die Aufmerksamkeit finanzieller Unterstützer zu erlangen. Dabei sollten sie im besten Fall folgende drei Kriterien erfüllen: (1) Sie müssen transparent sein, d.h. Informationen, Daten und Ressourcen öffentlich teilen, (2) Verantwortliche können durchaus frecher werden, Grenzen austesten und kreativ sein und (3) das Vertrauen darin, neue Ansätze zu entwickeln und risikiofreudiger zu werden, muss wachsen.

NPC geht darum, diesen Innovationsgedanken und den Willen, den Sektor nachhaltig zu transformieren, zu fordern und zu fördern. Und zwar auf globaler Ebene, d.h. ihn auch in spannenden Projekten in Lateinamerika, Afrika und Asien weiterzuentwickeln.

Hier der Report als PDF zum Download.

Franziska Kreische

Denk ich an Deutschland - Deutschlands Elite hadert mit der Digitalisierung

06.10.2014 | Author: Joana Breidenbach | 0  Kommentare

Ich hatte die Ehre auf der Denk ich an Deutschland-Konferenz der Alfred Herrhausen Gesellschaft einen Vortrag zur Bedeutung von Technologie für eine moderne Zivilgesellschaft zu halten. Erstaunlicherweise war mein Beitrag einer der wenigen, die die Chancen digitaler Medien in den Mittelpunkt rückten. Erstaunlich deshalb, weil bei dieser Veranstaltung im Atrium der Deutschen Bank, führende Köpfe der deutschen Wirtschaft und des Journalismus zusammenkamen, die nicht unbedingt zu den Digitalisierungsverlierern zählen dürften.


Premiere - Joana am gleichen Rednerpult wie Anshu Jain, CEO der Deutschen Bank und Thomas de Maiziére, Bundesminister des Inneren.

Der Vortrag als Slideshow:

FAZ Herausgeber Holger Stelzner setzte mit seiner Begrüßung den Tenor der Veranstaltung: im Zuge der Digitalisierung würden sehr wenige Menschen unvorstellbar reich, eine riesige Masse dagegen immer ärmer. Auch Moderatorin Ursula Weidenfeld sprach von Digitalisierung als einem "der ganz großen Probleme unserer Zeit" und niemand schien es zu verwundern, dass Google-Vertreter Jens Redmer von vornherein als Feind vorgestellt wurde, dem das Publikum Paroli bieten würde.

Beiträge von Gesche Joost (Designprofessorin an der UdK und Internetbeauftragte der Bundesregierung), Andreas Winiarski (Pressesprecher Rocket Internet) oder KI-Forscher Wolfram Burgard, die dazu aufforderten, digitale Medien und Geschäftsmodelle in Deutschland nicht zu verdammen, sondern sie in ihren Potentialen wahrzunehmen und zu fördern, konnten sich nur schwer gegen Panelisten durchsetzen, die Digitalisierung auf NSA-Überwachung und Datenmißbrauch reduzierten. Auch Innenminister de Maiziére erntete mit seinem Plädoyer gegen Anonymisierung im Netz spontanen Beifall - ungeachtet der vielen Argumente dafür, die sich nicht nur auf Internetnutzer in repressiven Staaten beziehen, sondern Anonymität auch als wichtigen Aspekt der Meinungsvielfalt und -freiheit in Demokratien bezeugen.

Digitalisierung - das Ende der Demokratie? Nur, wenn man seine Beispiele stark selektiv auswählt.

Schlussendlich kam dann noch Evgeny Morozow aus Barcelona angereist, um im Staccato seine Thesen vorzutragen (und im Anschluss gleich weiter zur nächsten Veranstaltung zu verschwinden). Morozows dystopische Sicht bietet einige wertvolle und wichtige Korrekturen zu einem undifferenzierten Technologie-Hype. Seine Kritik des "Solutionism" - der naiven und in Silicon Valley-Kreisen weit verbreiteten Annahme, Technologie werde alle gravierenden gesellschaftlichen Probleme lösen können, ist durchaus berechtigt. In seinem Berliner Beitrag ging es ihm darum aufzuzeigen, wie die delikate Balance zwischen liberaler Demokratie und Kapitalismus im Zuge der Digitalisierung immer weiter aufgelöst wird und wir zunehmend ehemals private oder öffentliche Aspekte unseres Lebens dem Markt überlassen.

Diese Ökonomisierung unseres Lebens belegt Morozow u.a. mit der Money Parking App, mit Hilfe derer Autobesitzer in verkehrsreichen Städten wie San Francisco ihren Parkplatz online an den höchsten Bieter versteigern. Damit wird ein grundsätzlich freies Gut (Parkplätze), das jedem Bürger unabhängig von seiner Geldbörse zustehen sollte, monetarisiert und potentiell nur noch für wohlhabende Bürger verfügbar. Wie weit Morozow allerdings auch übers Ziel hinausschießt, zeigt die Tatsache, dass der Markt in diesem Fall nicht das letzte Wort hatte: Money Parking wurde von der Stadt San Francisco im Sommer verboten, genau weil es versucht ein öffentliches Gut zu Geld zu machen und dabei soziale Ungleichheiten verstärkt. Aber scheinbar meint Morozow solche Differenzierungen würden die Schlagkraft seiner Thesen schwächen. Das ist schade, denn seine zentrale Aussage, dass wir uns sehr genau überlegen müssen, wer unsere vielen Daten besitzt und wofür diese jeweils genutzt werden können, ist definitiv eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit.

P.S. Im betterplace lab haben wir für diese Frage auch einen Vorschlag erarbeitet: die Idee einer differenzierten Vergabe von Datennutzungsrechten durch den Erzeuger, u.a. in Form einer Datenspende.

Joana Breidenbach

betterplace labtogether 2014: Jetzt anmelden

30.09.2014 | Author: Franziska Kreische | 0  Kommentare

Du weißt es ja schon längst: Das betterplace labtogether ist die coolste digital-soziale Konferenz in Deutschland.

Was Du noch nicht weißt: Ab jetzt ist unser Ticketverkauf geöffnet. Also meld Dich jetzt für den 6. November in der Factory Berlin an, und wir nehmen Dich mit auf die gute Seite des Internets.

Du interessiert Dich für Datensicherheit und -transparenz? Du willst alles über digitale Innovationen in der Nothilfe erfahren? Oder Du möchtest Dich einfach mal wieder mit Menschen austauschen, die auch der Meinung sind, dass das Internet mehr kann als Katzenfotos, Selfies und Schmuddelkram?

Dann bist Du auf dem labtogether genau richtig!

Hier die wichtigsten Fakten in Kürze:

6. November 2014, 13 Uhr bis 19 Uhr

Factory Berlin, Rheinsberger Straße 76/77 (Prenzlauer Berg)

Hier geht es zu allen Informationen und der Anmeldung.

Wir freuen uns auf Dich.

Franziska Kreische

Neues Arbeiten - auch im betterplace lab

27.09.2014 | Author: Joana Breidenbach | 0  Kommentare

Anläßlich der Social Media Week, die diese Woche in Berlin stattfand, diskutierte ich auf dem Panel Wissensarbeiter aller Welt verändert euch, wie sich unsere Arbeitswelten verändern müssen, um den veränderten Ansprüchen einer jüngeren Generation gerecht zu werden.

Organisiert von Microsoft war es Microsoft Office Manager Thorsten Hübschen, dessen Impuls, vorgetragen in Form eines Manifests für ein Neues Arbeiten, auch den Ausgangspunkt der Diskussion zwischen Markus Herrmann (Social Media Editor für Circus Halligalli), Jeanette Gusko (Campaignerin von Change.org), Christoph Hinske (Researcher am Institute for Strategic Clarity) und Moderator Daniel Finger, darstellte. Für mich war es interessant unsere eigenen Arbeitsstrukturen mit denen hier als "zukunftsweisend" präsentierten, abzugleichen.

Hier findet ihr den Mitschnitt der Veranstaltung:

Wissensarbeiter aller Länder, verändert euch! by SMWBerlin

Keine festen Chefs

So fordert Hübschen im Manifest, die Aufgabe von festen Strukturen und Hierarchien in Unternehmen. Wir wollen keine festen Chefs, sondern Chef soll sein, wer auch immer gerade ein Projekt betreut, an dem wir arbeiten.

Damit kommt er der Arbeitsweise des betterplace labs ziemlich nah. Auch wir bestimmen, sobald ein Projekt angenommen wurde, einen Projektleiter, der wiederum aus jedem Teammitglied bestehen kann (Ausnahme bilden bislang unsere Praktikantinnen) und dem andere zuarbeiten. Im nächsten Projekt kann der Teamleiter dann wiederum ein "zuarbeitendes" Teammitglied werden. Ebenso werden Querschnittsaufgaben (Finanzen, Strategieplanung, Organisationsentwicklung etc.) von unterschiedlichen Mitarbeitern übernommen. Diese Arbeitsweise macht bei "Wissensarbeit" extrem viel Sinn, weil Wissen nicht hierarchisch verteilt ist, sondern beispielsweise einzelne Mitarbeiter zu bestimmten Themen einfach mehr wissen als ich, die im Vorstand sitzt.

Arbeiten von überall

Statt am Schreibtisch sollen wir laut Manifest jeweils von dort arbeiten können, wo es uns hinzieht: auf dem Spielplatz, von zu Hause oder als Teil von virtuellen Teams.

Die räumliche und zeitliche Flexibilität ist mir persönlich total wichtig; mir ist es völlig egal von wo aus jemand arbeitet, ob dies tagsüber oder nachts geschieht und ob er dabei ein Baby auf dem Arm hält oder durch den Görlitzer Park läuft. Ich weiß, das jeder weit mehr Stunden arbeitet, als vertraglich vereinbart und das wir alle einen hohen Anspruch an die Qualität unser Arbeit haben. Da wir an vielen Projekten gemeinsam arbeiten, läuft es zwar momentan doch darauf hinaus, dass die meisten von uns größtenteils im Büro arbeiten, wo wir uns schnell zu einer Besprechung zusammensetzen können. Aber viele dieser Treffen könnten prinzipiell auch durch Hangouts oder Chat ersetzt werden. Einer unserer Mitarbeiter, Sebastian, arbeitet sowieso von einem Büro unser Partner, der Benckiser Stiftung, in Mitte und kommt nur zu den mittwöchlichen Teammeetings nach Kreuzberg.

Unser bislang anspruchsvollstes Projekt im Bereich virtuelles Arbeiten waren die 2 Monate, die wir Anfang des Jahres während des Lab Around The Worlds in 14 verschiedenen Ländern zwischen Brasilien und China verbrachten. Unsere wöchentlichen Team-Meetings fanden per Skype statt, alle unsere Arbeitsmaterialien wie Interviewleitfäden, Fragebögen und Dokumentationen wurden kollaborativ in Basecamp und auf google drive befüllt und unterwegs weiterentwickelt. Unser Fazit: es ist prinzipiell möglich völlig dezentral über die ganze Welt verteilt zu arbeiten. Schlechte Internetzugänge in manchen Ländern (darunter nicht nur Bolivien, sondern auch in Berlin) sorgten aber dafür, dass wir manchmal die Hälfte der Teammeetings mit Neueinwahl und "Kannst Du uns hören?" verbrachten.

Sinnhaftes Arbeiten und Potentialentfaltung

Aus vielen Umfragen wissen wir, dass es heutigen Berufsanfängern besonders wichtig ist, dass ihnen ihre Arbeit sinnvoll erscheint. Das Schöne an betterplace ist, dass die meisten (alle?) von uns genau aus diesem Grund hier arbeiten: weil sie davon überzeugt sind, dass digitale Medien den sozialen Sektor wirklich effektiver und effizienter machen und sie zu dieser Entwicklung in Deutschland maßgeblich beitragen wollen.

Sinnvolles Arbeiten hat aber auch noch eine weitere Dimension: wir müssen spüren, dass wir bei unserer Arbeit unser individuelles Potential weiterentwickeln können. Und dafür gibt es eine Vorgehensweise, die den klassischen Fortbildungskursen von HR-Abteilungen meines Erachtens überlegen ist: Potentialerweiterung on the Job. Denn wenn wir unsere eigenen Hierarchien so flexibel gestalten, dass jemand bei Projekt A in einer Funktion mitarbeitet, beim nächsten Projekt B aber eine andere Rolle einnimmt und wir zudem eine mutige Kultur des Peer-to-Peer Feedbacks praktizieren, lernen wir an unterschiedlichsten Stellen dazu und können immer weiter wachsen, ohne das dies mit einem offiziellen Handshake vom Chef oder dem Aufstieg im Firmen-Organigramm ritualisiert werden muss.

Für alle, die sich mehr mit dem Thema "Neues Arbeiten" beschäftigen wollen, empfehle ich das Buch Reinventing Organisations, bzw. einen Vortrag des Autors Frederic Laloux auf Video.

Joana Breidenbach

The Need for a Silver Buckshot – Oder warum es oft unterschiedliche Lösungen für ein Problem geben muss

23.09.2014 | Author: Ben Mason | 0  Kommentare

Ben aus dem Lab nimmt vom 21.-22. September in New York am Social Good Summit teil. Bereits am ersten Konferenztag gibt es einigen Denkstoff (#betterplacelab).

Auf dem Weg von meinem Apartment zur Konferenz nahm ich heute morgen eine Abkürzung durch den nasskalten Central Park – zu einer, zumindest für deutsche Verhältnisse, undenkbar frühen Konferenz-Startzeit um 7.45 Uhr. Nur 11 Stunden später waren die Seiten meines Notizbuchs prall gefüllt mit teils wirrem Gekritzel aus Unmengen von Eindrücken und Gedanken.

Ein wenig Hintergrundwissen, um zu verstehen, worum es in diesem Blogpost geht: Der Social Good Summit (SGS) findet bereits im dritten Jahr statt und läuft nicht ohne Absicht zeitgleich zum United Nations Climate Summit, nur einige Blöcke entfernt. Die ursprüngliche Idee zur Gründung des Summit entstand aus dem Bewusstsein, dass die UN zwar sehr wichtige Arbeit leistet, jedoch zu wenig Interesse hervorruft –weil sie ihre Ergebnisse schlecht kommuniziert und unzureichend aufbereitet, um verstanden zu werden.

Der Social Good Summit zielt darauf ab, insbesondere Mitglieder der Zivilgesellschaft in das Themengebiet einzubinden, die gleichzeitig – und das ist sehr wichtig – auch als Bindeglied und Multiplikatoren wirken, um Ideen weiterzutragen und Debatten anzuregen. Dementsprechend oft fiel daher das Schlagwort „Global Conversation“ und produktiv war das Live-Tweeten.

Meine Anwesenheit beim Summit verdanke ich dem Stipendium des Young European Leadership, in dessen Rahmen ich weitere Veranstaltungen, wie Workshops besuchte – aus diesem Grund auch mein früh morgendlicher Spaziergang durch den Central Park.

Kratzen an einer sehr dicken Oberfläche

Das erste Panel hat mich wacher gemacht, als es mein Kaffee zuvor vermocht hatte. Thema waren die zentralen Herausforderungen für die Entwicklung von heute bis zum Jahr 2030 (gleichzeitig das übergeordnete Thema der Konferenz, daher auch der Hashtag #2030now). Die Beiträge der verschiedenen Experten aus Bereichen wie Solar-Energie, sanitäre Einrichtungen oder auch Gender-Gleichheit waren kurz und inhaltlich vollgepackt – dazu gespickt mit drei bis fünf wichtigen Handlungsempfehlungen. Gesamtzeit des Panels betrug nur 50 Minuten und weiter ging’s – zack – zum nächsten.

Daran musste ich mich zu Beginn erst gewöhnen. Im Unterschied zum Großteil meiner eigenen Arbeit (und auch im Vergleich zur Ethics of Data in Civil Society-Konferenz, die ich nur einige Tage zuvor besucht hatte und über die bald ein ausführlicher Blog folgen wird), handelt es sich bei den meisten Panels nicht um einen tiefen, nachhaltigen Blick auf ein Problem und den Versuch, ihm auf den Grund zu gehen. Stattdessen reichten die Diskussionen der Themen höchstens dazu, einen Überblick zu geben und ein paar interessante Einblicke – nicht wegen fehlender Expertise, sondern einfach aufgrund des Tempos der Veranstaltung.

So ging es den ganzen Tag weiter und bis 18.30 Uhr hörten wir Beiträge aus den Bereichen Klimapolitik, Public Private Partnership, Innovationswettbewerbe, Schutz von Flüchtlingen, Massive Open Online Courses (MOOCs), „disruptive Philanthropie“ und vielen anderen.

Der Generalist ist im Vorteil

Am Anfang hat mich das ein bisschen geärgert, denn ich wollte in jedes Thema viel tiefer einsteigen. Dann änderte ich aber meine Meinung und erkannte, dass dieser eher weitgefasste und vielleicht auch seichte Ansatz super passt. Und zwar aus zwei Gründen:

1) Es ist selten und irgendwie auch erfrischend, einen solch’ weitwinkligen Blick zu bekommen, wenn man ernsthaft gemeinsam über diverse Themen – wie z.B. Bildung oder Gender-Gleichheit – nachdenkt. Man bekommt nicht nur ein Gefühl für die Gesamtschau der Themenbereiche, an denen die Leute arbeiten, sondern beginnt auch Parallelen und Verbindungen zwischen den Problemen zu erkennen. Das ist wirklich essentiell. Denn keines dieser komplexen Probleme kann isoliert gelöst werden, eine integrierende Perspektive ist Bedingung für ernsthaften Fortschritt. Es gibt – wie es ein Panellist sehr prägnant herausgestellt hat – nicht die eine „silver bullet“, d.h. nicht die eine Lösung für das Problem, stattdessen brauchen wir einen „silver buckhot“, also verschiedene Lösungen, die wiederum durch unterschiedliche Ansätze erarbeitet werden.

2) Der Fokus an diesem Konferenztag lag eindeutig darauf, eine Bewegung zu bilden, Resonanz zu erzeugen und ein Momentum hinter den Kampagnen und Ideen, das über den Summit hinausgeht, sowohl zeitlich als auch örtlich. Und bei diesem Ziel wäre eine drei Stunden-Debatte, die sich an kleinsten Policy-Prozessen aufhält, nicht nur unnötig sondern sogar kontra-produktiv gewesen und hätte die Leute abgestoßen.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf war es dann das Statement von Ben Keesey, dem CEO von Invisible Children (Organisator der weltweit erfolgreichen, wenn auch nicht unumstrittenen Kony 2012-Kampagne), das mich am Meisten zum Nachdenken angeregt hat. Denn er sagte: „Die größte Sünde ist, zu langweilen.“ Ich würde dem widersprechen, ohne die Absicht, Keesey’s Zitat aus dem Kontext zu reißen. Trotzdem muss es einen Ausgleich geben zwischen einem nuancierten Engagement für ein Thema auf der einen und simplen Botschaften, die eine effektive Kommunikation erlauben auf der anderen Seite. Meiner Meinung nach gibt es einen bestimmten Punkt, an dem die Aufopferung dieses Engagements, nur um der reizvollen Nachrichten wegen, überschritten wird - wo dieser Punkt allerdings liegt, kann ich auch nicht sagen.

Weitere Höhepunkte vom 1. Konferenztag:

Der inspirierendste Moment: Die hervorragende Redekunst von Bryan Stevenson, CEO der Equal Justice Initiative, der leidenschaftlich, bewegend und eloquent über die sozialen Ungerechtigkeiten gesprochen hat, mit denen junge Amerikaner afrikanischer Herkunft zu kämpfen haben.

Die beeindruckendste Improvisation eines Panel-Moderators: „Ich erinnere mich nicht mehr an meine ursprüngliche Frage - falls Sie es jedoch tun, scheuen Sie sich nicht, sie zu beantworten.“

Der Konferenz-unüblichste Moment: Das komplette Publikum, die Hände gemeinsam über den Köpfen, singt gemeinsam mit Alicia Keys, die auf einem unerwarteten Live-Auftritt für ihre We are here-Kampagne geworben hat.

Bestes Zitat: „Nichts über uns ohne uns.“ (Ich erinnere mich leider nicht mehr, wer das gesagt hat. Aber es fasst wunderbar zusammen, wie wichtig es ist, Paternalismus zu vermeiden und Zielgruppen immer in alle Phasen eines Projekts einzubeziehen.)

Ben Mason

Unsere Zahlen für August sind online! Die Lab-Metriken: eine kritische Bilanz

05.09.2014 | Author: Angela Ullrich | 0  Kommentare

Seit fast vier Jahren erstellen wir monatlich unsere „Metriken“, die wir im Sinne der von uns proklamierten Transparenz auch stets veröffentlichen. Durchschnittlich 800mal wurden die einzelnen Ausgaben bislang auf Slideshare angeschaut. Gerade frisch online erschienen sind die Zahlen vom August 2014.  Warum machen wir das eigentlich – und machen wir das gut?

Grundsätzlich sollen die Metriken dazu dienen, uns ein besseres Bild von unserer quantitativen Entwicklung zu vermitteln, also z.B. wie viele Besucher auf unsere Webseiten kommen, welche Inhalte besonders beliebt sind oder wie viele Nutzer unsere Präsentationen angeschaut haben oder uns auf Facebook mögen. Zugegebenermaßen hält sich die „metrische Kunst“ unserer Darstellung dabei  in Grenzen, da aus pragmatischen Gründen zum größten Teil Screenshots aus Google Analytics genommen werden. Die rund 20 Charts fassen Ergebnisse aus sechs Quellen (Google Analytics, Slideshare, Youtube, Mailchimp, Facebook, Twitter) zu unseren Online-Zahlen zusammen. Wir haben bestimmte Parameter, die wir als „KPI“ (Key Performance Indikatoren) über einen längeren Zeitraum in einem extra Excel-Sheet erfassen und für die wir auch Zielwerte definiert haben. So können wir immer gut sehen, welche Parameter über oder unter unseren Erwartungen liegen.

So weit so gut. Die rein deskriptive Erfassung von Zahlen ist natürlich eigentlich nur der erste Schritt zum Erfolg. Nun müsste man die Zahlen intensiv analysieren, interpretieren und diskutieren, die Hintergründe der einzelnen Entwicklungen erforschen und daraus optimalerweise erfolgsfördernde Strategien und Konzepte ableiten. Zudem sollten die KPI immer wieder hinterfragt werden und  tja, auch die reine Datenerhebung müsste immer weiter verbessert und dynamisch an Bedürfnisse angepasst werden. Hier geht es uns nicht anders als vermutlich den meisten Nonprofits – wir stoßen an unsere Kapazitätsgrenzen. So bleibt es doch meist dabei, dass wir einmal pro Monat einen schnellen Blick auf die Zahlen werfen, größere Zielabweichungen besprechen und uns immer wieder vornehmen, demnächst mal eine ganz lange und intensive Session – ausschließlich für unsere Zahlen – abzuhalten.

Wem geht es auch so? Wer hat Ideen, wie wir das mit wenig Ressourceneinsatz deutlich verbessern können? Wer von Euch schaut sich eigentlich unsere Metriken an? Wir sind neugierig und freuen uns auf Kommentare und Anregungen!

Angela Ullrich

Digitale Nothilfe – wenn Daten Leben retten.

04.09.2014 | Author: Dennis Buchmann | 0  Kommentare

Eigentlich sollen Behörden, Unternehmen und Organisationen nicht  alles über uns wissen. Eigentlich. Doch im Katastrophenfall können Daten Leben retten. Nicht nur kann man den einzelnen besser behandeln, wenn man weiß, dass er Diabetiker ist oder gegen ein Antibiotikum allergisch ist. Auch die Datenmassen, die über mobile Rechner wie Handys, Laptops und Tablets ins Internet gestreut werden, haben großes Potential: Wer Tausende Fotos oder Tweets tausender Menschen strukturieren und daraus höhere Erkenntnisse ableiten kann, kann besser Ordnung ins Chaos bringen. Deshalb entwickeln Forscher mobile Crowd-Sourcing-Lösungen, um Informationen von Ersthelfern und Augenzeugen für die Rettungsarbeit zu nutzen. Digitale Nothilfe ist ein Beispiel  dafür, wie viele Daten viel helfen.

Unser neuer Trend „Digitale Nothilfe“ zeigt die Zukunft der Katastrophenbewältigung. Schon 2010 haben Freiwillige, die weltweit verstreut vor ihrem Rechner saßen, SMS von Betroffenen des Erdbebens auf Haiti mit Social-Media-Meldungen kombiniert, um ein detailliertes Bild der Lage zeichnen zu können. Die immer häufiger genutzte Open-Source-Kartierungs-Software Ushahidi war auch damals das Werkzeug der Wahl. Patrick Meier, Gründer von Ushahidi und heute bei den Crisis Mappern, sagt: „Haiti was our first battle with big data – what I call big crisis data. We had hundreds of volunteers monitoring social media and news online and we were just completely overwhelmed.“

Die Datenmassen sind überwältigend groß. Die zentrale Herausforderung ist wie bei anderen Big Data Anwendungen auch, einen tieferen bzw. neuen Sinn aus den Daten zu extrahieren. Und dazu müssen zunächst die guten Daten ins Tröpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Validierung lautet das Stichwort. Welche Informationen aus der Crowd sind wahr? Und welche davon sind überhaupt hilfreich? Hier kommen komplexe Algorithmen und Verifizierungs-Software ins Spiel. Was auf einem Foto zu sehen ist, bzw. wie groß die darauf abgebildete Zerstörung ist, können Computer noch nicht bewerten. Deshalb sind es diesem Fall echte Menschen, die in Handarbeit Fotos taggen, etwa über die App ImageClicker.

Über Digitale Nothilfe können sich Freiwillige auch besser koordinieren und organisieren. Etwa wenn sich Tausende Menschen 2013 nach der Flut in Dresden über Facebook-Gruppen finden und google-Maps kollaborativ nutzen.

Und digital kann man heute auch laut um Hilfe rufen. In China heißt das, eine Signalbombe abwerfen: Nach dem dortigen Erdbeben 2013 kam diese App auf den Markt. Wer den Knopf drückt, schickt seinen Hilferuf in alle möglichen sozialen Netzwerke.

Den Trend im Detail und alle Beispiele dazu findest Du jetzt im Trendreport.

Dennis Buchmann

Der neue Trendreport ist im Druck!

27.08.2014 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

Mehr als 500 Cases und 30 Trends tummeln sich bereits auf unserer Online-Plattform, dem betterplace lab Trendreport. Nun erscheint der neue Trendreport als Buch – mit SAP als Partner.

Der Trendreport will auch dieses Jahr, mit der bereits dritten Ausgabe, frischen Wind in den sozialen Sektor bringen. Wir freuen uns, dass SAP als Partner des Trendreports dieses Anliegen unterstützt und darüber hinaus seine Kompetenzen auch auf fachlicher Ebene einbringt!

So erklärt beispielsweise im aktuellen Trendreport der SAP-Seniorentwickler Uwe Kylau in einem Trend-Interview, warum Hackathons als Innovationstreiber inzwischen kaum mehr wegzudenken sind: Seit ein paar Jahren werden während dieser "Hackdays", funktionsfähige digitale Innovationen für den sozialen Sektor entwickelt. Die Ideen kommen von Aktivisten, NGOs oder öffentlichen Einrichtungen. Umgesetzt und sofort auf Herz und Nieren geprüft werden sie von Programmierern und anderen Workshop-Teilnehmern, die sich für 24 Stunden und mehr zusammentun. Hackathons sind daher ein wunderbares Beispiel für eine immer engere digital-soziale Zusammenarbeit – und natürlich auch als einer von zehn Trends in unserem Report 2014 vertreten.

Mehr könnt Ihr bald im Trendreport nachlesen. (Den wir bis dahin natürlich auch noch binden lassen - ihr seht hier den Vordruck). Wenn Ihr zu den Ersten gehören wollt, die den Report in ihren Händen halten, dann könnt Ihr gern bei uns per Mail vorbestellen: fkr@betterplace.org

Kathleen Ziemann
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