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Gemeinsam gegen den Müll auf unserer Welt

25.05.2015 | Author: Medje Prahm | 0  Kommentare

Illegale Müllberge in unseren Wäldern und Ozeanen sind umweltschädlich und vor allem für Tiere oft auch lebensgefährlich. Eine Inititative in Estland rief zu einer gemeinsamen Aufräumaktion auf und schaffte es so, an einem Tag mehr als 50.000 Leute zum Müll sammeln zu bewegen.

Die Macher der Let's do it-Initiative hatten eine einfache und doch sehr ambitionierte Idee: An einem Tag den gesamten illegalen Müll in Estland zu beseitigen.Verortet wurden die illegalen Müllberge zunächst auf einer Online-Map. Dann mussten nur noch genügend Menschen gefunden werden, um an den markierten Punkten aufzuräumen. Das Projekt war erfolgreich – inzwischen hat sich daraus eine weltweite Bewegung entwickelt.

Erfahre mehr dazu in unserem Blog auf der Huffington Post.

Medje Prahm

Wie eine japanische NGO junge Wähler für Politik begeistern will

22.05.2015 | Author: Dennis Buchmann | 0  Kommentare

Das Interesse an Politik ist bei jungen Wählern in Japan sehr gering. Auf der anderen Seite wissen Politiker nicht, wie sie Jugendliche für ihre Themen begeistern können. Die japanische NGO Youth Create bringt beide Gruppen in Kneipen bei Bier und Gesprächsstoff zusammen.

Lediglich 30 Prozent der 20-29jährigen Japaner haben bei den vergangenen Unterhaus-Wahlen ihre Stimme abgegeben. Inspiriert von dem Wahlkampf Obamas 2008 hat der Politikstudent Kensuke Harada eine besondere Idee entwickelt, um das politische Engagement und die Wahlbeteiligung der Jugendlichen wieder anzuregen. Er lädt sie und Politiker zu abendlichen Zusammenkünften ein, bei denen sie ungezwungen in lockerem Ambiente Fragen stellen und diskutieren können.

Wie genau das funktioniert, kannst Du in unserem Blog auf der Huffington Post weiterlesen.

Dennis Buchmann

Wie ein Online Game aus Thailand Leben retten kann

21.05.2015 | Author: Kathleen Ziemann | 0  Kommentare

Online-Games können vielmehr als nur Unterhaltungstool für Kleinkinder sein: "Sai Fah the Floodfighter" in Thailand will Jung und Alt gleichermaßen wichtiges Wissen im Umgang mit Überschwemmungen vermitteln. Wichtiges Learning: Immer auf das Krokodil aufpassen!

13,6 Millionen Menschen waren von der letzten Überschwemmung in Thailand 2011 direkt betroffen, mehr als 800 verloren dabei ihr Leben. Im Falle einer neuen Flut sollen die Einwohner in den gefährdeten Gebieten zukünftig besser vorbereitet sein. Mit Unterstützung der UNSECO wurde aus diesem Grund ein Bildungsprogramm zur Flutbekämpfung entworfen. Das Online-Game bildet einen Teil davon.

Auf unserem Blog bei der Huffington Post findest Du den ganzen Artikel und erfährst mehr über den Erfolg des Programms.

Kathleen Ziemann

#BuildPeace: Können Technologien helfen, Konflikte zu lösen?

05.05.2015 | Author: Franziska Kreische | 0  Kommentare

Vor kurzem fand in einer der letzten geteilten Hauptstädte der Welt, Nikosia auf Zypern, die Build Peace-Konferenz statt. Hier trafen sich Friedensforscher und Tech-Experten, Entwickler und Aktivisten aus aller Welt, um zu diskutieren, ob und wie Technologien Friedensprozesse nachhaltig fördern können. Drei zentrale Fragen standen diesmal im Mittelpunkt: Wie können Technologien Menschen bei ihrer Friedensarbeit unterstützen? Wie können sie vormals von Konflikt und Gewalt geprägte Verhaltensstrukturen beeinflussen? Wie kann der Impact solcher Maßnahmen gemessen werden? Franziska, selbst Friedens- und Konfliktforscherin, war dabei und berichtet von spannenden Projekten und interessanten Einblicken in die Tech4Peace-Bewegung.

Als 2008 die Online-Plattform Airbnb im kalifornischen Silicon Valley gegründet wurde, war der Erfolg dieses neuen Geschäftsmodells noch kaum absehbar. Mittlerweile kann man auf der Website zwischen einer Million privaten Unterkünften aus 192 Ländern und 26.000 Städten wählen – in diesem Jahr wird der Umsatz laut Prognosen bei einer halben Milliarde US Dollar liegen (was ein Plus von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet).

Täglich verbinden sich tausende Menschen auf der Plattform miteinander, vermieten oder buchen Übernachtungen, pflegen Profile oder bewerten sich gegenseitig – quer über geografische oder kulturelle Grenzen hinweg. Die Plattform fördert damit im Grunde die diplomatischen Beziehungen zwischen Bürgern unterschiedlicher Nationalitäten– “citizen diplomacy” – und bezeichnet sich sogar selbst als ein Unternehmen, das aktiv zur Friedensförderung beitragen will.

Technologien verbinden Menschen miteinander

Warum dieser Gedanke gar nicht so abwegig ist, erklärt Martin Nelson, Gründer des Stanford Peace Innovation Lab. In seinem Panel diskutierte er mit anderen Teilnehmern über die  Frage, wie Friedenstechnologien unser Verhalten nachhaltig beeinflussen können. Er sieht in ihnen eine vermittelnde Rolle mit dem Ziel, unseren Austausch miteinander im positiven Sinn zu unterstützen und zu fördern.

Der erste Konferenztag fand in der St. Nicholas Kirche im türkischen Teil Nikosias statt und gab eine eindrückliche Kulisse für die verschiedenen Vorträge und Panels.



Die erfolgreiche “Israel loves Iran”- Kampagne ist ein weiteres anschauliches Beispiel für diese neue Art der citizen diplomacy. Der israelische Grafiker Ronny Edry, ebenfalls auf dem Panel vertreten, berichtet davon, wie er die Facebook-Seite 2012 ins Leben gerufen hatte. Er und seine Frau hatten ein Foto von sich mit der Bildunterschrift “Iranians, we love you, we will never bomb your country” online gestellt. In Reaktion darauf taten es ihnen tausende Israelis nach und setzten damit ein Zeichen, dass entgegen der offiziell sehr angespannten politischen Beziehungen die Bürger beider Länder keinen Sinn in einer kriegerischen Eskalation des Konflikts sahen. Begeistert erzählt Ronny, wie viele Nachrichten ihn heute noch erreichen von Israelis und Iranern, die sich auf Facebook angefreundet und in der “realen Welt” zu einem Treffen verabredet haben.




Peacebuilding nicht mehr nur Sache der Regierung und NGOs

Kampagnen dieser Art machen deutlich, dass viele friedensfördernde Projekte und Ideen nicht mehr nur unbedingt im klassischen Peacebuilding-Bereich, d.h. im Umfeld von Regierungen und großen NGOs, entstehen. Vielmehr sind es inzwischen einzelne Individuen auf der ganzen Welt, die es verstehen, Technologien intelligent und effizient zu nutzen, um ihre Ideen umzusetzen.

Wie Dlshad Othman, ein junger Informatiker aus Syrien, der “Aymta” entworfen hat, eine App als Raketenfrühwarnsystem, die Eilmeldungen über mögliche Einschläge in Syrien an alle Nutzer sendet. Oder “Uvirtus”, ein Programm, dass es Syrern erlaubt, Videos über den Konflikt sicher und anonym auf youtube hochzuladen.

Ronnys Kampagne und DIshads Programme sind Teil eines Veränderungsprozesses im Bereich Friedensforschung und Konfliktlösung, der von einzelnen Kritikern als “Entprofessionalisierung” des Feldes bezeichnet wird. Man könnte es aber auch mit den Worten von Sheldon Himelfarb, dem Direktor des United States Institute of Peace beschreiben: “Conflict prevention and peacebuilding are getting a new cast of characters and an exciting new script”. Dieses neue Skript erzählt von einer Industrie für Friedenstechnologien, die durch den demokratisierten Zugang zu Information und Kapital Innovationen hervorbringt, die Leben retten und neue Jobs schaffen.

Neuen Ideen gehen oft traurige Ereignisse voraus

Oft geht dem Ganzen ein ausschlaggebendes Ereignis voraus, wie zum Beispiel im Fall der Crisis Mappers: Als 2012 Haiti von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde, fanden sich innerhalb kürzester Zeit im verschneiten Boston eine Gruppe Freiwilliger zusammen um die schlechte Informationslage zu verbessern. Sie begannen aus Social Media-Posts und Tweets von Betroffenen relevante Informationen zu filtern (Wo wird Hilfe benötigt? Wo gibt es Verletzte? Wo sind Krankenhäuser intakt/stehen Nahrungsmittel oder Medizin zur Verfügung?) und diese auf einer digitalen Landkarte zu taggen.

In Zusammenarbeit mit einem lokalen Mobilfunkanbieter wurde kurz darauf sogar ein Notfall-SMS-Service eingerichtet, an den Hilfesuchende ihre Nachrichten direkt senden konnten. Weil die Flut an SMS nicht zu bewältigen war, wurden hunderte weitere Freiwilliger weltweit zusammen getrommelt, um die Nachrichten zu übersetzen und in die Karte einzupflegen. So konnten Helfer vor Ort immer genau nachvollziehen, wo ihr Einsatz am dringendsten benötigt wurde (Die ganze Story kann man hier nochmal nachlesen). Inzwischen hat sich eine feste Community – Standby Task Force – etabliert, die sich nach Katastrophen innerhalb kürzester Zeit organisieren um gemeinsam die Flut an Informationsmaterial zu bewältigen und darzustellen.

Jede Zahl steht für die Anzahl von Berichten in dem jeweiligen Gebiet. Durch Zoomen können die einzelnen Meldungen ausgewählt werden. Bild: Ushahidi Haiti Project.


Patrick Meier, einer der Initiatoren des Projekts (seine Frau befand sich zum Zeitpunkt des Erdbebens in Haiti), ist überzeugt, dass dies nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Potential zukünftiger humanitärer Hilfe ist. In seinem Vortrag hebt er auch die besondere Rolle von Drohnen hervor, die diese mittlerweile nach Naturkatastrophen wie dem Erdbeben in Nepal einnehmen. Sie nehmen nicht nur Bilder auf und helfen, einen Überblick über ein Krisengebiet zu erlangen – in Syrien versorgen sie Menschen mit Nahrungsmitteln sowie Medizin und ersetzen damit bemannte, lebensgefährliche Einsätze für die Piloten. Das Syria Airlift Project bindet dabei möglichst viele Syrer bei der Umsetzung ein: IT-Experten warten die Drohnen, Freiwillige statten sie aus, Kinder bemalen sie.

Das Projekt sieht es zudem als Aufgabe, die negative Wahrnehmung von Drohnen als reines militärisches Gerät in der Öffentlichkeit, aber auch im Umfeld von NGOs, die im Bereich Peacebuilding aktiv sind, zu ändern. Denn auch Satelliten, selbst das Internet, wurden ursprünglich aus militärischen Mitteln entwickelt und finanziert. Wer macht sich über deren Herkunft heute noch Gedanken?

"Dual Use" von Technologien

Festzuhalten bleibt: Technologien (und somit auch Drohnen) sind per se neutral und als Instrument zu verstehen, das im Sinne des Nutzers einen positiven oder negativen Zweck verfolgen kann. Peacebuilder natürlich wollen einen in ihrem Sinne positiven Impact erzeugen. Die meisten Vortragenden haben jedoch angemerkt, dass es für sie weiterhin eine große Herausforderung darstellt, diesen darzustellen und zu messen. Ein paar vielversprechende Ansätze liefern da zum Beispiel der SCORE Index (misst den Frieden in multi-ethnischen Gesellschaften) oder die Arbeit des Peace Informatics Lab der Universität Leiden dar.

Dass Technologien aber auch für die falsche Message eingesetzt werden können, zeigen gerade jüngste Beispiele aus Syrien und dem Irak. Durch die erfolgreichen Social Media Kampagnen der ISIS auf Facebook, Twitter und YouTube schaffen sie es, jeden Monat hunderte freiwillige Kämpfer in die Krisengebiete zu locken.

Selbst wenn sie mit positiven Intentionen eingesetzt, lassen sich durch Technologien allein natürlich keine Konflikte lösen. Und trotz des Erfolgs vieler "spontaner" Initiativen von Menschen wie Ronny oder Patrick, die sich nicht im klassischen Sinn als Peacebuilder verstehen, schienen sich die Teilnehmer der Konferenz in einem Punkt einig: Technologien wirken für NGOs und Regierungen vor allem dann zielführend, wenn sie auf dem Wissen erfahrener Peacebuilder aufbauen, die sich über die Konfliktstrukturen und die Bedürfnisse der Zielgruppen in den entsprechenden Gebieten bewusst sind.

Lese-Tipp: Mehr Informationen zu dem Thema findest Du in dieser Studie der Alliance for Peace: #PeaceTech. Everything you need to know, from social media in Afghanistan to humanitarian drones in Syria.

Franziska Kreische

Nepal in Trümmern: So helfen die erdbebengeplagten Menschen in Japan

01.05.2015 | Author: Dennis Buchmann | 0  Kommentare

In Japan nennen es die Menschen nur Three Eleven (3/11), das Tohoku-Seebeben, welches die Menschen hier traumatisiert hat. Fast 20.000 Tote, fast 400.000 zerstörte Gebäude, ein immer noch undichtes Kernkraftwerk. Jeder zweite hier sagt, das Beben habe die Menschen verändert, viele glauben nun nicht mehr, dass die Technologie nur ausgefeilt genug sein muss, um die Natur kontrollieren zu können. Wie reagiert eine erdbebengeplagte Gesellschaft, wenn sie von der Katastrophe in Nepal hört?

Zeigen sich die Medien besonders empathisch? Helfen die Menschen besonders engagiert, spenden sie besonders viel? Um ein Gefühl dafür zu bekommen, habe ich mir den Spendenmarkt hier in Japan zunächst im Allgemeinen und dann kurz nach dem Erdbeben in Nepal im Detail angeguckt. Eine große Hilfe war dabei die Freundin eines Kollegen bei betterplace.org: Sarah Stark wohnt und arbeitet seit zwölf Jahren in Japan und hat ihre japanische Schriftzeichen lesenden Augen für mich offen gehalten.  Zunächst zum

Spenden in Japan im Allgemeinen.

Wieviel?
Nanako Watanabe, die Chefin von Ashoka Japan, sagt, eine „Giving Culture“ sei hier kaum vorhanden, was am Mangel von religiösen Werten liegen könnte. Man kümmere sich um die Familie, alle darüber hinaus zählten nicht viel. Doch das heißt nicht, dass in Japan nicht gespendet wird. Es gibt unzählige Orte, an denen man Gelegenheit dazu hat.

Wo?
An jeder Supermarktkasse. Und davon gibt es unzählige, denn Family Markt und SevenEleven haben meist nur kleine aber dafür sehr viele Filialen.

An der Kasse stehen Sammelboxen fürs Kleingeld. Warscheinlich auch, weil das schnell lästig werden kann, beobachte ich einige Leute, wie sie ihr Geld da reinwerfen. An anderen Kassen kann man das Geld in der Wechselgeldschale lassen, um es zu spenden. Auch als Sarah ihre 10.000 japanischen twitter-Follower fragt, wie sie spenden, erwähnen einige diese Geleghenheit. Wohin das Geld geht? Meist an NGOs, die sich weiterhin um das Erdbebebgebiet kümmern.

Außerdem stehen Spendensammler an den U-Bahnstationen und verneigen sich ununterbrochen und gerade zu pathologisch, während sie aber doch vergleichsweise lauthals um Spenden bitten. Oft sind es Schüler, die für einen zukünftigen Mitschüler sammeln, um dessen Gebühren für die weiterführende Schule finanzieren zu können. Aber, wie das Bild zeigt: Für Tiere wird auch gerne gebuckelt (in diesem Fall Katzen).

Bei Seiyu (gehört zu Walmart) kann man Plastikkarten von NGOs aussuchen, ähnlich iTunes oder anderen Gutscheinen, für die dann aufgerundet werden. Beim Handyprovider Softbank kann man über die Handyrechnung  spenden, auch regelmäßig und monatlich, wenn man möchte. Ein paar Klicks auf der Homepage von Softbank und die Spende ist eingerichtet. Spenden über die Lohnabrechnung ist bei vielen Firmen möglich.

Und beim Messenger LINE, der das Whatsapp der Japaner ist, kann man Charity-Sticker kaufen, also große und ausgefeilte Emoticons, für um die 200 Yen (ca. 1,50 Euro), die dann an Hilfsorganisationen gehen. Ob Line einen gewissen Anteil an Gebühren einbehält, konnte ich noch nicht rausfinden. In Thailand ist der Service sehr intransparent, kritisiert Kathleen, die dort gerade im Rahmen des lab around the world recherchiert.

Ein weiterer wichtiger Ort des Spendens: Der Schrein. Davor steht eine sehr große Holzkiste, und wer Geld reinwirft, darf sich einen Zettel mit einer Prophezeihung nehmen und den Gong schlagen. „Aber Du glaubst nicht, was die Priester für Autos fahren!“, sagt Sarah.

Wofür?
Kindererziehung und Altenpflege sind beliebte Spendenthemen, aber auch nach wie vor die vom Erdbeben 3/11 besonders hart getroffenen Gebiete. Noch heute sieht man entsprechende Spendensammler vor den Metro-Stationen. Sarah selbst spendet nach jedem 11. des Monats 10.000 Yen (ca. 80 Euro) an eine NGO.

Auch cool:
Bürger der Stadt Ichikawa können darüber abstimmen, wofür ein Prozent der gezahlten Steuern gespendet werden. Das stärkt die Zivilgesellschaft und das Engagement, denn die meisten möchten für Projekte vor Ort spenden, die etwas für die Gemeinschaft tun. Und da wiederum hilft man gern mit. Das Konzept funktioniert so gut, dass es andere Städte übernommen haben.

Das Erdbeben in Nepal und die Spenden der Japaner

Wenn man über google auf japanisch nach „Nepal“ und „Spenden“ sucht, kommt Yahoo als erster Treffer. Japan ist eines der letzten Länder, in denen der Internetservice stark ist. Das Erdbeben in Nepal ist hier Top-Thema, eine direkte Online-Spendenmöglichkeit gibt es auch, Yahoo verdoppet die Spenden sogar bis zu einer Gesamtsumme von 20 Millionen Yen. Über 50 Millionen sind bis zum ersten Mai schon zusammen gekommen. Man kann hier nicht nur mit Kreditkarte, sondern auch über seine Handyrechnung oder mit seiner T-Card spenden, das ist das japanische Punktesystem à la Payback. (Eine „Spendenwelt“ wie die von Payback und betterplace.org konnte ich nicht finden.)

Ansonsten schlägt einem google noch das Japanische Rote Kreuz vor und einen Blog, der Spendenmöglichkeiten listet. Das ist keine große Online-Ausbeute. Die Crowd-Funding-Platform ReadyFOR steht irgendwo weiter unten und hat kein Special zu Nepal auf seiner Startseite, selbst die Online-Fundraising Plattform giveone.net sieht aus wie immer.

Im japanischen iTunes Store kann man Spenden im Wert zwischen 200 und 50.000 Yen kaufen (geht ans Rote Kreuz) und auch Twitter Japan ruft auf, ans Rote Kreuz zu spenden. Wohin man auch guckt: Das Rote Kreuz scheint die einzige bekannte Hilfsorganisation zu sein. Fast alle Spenden in Japan fließen ihr zu, obwohl die Organsation nach dem Erdbeben 3/11 an Ansehen verloren hat: Die Medien und viele Menschen warfen ihr Spendenmisswirtschaft und einen aufgeblähten Verwaltungsapparat vor. Aber außer Unicef und dem UNHCR sind hier kaum andere NGOs als Empfänger vertreten (vereinzelt: Ärzte ohne Grenzen).

Zwangsspenden und kostenlose Flüge für NGOs

Nippon-Airlines lässt verlauten: Alle NGO-Mitarbeiter und sonstige Helfer fliegen bis Ende Mai von Tokyo nach Dheli kostenlos. Kurios: Die japanische Regierung sichert nicht nur eine Milliarde Yen für Hilfsgüter zu, sondern lässt ihre Parlamentarier zwangsspenden. Jedem werden 5000 Yen vom Gehalt abgezogen, so dass noch einmal 2,4 Millionen Yen zusammenkommen. Die Begründung erinnert ein bisschen an „Der hat mich zum Geburtstag eingeladen, also lade ich ihn auch ein“: Nepal hatte nach 3/11 auch gespendet und Bettdecken geschickt.

Einen Nachmittag japanische Webseiten nach Spenden für Nepal zu durchsuchen, ergibt zwar kein lückenloses Bild der Spendenreaktion hier. Aber es zeigt zumindest, dass die Online-Dienstleistungen für Spenden hier noch unterentwickelt sind. Yahoo ist der erste Ort des Spendens und die Diversität der Hilfsprojekte geht – mangels eines unterentwickelten Online-Spendenmarktes – gegen Null.

Dennis Buchmann

Über den Kampf gegen Korruption, eine neue Facebook-Revolution und HIV-Bekämpfung

23.04.2015 | Author: Franziska Kreische | 0  Kommentare

Seit einigen Wochen ist unser Team wieder auf Forschungsreise. Beim lab around the world sind wir dieses Jahr in sieben Ländern unterwegs auf der Suche nach digital-sozialen Projekten, die die Welt ein bisschen besser machen. Über besonders spannende Geschichten schreiben wir auf unserem Blog bei der Huffington Post. Hier gibt's eine kleine Übersicht über die aktuellen Beiträge aus Ägypten, Mexiko und Südafrika.

Mexiko

Nach der Enführung und Ermordung von 43 Studenten im mexikanischen Iguala kam es landesweit zu massiven Protesten gegen den Staat und Präsident Enrique Pena Nieto (#fueelestado).


Es sind vor allem zwei Themen, welche die mexikanische Gesellschaft im Moment besonders aufwühlen: Korruption und Gewalt. Im Fall der entführten Studenten aus Iguala 2014 sind sie auch oft eng miteinander verwoben. Ben hat bei seiner Forschungsreise in Mexiko vielversprechende Initiativen entdeckt, die durch Open Data und Transparenz die Situation verbessern und die Politik unter Druck setzen wollen. Wer sich also für die Wirkung von Open Data interessiert, der muss Mexiko in der nächsten Zeit unbedingt im Auge behalten.

Ägypten

Demonstranten am Tahrir Platz danken der ägyptischen Jugend und Facebook (via @richardengelnbc).


Vier Jahre nach dem Arabischen Frühling ist Joana nach Kairo gereist und erlebt ein  Klima aus Resignation, Ärger und Angst. Doch obwohl die politische Lage weiterhin sehr angespannt ist, hat sie viele Menschen getroffen, die durch ihre Ideen das Leben in Ägypten verbessern wollen. Sie berichtet von der ungebrochenen Bedeutung von Facebook als dem wichtigsten Kommunikationstool, Transparenzplattformen und "digitalen Beobachtern", die der politischen Klasse bei ihrem Handeln genau auf die Finger schauen.

Südafrika

Die Macher der politischen Kampagne "Vote is Power" zu Besuch im Büro des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma.


In der Region südlich der Sahara ist Südafrika das fortschrittlichste und wohlhabendste Land. Nicht ohne Grund zieht es jedes Jahr tausende Immigranten auf der Suche nach einem Job und einem besseren Leben aus den Nachbarländern hierher. Doch in dem jungen Land herrschen noch viele Probleme, die gelöst werden müssen, um ein friedvolles Miteinander innerhalb der Gesellschaft zu schaffen. Franziska hat in ihren Blogs über zwei der wichtigsten Themen geschrieben: die hohe HIV-Rate unter Jugendlichen und den Frust über die politische Klasse.

Franziska Kreische

NGO-Meter Ergebnisse 2014: Paypal und Kreditkarte werden wichtiger

20.04.2015 | Author: Angela Ullrich | 0  Kommentare

Neue Zahlen zum NGO-Meter 2014 sind raus! Zweimal im Jahr erheben wir Daten rund um Online-Fundraising, die uns gemeinnützige Organisationen zur Verfügung stellen. Besonders hervorzuheben: Zahlungen per Paypal und Kreditkarte werden wichtiger.

Im diesjährigen NGO-Meter haben 13 Organisationen die Vergleichsmöglichkeit, sich im Hinblick auf Onlinespendenaktivität und Leistung im Online-Fundraising zu messen, genutzt. Auf slideshare und weiter unten findet ihr die Ergebnisse für das Jahr 2014 grafisch aufbereitet.

Online wird zwar mehr, aber seltener gespendet

Insgesamt haben sich die Kennzahlen zum Online-Spenden überwiegend positiv entwickelt: Die Online-Einzelspende liegt mit 115 Euro weiterhin deutlich über der aktuellen, durch die GfK ermittelten Offline-Durchschnittsspende von 36 Euro. Die Online-Dauerspende beträgt im Schnitt 40 Euro.

Zwar können rund ein Sechstel der befragten Organisationen 20-35 Prozent ihrer Spende bereits online sammeln. Allerdings liegt der Anteil der Online-Spenden mit sechs Prozent deutlich unter den Vorjahreswerten (Vgl. 2013: 14 Prozent). Der Anteil der Online-Dauerspender im Verhältnis zu allen Online-Spendern betrug 23 Prozent.

Die gute alte Lastschrift wird langsam eingeholt

Der meistgenutzte Zahlungsweg beim Online-Spenden ist mit durchschnittlich 70 Prozent weiterhin die Lastschrift (2013: 74 Prozent), gefolgt von Paypal (15 Prozent) und der Kreditkarte (zehn Prozent). Sowohl Paypal (2013: 15 Prozent) als auch Kreditkarten (2013: vier Prozent) haben damit im Vergleich zum Vorjahr stark an Bedeutung gewonnen.

Newsletter lohnen sich

Die Klickraten der E-Mailings haben sich weiter erhöht. Vor allem bei den großen Organisationen stiegen die Besuchszahlen nach dem Versand von Newslettern an. Der Internetauftritt der kleineren NGOs überzeugte im Gegenzug mit geringeren Absprungraten. Pro Besuch werden im Schnitt 2 bis 3 Seiten aufgerufen, die Besuchszeit selbst liegt zwischen 90 und 180 Sekunden.

An der Gesamtauswertung für das NGO-Meter 2014 haben folgende 13 Organisationen teilgenommen: action medeor e.V. , Aktion Deutschland Hilft e.V. , CARE Deutschland-Luxemburg e.V., Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V., Help e.V., Kinder von nebenan e.V., Masifunde Bildungsförderung e.V., Save the Children, ShelterBox Germany, Stiftung Deutsche Sporthilfe,  Menschen für Menschen, Deutsche Welthungerhilfe e.V., WWF Deutschland.

In dieser Präsentation haben wir die wichtigsten Ergebnisse für Dich zusammengefasst:

Auf der Website des NGO-Meters findest Du alle wichtigen Informationen und Präsentationen seit Beginn des Projekts in 2011.

Angela Ullrich

Spendenmarkt 2014: Unsere Analyse zu Spenden in Deutschland. Mit den aktuellsten Zahlen.

23.03.2015 | Author: Angela Ullrich | 0  Kommentare

Für alle, die sich nicht allein durch den Dschungel der eklektischen Evidenz deutscher Spendenmarktdaten hindurch kämpfen wollen, haben wir unsere frisch aktualisierten Analysen und Zahlen zu den deutschen Geldspenden auf slideshare eingestellt. Die wichtigsten Entwicklungen stellen wir hier kurz vor:

Das Spendenjahr 2014 ist rekordverdächtig. So zeigt es die aktuelle „Bilanz des Helfens“ vom deutschen Spendenrat, und so steht es auch in der DZI-Pressemitteilung zur Spendenbilanz 2014. Laut DZI-Hochrechnung sind die privaten Geldspenden im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 6,4 Mrd. Euro gestiegen. Gemäß der vom Spendenrat veröffentlichten GfK-Daten wuchs das gesamte Spendenaufkommen sogar um 5,4 Prozent. Allerdings errechnet die GfK mit knapp 5 Mrd. Euro ein deutlich geringeres Volumen für den Spendenmarkt.

Spendenmarktvolumen von uns auf 8,7 Mrd. Euro geschätzt

Die große Diskrepanz bei den Schätzungen des Spendenmarktvolumens hat uns dazu motiviert, eine eigene, konservative Prognose mit Hilfe der Daten aus der Einkommensteuerstatistik zu errechnen. Diese Daten sind immer nur mit 4-5 Jahren Nachlauf verfügbar und vor kurzem für das Jahr 2010 erschienen. Um eine Idee über die tatsächliche Größe der Geldspenden zu bekommen, haben wir die durchschnittliche Wachstumsrate im Zeitraum 2001 bis 2010 auf das Marktvolumen von 2010 extrapoliert. Daraus ergibt sich für das Jahr 2014 ein – grob geschätztes – Geldspendenaufkommen von 8,7 Mrd. Euro.

Weniger Menschen spenden höhere Beträge

Ein Trend, der schon in den letzten Jahren zu beobachten war, setzt sich fort: Die Anzahl der Spender ist leicht zurück gegangen auf 22,4 Mio. (von 23,2 Mio. in 2013). Das entspricht einer Spendenbeteiligung von 33 Prozent – also, jeder Dritte, der älter als 10 Jahre ist, spendet zumindest einmal im Jahr einen Geldbetrag. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Anzahl der getätigten Spenden pro Jahr mit 6,2 unverändert geblieben. Die Zunahme der Geldspenden ist somit in erster Linie darauf zurück zu führen, dass die durchschnittliche Spendenhöhe weiter angestiegen ist, auf nunmehr 36 Euro (zuvor 33 Euro).

Jüngere Menschen spenden häufiger und mehr als zuvor

Die wichtigsten Spender sind nach wie vor die älteren Menschen. Rund 54 Prozent der Geldspenden werden von Personen getätigt, die über 60 Jahre alt sind, allein 37 Prozent von den über 70jährigen. Allerdings haben die 40-59jährigen im vergangenen Jahr stark aufgeholt und stemmen mit einem Anteil von 36 Prozent nun einen fast ebenso großen Betrag der Spenden. Dabei haben sie laut GfK vor allem für die Bereiche „Krankheit und Behinderung“ gespendet. Interessant ist, dass  - entgegen dem Gesamttrend - die Spenderanzahl bei den unter 40jährigen leicht gestiegen ist.

Spenden gehen immer mehr an kleine, lokale Organisationen

Auch dieser Trend setzt sich fort: Der Anteil der ganz großen Nonprofit-Organisationen am gesamten Spendenaufkommen geht immer weiter zurück zugunsten von kleineren Organisationen.

Mittlerweile fließen fast 50 Prozent der Spendengelder an kleinere Organisationen, während nur noch gut ein Drittel an die 20 ganz Großen geht. Das sah vor acht Jahren noch ganz anders aus. Vor allem die jüngeren Spender bevorzugen kleine, zumeist lokal arbeitende Organisationen. 72 Prozent der Spenden von Personen unter 39 Jahren fließen an diese Nonprofits, nur knapp 20 Prozent an die Top 20.

Dauerspenden und der Aufruf von Freunden motivieren am meisten

Mehr als ein Drittel aller Geldspenden kommen durch Mitgliedschaften oder Dauerspenden zusammen, vor fünf Jahren waren das erst 20 Prozent. Immer wichtiger werden auch die Spendenaufrufe durch Freunde. Mittlerweile werden so rund 9 Prozent der Geldspenden initiiert. Dies gilt vor allem für die Spendenzwecke „Krankheit und Behinderung“. Jüngere Personen (bis 39 Jahre) kommunizieren verstärkt auch in sozialen Netzwerken über ihre Spenden. Etwa jeder Vierte von ihnen hat dort über Spenden gelesen oder gepostet und knapp 4 Prozent haben darauf hin tatsächlich gespendet. Die Bedeutung der traditionellen Werbebriefe ist hingegen weiter gesunken.

Unsere Übersichten zum Deutschen Spendenmarkt findest Du auf unserer Projektseite Spendenmarkt.

Angela Ullrich

Zivilgesellschaft in Zahlen: Spenden sind wichtiger als öffentliche Zuwendungen

11.03.2015 | Author: Angela Ullrich | 0  Kommentare

„Der Dritte Sektor hängt weder am Tropf des Staates noch ist er marktfern aufgestellt“. Zu diesem Fazit kommt eine von der Körber Stiftung veröffentlichte Sonderauswertung der Daten aus der Zivilgesellschaft in Zahlen Studie (ZiviZ). Die Auswertung wirft ein ganz neues Licht auf die Bedeutung verschiedener Finanzierungsquellen für die 600.000 Nonprofit-Organisationen in Deutschland: Spenden wurden bislang unterschätzt, öffentliche Gelder und selbsterwirtschaftete Mittel hingegen als zu wichtig erachtet.

Neue Daten ermöglichen differenziertere Sicht auf Finanzierungsquellen

Wer sich bislang über die Einkommensquellen der deutschen Nonprofit-Organisationen informieren wollte, musste zumeist auf mehr als 20 Jahre alte Daten aus dem berühmten „John Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project“  zurück greifen. Mit der Initiative „Zivilgesellschaft in Zahlen“ (http://www.ziviz.info ) findet nun – endlich – eine Neuvermessung unserer Zivilgesellschaft statt. Die wichtigsten Ergebnisse werden in Berichten und Surveys veröffentlicht. Und wenn sich ein zahlender Auftraggeber für eine Sonderauswertung findet, wie z.B. hier die Körber Stiftung, können aus dem vorhandenen Zahlenpool noch differenziertere Erkenntnisse über den insgesamt wenig statistisch erfassten Sektor gewonnen werden. Toll, dass diese Ergebnisse dann auch mit der Öffentlichkeit geteilt werden!

Spenden sind für viele Nonprofits wichtiger als öffentliche Gelder

Bis vor kurzem galt – dem Ergebnis des John Hopkins Projekt folgend –, dass die Einnahmen deutscher Nonprofit-Organisationen mehrheitlich (zu 64 Prozent) aus staatlichen Kassen fließen und nur rund 3 Prozent Spenden sind. Die Ende 2013 erschienen ZiviZ-Studie zeigt jedoch, dass insgesamt wesentlich mehr, nämlich 20 Prozent, der Finanzierung aus Spenden stammen. Nur 10 Prozent der Zuwendungen kommen vom Staat. Dieser große Unterschied zu den bisherigen Annahmen erklärt sich unter anderem dadurch, dass Zahlungen der Sozialversicherungen an gemeinnützige Einrichtungen früher zu den öffentlichen Geldern gezählt wurden. Dank der aktuellen Sonderauswertung wissen wir jetzt: Zwei Drittel aller Nonprofit-Organisationen erhalten Spenden und nur ein Drittel finanziert sich hauptsächlich durch öffentliche Kassen (also zum Beispiel durch die Sozialversicherung).

Abbildung: Prozentualer Anteil der Einnahmearten (Mittelwerte)

Vor allem die kleinen Organisationen sind besonders stark auf Spenden angewiesen. Für ein Drittel von ihnen sind Spenden die Hauptfinanzierungsquelle. Öffentliche Mittel hingegen fließen vor allem an die großen Organisationen und beziehen sich in erster Linie auf die typischen Bereiche der öffentlichen Daseinsfürsorge: Soziale Dienste, Bildung und Umweltschutz. Aber auch kleine Vereine und Initiativen profitieren von öffentlichen Sachspenden, wie z.B. der Bereitstellung von Räumen oder Sportanlagen. Insgesamt erhält mittlerweile jede zweite Organisation in Deutschland Sachspenden.

Mitgliedsbeiträge sind für die meisten Nonprofits Haupteinnahmequelle

Mitgliedsbeiträge stellen weiterhin in unserer vereinsgeprägten Nonprofit-Gesellschaft die dominante Einnahmequelle für die meisten Initiativen dar. Im gesamten Finanzierungsmix des deutschen Nonprofit-Sektors haben Mitgliedsbeiträge einen Anteil von etwa 41 Prozent. Rund 84 Prozent der Organisationen erheben Mitgliedsbeiträge. Für etwa ein Drittel sind sie auch die Haupteinnahmequelle. Doch viele Vereine klagen über rückläufige Mitgliedschaften. Das bringt finanzielle Verluste mit sich und reduziert auch die Möglichkeit ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden und zu binden.

Selbst erwirtschaftete Erträge werden relevanter

Rund zwei Drittel der Organisationen finanzieren sich bereits zum Teil über Markterträge. Damit sind z.B. Gebühren für erbrachte Dienstleistungen, Eintrittsgelder oder Kursgebühren gemeint. Jede dritte Organisation (die Markterträge hat) gibt an, dass diese Einnahmenquelle in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Und für jede vierte Organisation stellen Markterträge bereits die wichtigste Finanzierungsquelle dar. Dieser Trend dürfte sich auch zukünftig fortsetzen, denn selbsterwirtschaftete Erträge sind für die Nonprofits deutlich besser kalkulierbar und damit wesentlich zuverlässiger für ihre Planung als es Spendengelder oder auch öffentliche Mittel – insbesondere die projektbezogenen – sind.

Die meisten Nonprofits sind finanziell schwach

Die Hälfte der rund 600.000 Nonprofit-Organisationen müssen mit weniger als 10.000 Euro im Jahr auskommen. Nur gut 4 Prozent der Nonprofits haben jährliche Einnahmen, die eine Million Euro überschreiten. Diese großen Nonprofits übernehmen meist die öffentlich geförderten und über die Sozialversicherungen finanzierten gemeinschaftlichen Versorgungsaufgaben. Und sie sind die Beschäftigungsmotoren des Dritten Sektors: Der Großteil der 2,3 Mio. hauptamtlichen Beschäftigten arbeitet in einer der einnahmenstarken Nonprofits. Das bedeutet auch, dass diese wenigen, wirtschaftlich starken Großen die politische Diskussion mitgestalten und ihre Interessen dort besonders gut vertreten können – möglicherweise nicht immer zum Vorteil der vielen kleinen finanzschwachen Organisationen, die vorwiegend in den Bereichen Sport, Freizeit, Kultur etc. tätig sind. (Siehe auch unseren Artikel zur Wohlfahrt im Dialog)

Abbildung: Jährliche Einnahmen in Euro nach Tätigkeitsfeld (in Prozent)

Auf dem Weg zur „Zwei-Klassen Gesellschaft“ der Nonprofit-Organisationen

Insgesamt verweist die vorliegende Auswertung auf zwei recht unterschiedliche „Welten der Zivilgesellschaft“: Auf der einen Seite rangieren die wenigen großen, sozialstaatsnahen Nonprofit-Dienstleister, die mit öffentlichen Mitteln und hohen Markterträgen ihre vergleichsweise großen finanziellen und personellen Ressourcen sichern. Auf der anderen Seite stehen die vielen kleinen, meist vereinsförmigen, selbstorganisierten Nonprofits, die sich mit Mitgliedsbeiträgen, Spenden und ehrenamtlichen Mitarbeitern über Wasser halten, und dabei wirtschaftlich kaum relevant sind.

Um die Vielfalt des zivilgesellschaftlichen Engagements zu sichern und neue Initiativen zu ermuntern, scheint es vor allem wichtig, die zahlreichen kleinen ressourcenschwachen Organisationen weiter zu professionalisieren. Dabei geht es nicht zwingend um mehr ökonomische Rationalität, sondern vor allem um die Fähigkeit, Unterstützer und Mitglieder zu finden, Zeit- und Geldspenden zu akquirieren und bestenfalls auch selbsterwirtschaftete Mittel generieren zu können. Die Schere zwischen den beiden Organisationswelten könnte auch durch eine bessere Zusammenarbeit und Kooperation zumindest ein Stück weit geschlossen werden.

Die ZiviZ-Sonderauswertung stützt viele unserer Annahmen über die Struktur des Nonprofit-Sektors und räumt mit alten Vorurteilen auf. Zudem gibt sie Anstoß für die politische Diskussion bezüglich sinnvoller Förderstrukturen und der richtigen Rahmensetzung für eine funktionierende, dezentrale und vielfältige Zivilgesellschaft.

Angela Ullrich

Dia­lo­grun­de "Di­gi­ta­les bür­ger­schaft­li­ches En­ga­ge­ment"

10.03.2015 | Author: Franziska Kreische | 0  Kommentare

Was sind die Chancen und Risiken der Digitalisierung im Ehrenamt? Zu dieser Frage hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière am 2. März ausgewählte Experten zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Joana war dabei und hat über die Ehrensamts-Erfahrungen von betterplace.org und dem betterplace lab gesprochen. Auch unsere langjährigen Partner Mark Speich vom Vodafone Institut und Gabriele Hartmann von SAP waren in der Expertenrunde dabei.

Hier kannst Du dir das ganze Video anschauen:

Übrigens: Wir haben gerade eine Zeitspenden-Suche geschaltet. Wenn Du Dich also im lab ehrenamtlich engagieren möchtest, hast Du jetzt dazu die Gelegenheit.

Franziska Kreische
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